Paris


Vor Jahren sah ich das Programm von Massimo Rocchi, das von Frankreich handelte. Es faszinierte mich, wie er die Franzosen beschreibt. Für ihn sind sie die ,,grande nation, . Alles ist gross, monumental, fast schon theatralisch. Das trifft sicher auf Paris zu.

Ich habe Paris schon unzählige Male besucht. Ungern geschäftlich und liebend gerne privat. Stau vom Flughafen in die Stadt gibt es fast immer. Unsicherheit, ob die Taxifahrt 40 Minuten oder 2 Stunden dauern wird. Viele, die kein Wort Englisch beherrschen.Read More »

Lust auf Schule


178600_web_r_k_by_henry-klingberg_pixelio-deAm Samstag habe ich den Schulunterricht besucht. Eine Horde Erwachsener zwängt sich in eine Klasse, wer zu spät kommt, hat keinen Stuhl mehr und über Gemütlichkeit kann man sich streiten.

Aber das Zuschauen hat in mir die Lust auf die Schule wieder geweckt. Als Kind oder junge Erwachsene ist man nicht 100%ig überzeugt, dass zur Schule zu gehen, das Beste ist, was einem passieren kann.Read More »

Ich bin wieder gekentert


324052_web_r_k_b_by_kerstin-littke_pixelio-deDas Bucht ist gross, riesengross. Man braucht einen Feldstecher, um die kleinen Segelboote am Ende der Bucht überhaupt einwandfrei identifizieren zu können. Die farbigen Segel helfen, die weissen Segel vereinen sich farblich mit dem Wasser und verschwinden. Read More »

Kampf um den Liegestuhl


Vor etlichen Jahren habe ich das Phänomen der leeren Liegestühle beobachtet.

Dieses Jahr musste ich feststellen, dass der Kampf um die Liegen aggressiver geworden ist. Ich bin in Thailand einem wunderbaren Land mit freundlichen Leuten, die ein ständiges Lachen auf den Lippen haben. Am Meer mit hoch sommerlichen Temperaturen wird der Geist und Körper träge, gemächlicher.

Es ist Neujahr und das Hotel, in dem ich wohne ist ausgebucht. Zum Hotel gehört auch ein grosser Swimmingpool mit unzähligen Liegestühlen. Wenn ich am Morgen um sieben das Hotel verlasse um dem Meeresufer entlang zu laufen, beobachte ich jeden Tag einzelne Individuen, wie sie mit Tüchern mehrere Liegestühle belegen und dann wieder davon schleichen. In mir weckt dies negative unangenehme Gefühle, aber beim Laufen verflüchtigen die sich wieder. Wenn ich zwischen acht und neun zurück komme sind alle Liegestuhle mit Tüchern bedeckt aber breit und weit ist kein Mensch zu sehen.

Ich brauche einen Liegestuhl am Pool so gut wie nie und darum ist mir da alles egal. Gestern war ich mit dem Stand-up Paddle auf dem Meer und habe den Wind unterschätzt. Ich bin zu weit gepaddelt und der Rückweg zum Ufer mit einem starken Gegenwind hat meine Kräfte mehr als beansprucht. Ich bin ziemlich geschafft angekommen. Eine Erholungspause war angesagt.

Nach der Dusche beim Pool habe ich zu meiner Überraschung einen leeren, noch unbelegten Liegestuhl entdeckt. Ich schleppte ihn näher ans Hotel in den Schatten und beobachtete das Treiben am Pool. Da kam ein dünner, bleicher Mann mit entschuldigendem Lachen mit einer Liege und stellte sie etwa zwei Meter von meiner Liege entfernt in den Schatten des Hotels. Kaum hatte er es geschafft sein Tuch auf dem Liegestuhl auszubreiten, da kam ein Muskelpaket von Mann angerannt und schrie diesen bleichen, dünnen Mann auf Englisch an, was ihm einfiele seine Liege zu nehmen.

Da ich die Situation nicht von Anfang gesehen hatte, konnte ich nur mutmassen, wie die Geschichte begonnen hatte. Der dünne, bleiche Mann hat aber nicht gerade den Eindruck vermittelt, dass er umherschleicht und Sachen stiehlt. Eher hat er mit seiner, kleinen runden Brille wie ein zerstreuter Professor gewirkt. Der Muskelprotz schnappte die Liege, schmettert alle die darauf liegenden Sachen auf den Boden und wollte mit dem Liegenstuhl weg gehen. Aber das wollte sich der Dünne nicht gefallen lassen. Er hielt die Liege am anderen Ende und fragte den Muskelprotz, woran man denn erkennen solle, dass dies seine Liege sei. Der Muskelprotz schrie zurück, dass sie vor seinem Hotelzimmer stand. Das war hoch gegriffen, weil bei keinem der Parterre Hotelzimmer eine Liege dabei war. Der dünne Bleiche fühlte sich im Recht und wollte nicht nachgeben.

Ich sass an meiner Liege und beobachtete die Situation mit einem halben Meter Entfernung mit Verwunderung. Ich war ungefragt in der Mitte des Geschehens. Eine Eskalation schien unabwendbar und ich überlegte fieberhaft, wie ich es verhindern könnte, aber mir kam keine brauchbare Idee in den Sinn. Da liess der Muskelprotz die Liege fallen, hob beide Fäuste hoch und nahm eine Kampfstellung ein. Ich sah die Anspannung seiner Muskeln, die Konzentration, den Kampfwillen. Ich wünschte mir, dass der dünne Bleiche aufgibt, weil ein Schlag dieser Fäuste in sein schmales Gesicht könnte nicht nur seine Ferien beenden sondern unermesslichen Schaden anrichten.

