Michaela Merz

Was ist die Moral der Geschichte?

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422772_web_r_k_b_by_uli-carthauser_pixelio-deLisa war klug. Vielleicht nicht die beste in der Klasse aber immer an der Spitze.

Sie war klein und dünn. In der Pubertät gehörte sie nicht zum Objekt der Begierde der männlichen Mitschüler. Das nagte an ihrem Selbstvertrauen.

Die wenigen, respektive der Einzige, der Interesse gezeigt hat, hat ihr überhaupt nicht gefallen und jene, die ihr gefallen hätten, hatten keine Augen für sie.

 

So blieb Lisa viel Zeit zum Lernen und sie wurde in der Schule immer besser aber irgendwie auch immer unzufriedener. Sie hatte das Gefühl, das Leben schulde ihr etwas.

Nach der Schule ist sie sehr erfolgreich in das Berufsleben eingestiegen und machte vorwärts in ihrer Karriere. Nach ein paar Jahren blieb sie in ihrer Entwicklung stehen. Eigentlich hatte sie mehr erreichen wollen, aber egal wie sie es versuchte, die nächste Stufe blieb ihr verwehrt.

Nicht dass sie sich beklagen konnte, sie verdiente sehr gut und hat es verglichen mit ihren damaligen Gymnasium Kollegen am Weitesten gebracht. Aber ihre Ziele lagen höher und sie konnte sie nicht erreichen.

Und dann begegnete sie DEM RICHTIGEN. Sie verliebte sich mit voller Wucht und die Karriere schien nebensächlich zu werden. Der Richtige hatte einen handwerklichen Beruf und goldenes Herz. Lisa war glücklich.

Nach einem Jahr haben sie sich geeinigt zu heiraten. Es dauerte nicht lange und ein Baby kündigte sich an.

Eigentlich wäre nur logisch, dass der Richtige mit dem Nachwuchs zu Hause bleibt, da Lisa fast das Doppelte verdiente wie er. Es fiel aber beiden schwer. Und so ist Baby an drei Tagen in die Krippe gegangen und Lisa reduzierte auf 60%. Nach Geburt des zweiten Babys wurde Lisa alles zu viel. Da sich der Richtige selbständig machte und mehr abwesend als anwesend war, machte alles noch schlimmer. Der Richtige schlug vor, dass Lisa voll zu Hause bleibe. Sie stimmte zu. Seine Geschäfte liefen gut, da er ein sehr begabter Handwerker war. Da er aber gleichzeitig ein miserabler Geschäftsmann war, kam das Geld für seine Arbeit nicht.

Es wurde finanziell knapp bis sehr knapp bei ihnen, was dann den Richtigen dazu trieb noch mehr zu arbeiten, um die Familie ernähren zu können. Ihre Kommunikation wurde immer weniger und die Vorwürfe immer heftiger.

Irgendwann konnte Lisa nicht mehr und bat den Richtigen auszuziehen. Da das Geld zu gar nichts reichte, ist sie wieder zur Arbeit zurückgekehrt. Sie nahm eine 80% Stelle an und gab die Kinder in die Tagesschule. Ihr Lohn stieg schnell und war sehr gut. Nur die jüngeren Kollegen überholten sie rechts und links auf der Karriereleiter. Das machte Lisa unglücklich, aber ändern konnte sie es nicht wirklich.

Ich habe mich gefragt, was ist die Moral der Geschichte, aber ich glaube, das überlasse ich lieber euch.

Bildquelle: Uli Carthäuser  / pixelio.de

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