Michaela Merz


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Ich arbeite


Die Anzahl meiner Arbeitgeber erhöht sich laufend. Das bedeutet, dass die Anzahl der Stunden, die ich pro Tag arbeite, laufend zunimmt. Leider spiegelt sich mein erhöhter zeitlicher Aufwand nicht in einem erhöhten steuerbaren Einkommen. Es ist halt so und besser wird es kaum. Ich gehe eher davon aus, dass es so weiter geht und dass meine Freizeit, wo ich wirklich das machen kann, wonach mir grad ist, zu einer Ausnahmeerscheinung wird.

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Berufsleben – Anerkennung


Ich bin lange im Geschäft. Nicht ewig aber schon ziemlich lange. Diesen September habe ich mein 20jähriges Jubiläum der Betriebszugehörigkeit gehabt. Ich hätte gerne gesagt gefeiert, aber das wäre gelogen gewesen, weil es keine Feier gab. 20 Jahre den gleichen Arbeitgeber zu haben, das ist heutzutage eine gefühlte Ewigkeit. Ich hätte es selbst nicht mal bemerkt, hätte ich nicht eines schönen Tages auf meinem Pult eine Box mit Wein gefunden. Continue reading


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Luna – der Hund


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Es war um die Jahrhundertwende. Der Arbeitsmarkt in Zürich war trocken wie ein Flussbett in Afrika vor dem grossen Regen. Mein kleines Team hat verzweifelt nach einer kaufmännisch ausgebildeten Assistentin gesucht. Wir konnten weder Traumlohn, noch Prestige noch sonstige wahnsinnige Vorteile bieten. Unser Trumpf war ein gutes Teamklima, Wertschätzung und Flexibilität. Dennoch meldete sich auf unsere Anzeige niemand. Mein Frust wuchs fast täglich. Als mich dann Natalie angerufen hat und sich für die Stelle interessierte, war meine Freude riesig. Sie sagte, dass sie sich vorstellen kommt aber eine Bedingung hat, nämlich dass ihre Hündin Luna sie zur Arbeit begleiten darf. Sofort versicherte sie mir auch, dass ihre Luna der bravste Hund auf dieser Erde sei, nie belle, absolut gehorche und ausserdem extrem liebenswürdig sei. Continue reading


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Tante Martha


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Ich bin privilegiert. Die Leute, die mit mir zusammenarbeiten, sind es ebenfalls. Wir haben eine spannende, herausfordernde Arbeit. Wir beschäftigen uns mit Sachen, die vielleicht in einem Monat als Wirtschaftsereignis des Monats auf dem Titelblatt der Wirtschaftszeitung stehen. Wir sind umgeben von hochmotivierten, klugen, erfahrenen Leuten, bei denen man das gesamte Wissen über Wirtschaft mit einem einfachen Telefonat abholen kann. Wir werden gefördert, weitergebildet, zu gefragten Spezialisten gemacht. Gleichzeitig hat das Team einen starken Zusammenhalt, hilft sich gegenseitig und steht einem bei, wenn es mal schwierig wird. Continue reading


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Alma und das Gesetz, das keine Ausnahmen toleriert


592855_web_R_by_birgitH_pixelio.deAlma hat Vieles erreicht, wovon andere nur träumen könnten. Eine Karriere in einem mittelgrossen Betrieb bis in die Geschäftsleitung und das als einzige Frau. Eine intakte, funktionierende Familie mit fleissigem Ehemann in einer ähnlichen beruflichen Stellung wie sie. Ein unproblematisches Kind, das gute Noten nach Hause brachte, sich anständig benahm und selten Anlass zu Ärger gab. Continue reading


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Das T-Shirt


Ich bin beruflich unterwegs. Mal mehr, mal weniger, mal nur in der nächsten Stadt und mal auf einem anderen Kontinent. Meine Arbeit macht mir unendlich viel Spass und ich halte mich für sehr privilegiert, so ein Glück zu haben. Continue reading


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Die Geschichte von Robert


OLYMPUS DIGITAL CAMERARobert war der Eigentümer der alten Schule. Die Traditionen wurden hoch gehalten, für die eigenen Leute hat man immer geschaut, weil Loyalität das oberste Gebot war. Trotzdem oder deswegen war Robert sehr erfolgreich und sein Handelsunternehmen mit Orientierung nach Osteuropa florierte. Robert war überall dabei, mischte sich ein und wollte immer Bescheid wissen. Sein Arbeitstag war selten kürzer als 12 Stunden und Arbeit am Wochenende war keine Ausnahme. Seine Firma war seine Berufung, sein Leben und sein Hobby. Für seine Zwillings Jungs blieb ihm wenig Zeit. In den Ferien war er so gut wie nie mit ihnen. Continue reading