Michaela Merz


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Warum ich keine Angst vor grossen Tieren habe


 

Als ich 5 Jahre alt war, verbrachte ich den Sommer mit meiner Mutter und meiner Grossmutter in einem winzig kleinen Dorf bestehend aus 5 bewohnten Häusern. Es war mein letzter Sommer vor dem Eintritt in die Schule. Meine grösste Sorge damals war, dass ich ständig für einen Knaben gehalten wurde. Ich war winzig klein, hatte knapp 20 Kilo und kurz geschnittene Haare. Ich sah wie ein Junge aus, fühlte mich aber voll mädchenhaft. Meine Umgebung sah es aber nicht immer und nicht auf Anhieb. Continue reading


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Weihnachten


Als Kind habe ich mich wochenlang auf Weihnachten gefreut. Es war geheimnisvoll, verheissungsvoll und magisch.

Als Mutter kleiner Kinder habe ich mich gefreut. Die Freude der eigenen Kinder zu sehen war unbeschreiblich schön.

Die Geschenke, der geschmückte Baum, die perfekte Inszenierung. All das war wichtig.

Jetzt sind meine Kinder grösser und obwohl Weihnachten schön ist, die Magie des Glaubens hat sich bei ihnen verflüchtigt. Continue reading


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Die Geschichte der drei tapferen Prinzessinnen


Weil mein Jüngster wie ein Einzelkind aufwachst, ist es immer wieder notwendig jemand mitzunehmen, um einen Kameraden zum Spielen zu haben. Solange man spielt, wandert und etwas unternimmt ist das Heimweh kein Thema. Am Abend kann es aber kritisch werden und darum erzähle ich Geschichten. So ist auch die folgende Geschichte der drei tapferen Prinzessinnen entstanden. Continue reading


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Die Magie des Bärlauch


Ich finde die Pflanze faszinierend. Meine erste Begegnung mit ihr ist schon eine Ewigkeit her in meiner Kindheit. Meine beste Freundin sagte damals, dass sie mich an einen geheimen Ort führen würde, an den eine magische Pflanze wachse. Ich dürfe dies allerdings niemandem verraten und müsse das beim Leben meiner Eltern schwören. Woah, das war was! Meine Fantasie begann auf Hochtouren zu laufen und ich versuchte mir sowohl den Ort wie auch die magische Kraft der Pflanze vorzustellen. Farbige Bilder eines Urwalds voller Gefahren schossen mir durch den Kopf und ich wähnte mich in der Nähe eines magischen Krautes zu sein, das bis anhin der Welt verborgen geblieben war, aber die Kraft besitzt, so ohne weiteres die Welt von allen Krankheiten zu befreien. Continue reading


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Die letzte Wahl


Am Sonntag habe ich die Sonnenstrahlen in einem kleinen Café am Seeufer genossen. Mein Jüngster spielte auf dem nahegelegenen Spielplatz und ich hatte einen der seltenen Momente, wo ich einfach Leute rund um mich herum ziellos beobachten konnte.

Am Tisch neben mir sassen zwei ältere, zierliche Damen, eine mit einem kleinem Hut. Am nächsten Tisch sass ein Herr bei der Lektüre der Sonntagszeitung, dann ein jüngeres Paar mit verliebten Blicken und endlosen kleinen, hungrigen Berührungen, zwei junge, tratschende Freundinnen, herausgeputzt wie auf einer Modenschau, an zwei Gläsern Prosecco nippend. Continue reading


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Die glückliche Kindheit


Eugen wird 80 Jahre alt. Etwa einmal pro Jahr gehen wir zusammen Bier trinken. Respektive Eugen trinkt Bier und ich etwas Komisches wie Eugen meine nicht-alkoholischen Getränke nennt.

Eugen kennt mich seit meiner Kindheit und ich fand es mit ihm immer lustig. Auf die Abende mit ihm freue ich mich. Gestern sprachen wir über das Leben und plötzlich begann Eugen über seine Kindheit zu reden. Er hat mir schon ab und zu von seinem Vater erzählt, der kurz nach zweitem Weltkrieg an Tuberkulose starb. Ich kannte seinen Stiefvater, der ihn grossgezogen hatte und auch seine Mutter. Diese sind jedoch alle längst tot und nur paar schwarz-weiss Fotos können sie denen in Erinnerung rufen, die sie nie trafen. Continue reading


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Recht zu haben und Recht zu bekommen


745732_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.deLara hat ihre Wohnung gekündigt. Da Planung nicht zu ihren Stärken gehört, hatte sie bereits den Vertrag für die neue Wohnung unterschrieben. Das bedeutete, dass sie während vier Monaten zwei Wohnungen mietete. Lara ist nicht reich und beide Wohnung sind zwar eher günstig, aber wer kann und will schon zwei Mieten zahlen. Continue reading