Karl and his mother


They were always very short of money. As long as Karl could remember, at the end of every month there had been a yawning hole in his mother’s housekeeping budget, the result of which was that he had to take stale bread for his snack or in the worst case no bread at all. But Peter, Karl’s classmate, always shared his sandwich with Karl. So Karl was never really hungry. Read More »

Karl und seine Mutter


Das Geld war bei ihnen immer knapp. Soweit sich Karl zurück erinnern konnte hatte es am Ende jedes Monats eine gähnende Leere in Mutters Haushaltskasse gegeben, die dazu geführt hatte, dass er uraltes Brot zum Znüni mitnehmen müsste oder im schlimmsten Fall gar kein Brot. Aber Peter der Schulnachbar von Karl hat immer mit Karl sein belegtes Brot geteilt. Read More »

Alopecia areata (Kreisrunder Haarausfall) oder wozu Latein auch noch gut ist


Dita war 16 Jahre alt als sie das erste Mal eine kleine runde kahle Stelle hinten auf dem Kopf versteckt in ihrem Haaren bemerkt hatte. Das war soweit gar nicht so schlimm, weil Dita hatte lange dicke Haare und diese Stelle war so geschickt versteckt, dass es eigentlich kein Mensch je sehen konnte. Auch Dita hat die Stelle nicht gesehen, sondern eigentlich erst ertastet. Read More »

Alopecia areata (circular bald patch) or where Latin is still useful


Dita was 16 when she first noticed a small round bald patch on her head hidden by hair. That was not so bad, because Dita had long thick hair and this patch was so cleverly hidden that nobody could see it. Dita also didn’t see it, but really first felt it. When you are 16 years old and puberty is at its peak, your appearance is your be all and end all. A bald girl, even if the bald patch can be hidden, is a girl with a blemish. Dita was worried. Read More »

Leningrad damals, St. Petersburg heute oder wie ich den Kuss von Rodin verpasst habe


Damals war ich auf Studentenaustausch in Leningrad. Jahrzehnte ist es her und die Stadt heisst mittlerweile St. Petersburg. Damals wie heute habe ich in der Nähe des Zentrums gewohnt. Unser Studentenheim von damals war fünf Stockwerke hoch. Der Schlafsaal hatte Platz für 30 Mädchen. Duschräume gab es im vierten Stock für die Mädchen und im zweiten Stock für die Knaben. Spartanisch war die Einrichtung.

Um neun Uhr abends schloss die Pförtnerin das Haupteingangstor und wer nicht drin war, musste bis um sechs Uhr morgens warten, bis es wieder aufgeschlossen wurde. Für eine zwanzigjährige aufstrebende Ökonomin wie ich es damals war, schrie diese Regel nach nicht Befolgung. Es dauerte nicht lange und ich fand heraus, dass der Keller unseres Heimes mit dem Keller des Hauses daneben verbunden ist. Das andere Haus blieb die ganze Nacht offen. Die Weg in den Keller war zwar mit einem Gitter versperrt, da ich aber wahrscheinlich weder die erste noch die letzte war, die diese jugendfeindliche Regel nicht befolgte, liess sich einer der Stäbe des Gitters verschieben. In jungen Jahren, wenn man ganz schlank ist, ein perfekter Durchgang.Read More »

Grindelwald – 50 Jahre Pfingsteggbahn


Die Luftseilbahn Pfingsteggbahn feiert am 2. Juli 2017 ihr 50jähiges Bestehen. Die Preise sein wie anno 1967:
3.60 SFr. einfach, 5.40 SFr. retour. Ein Schnäppchen. Der Rest ist gratis: der Eigerblick, die Alpenluft, nette und kernige Einheimische, eine Gelassenheit die den Städtern fehlt, die fantastische Aussicht ins Tal, die Rodelbahn, der Spielplatz, das Glockenkonzert von weidenden Kleinziegen, die Alpenbeiz und vielleicht ein paar übende Jodler.Read More »

Kunst


Unterwegs mit dem Velo entlang der wilden Maggia im Tessin haben wir mit meinem Jüngsten den freien Tag, die wärmende Sonne, die frische Luft und den Duft der sommerlichen Natur genossen. Es gibt immer etwas zu entdecken und so dauerte es nicht lange und nach etwa einer halben Stunde bremste mein Jüngster bei einem Stein Mosaik am Rande des Velowegs.Read More »

Work-Life in Balance?