Er dachte aber gar nicht daran auf zu geben. Und so standen beide mit Hass im Gesicht ein paar Zentimeter voneinander entfernt, bereit zu kämpfen und ihre Gesundheit und Freiheit zu riskieren für etwas so Sinnloses wie einen Liegestuhl, der keinem von Beiden gehörte. Der Muskelprotz wollte schon schlagen, aber er wusste, dass er nicht beginnen durfte. Er rief wiederholt dem dünnen Bleichen zu, er solle doch endlich zuschlagen. Der aber beschimpfte den Muskelprotz aufs Übelste, liess die Hände aber neben seinem Körper hängen. Ich wartete bis dem Muskelprotz die Geduld ausgehen würde und er zuschlüge.

Aber da kamen die Hotelangestellten angerannt und warfen sich zwischen die zwei Männer. Der Muskelprotz schnaufte verächtlich, schnappte sich die Liege und trug sie weg. Die Hotelangestellten brachten dem Dünnen eine weitere Liege. Der Nachmittag ist dann weiter gemächlich zu Ende gegangen. Nein, wegen einem Liegestuhl sollte man nicht kämpfen.

Bildquelle: Rolf Schlatter  / pixelio.de

Body Pump


410707_web_r_k_b_by_stephanie-hofschlaeger_pixelio-deMein Jüngster (Kleinster kann ich nicht mehr sagen, da er fast so gross ist wie ich), hat am Samstagmorgen immer Training. Da es ein sehr weiter Weg ist, fahre ich ihn ab und zu. Es ist eigentlich eine herrliche Stunde Freizeit während ich auf ihn warte, da ich ungestört mit der Tasse Kaffee in der Hand Zeitung lesen kann. Ich warte auf ihn und dann fahren wir nach Hause.

Das letzte Mal hat mich Musik überrascht und ich entdeckte eine Turngruppe. Es sah sehr harmonisch und rhythmisch aus. Ich bekam Lust mitzumachen und entschied mich es in der nachfolgenden Woche zu probieren. So bin ich in einer Stunde “Pump” gelandet. Man bekommt Gewichte, Matte, Stopper und dann geht es auch schon los.Read More »

Minus ist tot


475458_web_r_b_by_bernd-wachtmeister_pixelio-deUnser weiblicher Betta-Kampffisch hat unsere Herzen nicht wirklich erobert. Erst hat sie ihren männlichen Partner Plus tödlich verletzt und dann hat sie noch den Schneck gefressen.

Das war uns Anfänger Aquarianern zu viel Brutalität auf kleinem Raum. Irgendwie ahnten wir, dass wir es durch unser unvollständiges Wissen mit verschuldet hatten. Jedenfalls war es kein tolles Erlebnis. Read More »

Was ist die Moral der Geschichte?


422772_web_r_k_b_by_uli-carthauser_pixelio-deLisa war klug. Vielleicht nicht die beste in der Klasse aber immer an der Spitze.

Sie war klein und dünn. In der Pubertät gehörte sie nicht zum Objekt der Begierde der männlichen Mitschüler. Das nagte an ihrem Selbstvertrauen.

Die wenigen, respektive der Einzige, der Interesse gezeigt hat, hat ihr überhaupt nicht gefallen und jene, die ihr gefallen hätten, hatten keine Augen für sie.Read More »

Die Todesanzeige


blogFriedhöfe üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Dies hat einen einzigen Grund. Auf einer kleinen Fläche befinden sich unzählige faszinierende menschliche Geschichten. Erzählen tut sie keiner, es sind die Grabsteine mit Namen, Daten und ab und zu Fotos, die meine Fantasie auf Hochturen laufen lassen. Egal wo ich auf dieser Erde bin, ich besuche dort einen Friedhof, um die kulturellen Differenzen zu spüren und mir unbekannte Geschichten auszudenken. In letzter Zeit begleitet mich immer öfter mein Jüngster und wir denken gemeinsam über Leute nach, die wir nicht gekannt haben, die aber so spannend scheinen, dass es sich lohnt, sich mit ihnen zu beschäftigen.Read More »

Mein Kleinster wurde 10


661248_web_r_by_helene-souza_pixelio-deMein Kleinster wurde 10 Jahre alt. Da merkt man, wie schnell die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich ihn das erste Mal mit nach Hause gebracht habe.

Jetzt hat er sich eine grosser Kindergeburtstags-Party gewünscht. Die Liste der Kinder, die er einladen wollte, wurde immer länger und endete bei 25. Trotz der Hilfe, die ich mir holen konnte, schien mir eine Gruppe von 25 unter 10jährigen doch eine ziemlich grosse Verantwortung und ich handelte ihn auf 10 Kinder runter.Read More »

Der Diebstahl


wollmutzeKlara stand auf dem Bahnhofsteg und wartete auf den nächsten Zug. Wie so oft in letzter Zeit vertrieb sie sich die Zeit mit Snapchat. Sie hielt ihr Telefon hoch, so dass es aussah, als würde sie die Umgebung filmen. Von dem nächsten Bahnhofsteg wurde sie durch tiefen Graben und zwei Gleise getrennt. Der Bahnhofssteg war fast menschenleer. Weit entfernt stand ein Mann und musterte Klara mit mürrischem Blick.

“Hey du“, rief er in ihre Richtung. „Was machst du da? Hör auf zu filmen”.Read More »