Michaela Merz

Mein Kleinster wurde 10

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661248_web_r_by_helene-souza_pixelio-deMein Kleinster wurde 10 Jahre alt. Da merkt man, wie schnell die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich ihn das erste Mal mit nach Hause gebracht habe.

Jetzt hat er sich eine grosser Kindergeburtstags-Party gewünscht. Die Liste der Kinder, die er einladen wollte, wurde immer länger und endete bei 25. Trotz der Hilfe, die ich mir holen konnte, schien mir eine Gruppe von 25 unter 10jährigen doch eine ziemlich grosse Verantwortung und ich handelte ihn auf 10 Kinder runter.

 

Die Einladungen wurden verschickt und ich hoffte auf gutes Wetter. Der September war golden. Warm, sonnig und sogar drei Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Aber ausgerechnet an jenen Sonntag, an dem die Party steigen sollte, wurde eine Abkühlung und Regen vorher gesagt. So schickte ich allen geladenen Gästen eine Email, dass sie wasserdicht eingepackt erscheinen sollen und alle um 15.30Uhr wieder abgeholt werden könnten.

Wir standen sehr früh auf, machten den Teig für das Schlangenbrot, verpackten Würstli, Becher, Teller und was man sonst noch alles braucht und schleppten es den Berg hoch zur Feuerstelle. Das Holz mussten wir auch mitnehmen. Beladen wie die Packesel haben wir die Stelle nach einer halben Stunde erreicht. Wir haben die Stöcke parat gemacht, alles vorbereitet – und das im Regen.

Zurück zu Hause haben wir noch die Garage ausgeräumt und mit Bänken und Tischen ausgestattet, sollte das Wetter da draussen uns mehr Wasser bringen, als wir ertragen können.

Um 11Uhr waren bereits alle da. Die Eltern hatten sich verabschiedet und ich erzählte zu Beginn eine Geschichte über den Zwerg Adamito, der im Wald lebt und der vom bösartigen Zwergenkönig aus der Zwergengemeinschaft ausgestossen wurde. Jetzt, da das Wetter so schlecht wurde, mussten wir ihm ein Haus bauen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und marschierten in den Wald. Die Kinder bauten Zwergenhäuschen, sie brutzelten Schlangenbrot und Marshmellows. Wir spielten Spiele auf der nassen, matschigen Wiese und wurden ohne Ausnahme ziemlich dreckig. Lisa hat sich ein klebriges Marshmellow in ihre langen, schwarzen Haare gepappt. Damian hat sich ein Loch in seine Hose gerissen und Paul hat sich an einem scharfen Stein die Hand aufgeschnitten. Ach ja und es hat aufgehört zu regnen.

Wir räumten auf und machten uns auf die Schatzsuche. Der Schatz wurde gefunden und fair zwischen allen aufgeteilt. Wieder zuhause in der Garage wurden die Kerzen auf dem Kuchen angezündet und kaum war das Happy birthday verhallt, stand schon die ersten Mutter vor der Türe. Es war so schnell vorbei, ich hatte das Gefühl wir hätten gerade erst gestartet.

Alle Kinder hatten leuchtend rote Backen vom vielen Laufen, Rennen, der kalten Luft und dem Regen. Wir stanken nach Rauch und die Mehrheit der Kleider war verkrustet mit getrocknetem Dreck. Es waren aber alle zufrieden. Noch das Gruppenfoto und die Party war vorbei.

Ich bin gespannt, was sich mein nicht mehr ganz so Kleiner für seinen nächsten Geburtstag einfallen lassen wird. Ich nehme an, dass meine Hilfe schon bald nicht mehr von Nöten sein wird.

Solltet ihr einen Organisator für den Kindergeburtstag suchen, lasst es mich wissen. Ich habe ziemlich gute Referenzen und über den Preis wird man sich sicher auch einig!

Bildquelle: Helene Souza  / pixelio.de

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