Michaela Merz

Paris

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Vor Jahren sah ich das Programm von Massimo Rocchi, das von Frankreich handelte. Es faszinierte mich, wie er die Franzosen beschreibt. Für ihn sind sie die ,,grande nation, . Alles ist gross, monumental, fast schon theatralisch. Das trifft sicher auf Paris zu.

Ich habe Paris schon unzählige Male besucht. Ungern geschäftlich und liebend gerne privat. Stau vom Flughafen in die Stadt gibt es fast immer. Unsicherheit, ob die Taxifahrt 40 Minuten oder 2 Stunden dauern wird. Viele, die kein Wort Englisch beherrschen.

Auf der anderen Seite ist da so viel zu sehen und zu erleben. Das Essen ist einfach toll, die Leute nett und zuvorkommend. Und aus jedem Stein atmet die Geschichte.

Was macht man in drei Tagen, wenn man das erste Mal einem Kind diese Stadt näher bringen will? Sicher zu Fuss die Treppe hoch auf Eiffelturm klettern. Quasi mit den eigenen Füssen das Wunderwerk des 19 Jahrhunderts erleben. Das geht bis zu zweiten Stock, danach ist fertig und in die Höhe des über 300 Meter hohen Bauwerks muss man einen Lift nehmen. Dieser Turm, diese einmalige Aussicht auf die faszinierende Stadt und der Erbauer Herr Gustav Eiffel sind so spannend, dass man fast den ganzen Tag füllen kann.

Unten beim Ausgang sind wir einem riesen Tier fast auf dem Schwanz getreten. Ich meinte, es müsse ein Biber sein, aber mein Jüngster belehrte mich, dass Biber einen flachen Schwanz haben und dieses Monster von Tier demzufolge eine Ratte sein muss. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Wahrscheinlich sorgt der Touristenabfall für dieses Wahnsinnwachstum.

Wir fuhren Metro, besuchten den Markt, sausten in Parks und am Seine-Ufer entlang und sogen die Stadt in uns auf. Wir hielten unzählige Schwätzchen mit Einheimischen und anderen Touristen. Das Betreten der Sehenswürdigkeiten haben wir aus unserem Programm gestrichen. Die Warteschlangen aus Sicherheitsgründen und wegen zu grossem Andrang waren einfach elendslang. Darum sind wir nicht auf das Turm von Notre-Dame geklettert, darum haben wir das Centre Georges-Pompidou, wie auch Versailles und Sacré-coeur nur umlaufen und die Atmosphäre genossen. Am Abend haben wir den Strassenmusikern zugehört und mein Jüngster ermahnte mich, nicht auf der Strasse zu tanzen und ich las in seinen Augen “Die Eltern können peinlich sein!!“.

In einem der hippsten Restaurants hat das Paar neben uns meinen Jüngsten aus ihrem Teller kosten lassen, damit er den Entscheid, was er bestellen sollte, treffen konnte. Dazu haben sie ihm erzählt, dass sie Tinguely und Nikki de Saint-Phalle kannten und mit ihm über Kunst diskutiert.

Nur die Schilder, die es da und zu dort gab, wie man sich bei Terroratacken richtig verhalten solle, gaben mir zu denken. Bei der Abreise war die Strasse die wir nehmen wollten abgesperrt und jemand rief, dass dort am Boden ein toter Obdachloser läge.

Paris hat uns inspiriert, berührt, zum Nachdenken gebracht und irgendwie gereinigt. Wir kehrten nach Hause mit vollen Herzen und reinen Seelen.

 

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