Ich habe drei Kinder, seit dem letzten Jahrtausend eine 100% Stelle und einen anspruchsvollen, erfüllenden Job. Man könnte sagen, ich habe es geschafft die heiss diskutierte Work-Life Balance zu finden und zu leben.Read More »

Der kleine Junge aus Oerlikon


Es war ein unglaublich schöner, warmer Nachmittag im späten Mai. Ich bin langsam zu Fuss nach Hause gegangen. Ein Luxus. Normalerweise hetze ich, um rechtzeitig zu Hause zu sein, aber heute war mein Jüngster mit Kollegen schwimmen und ich wusste er kommt spät. Ich musste mich nicht beeilen. Es wartete niemand auf mich.

Ich überquerte den Marktplatz und beobachtete die blühenden Bäume in ihrer unglaublichen Pracht. Die Luft roch nach einer Mischung aus Lindenblüten, Gräsern und leicht süsslich. Es war überhaupt nicht penetrant sondern einladend und besänftigend. Meine Seele und mein Körper waren in wunderbarem Einklang und ich genoss den Augenblick der Unbeschwertheit.

In diese einzigartige Harmonie drang plötzlich eine schimpfende kindliche Stimme. Der Ton war belehrend, herrisch und fast aggressiv. Die Worte waren grob, verletzend und teilweise sogar vulgär. Read More »

Unser Besuch in Ulm


Mein Jüngster (10 Jahre alt) hat den Wunsch geäussert den höchsten Kirchturm der Welt zu besichtigen. Er sagte, dieser wäre in Ulm. Ich war noch nie im Ulm, geschweige denn wusste ich, dass es dort ein architektonisches, kirchliches Baujuwel befindet, das noch dazu das höchste auf dieser Erde ist. Mein Jüngster interessiert sich normalweise eher für Lego und der Besuch vom Legoland wurde schon gewünscht. Den Wunsch einen Kirchturm in weiter Entfernung zu besteigen, hat er bisher noch nie gehabt.

Klar bin ich gefahren, obwohl es über 2 Stunden Autofahrt waren. Zum einem war ich selber neugierig und zum zweiten wollte ich sein Interesse für die Architektur unterstützen. Dazu klettern wir beide gerne, und die Vorstellung den höchsten Kirchturm unter die Füsse zu nehmen, war mehr als reizvoll.

Und ehrlich, falls ihr noch nie in Ulm ward, ich kann es nur empfehlen. Das Ulmer Münster muss man gesehen haben. Es ist imposant, wunderschön und hat eine riesengrosse Kapazität für 20’000 Leute. Man muss sich vorstellen, dass die Stadt zu dem Zeitpunkt als das Fundament gelegt wurde, gar nicht so viele Einwohner gehabt hat. Das wäre wie wenn Zürich heute einen Hörsaal für zwei Milllionen Besucher bauen würde.

Wir haben zuerst das Innere des Münsters besucht. Es ist ein überwältigendes Gefühl, das man hat, wenn man drin steht und sich satt sieht an allen Statuen, Abbildungen und Holzfiguren. Der Raum wirkt luftig und erlaubt der Seele zu fliegen. Mir haben es die Holzfiguren auf dem Chorstuhl sehr angetan. Wir sind von einer zu der nächsten gewandert und haben sie studiert. Wir haben darüber nachgedacht, was waren das wohl für Leute, die da abgebildet sind, was für Schicksale stecken dahinter?

Eigentlich war das alles aber nur das Vorspiel zum Aufstieg. Und der Aufstieg hat es in sich gehabt. Der Turm ist 161 m hoch. Der nächstgrössere Turm ist der Kirchturm in Köln mit 157m, gefolgt von jenem in Strasbourg (142 m) und Wien mit fast 137m (auf den wir schon mit meinem Jüngsten geklettert sind). Es sah für uns nach einem Wettbewerb im Sinne von: „Wer baut den höchsten Turm aus“ aus.

Auch wenn die Beweggründe damals vielleicht nicht gar so edel waren, das Resultat ist atemberaubend in doppeltem Sinne. Um auf den Turm zu gelangen, muss man die steinerne Treppe Stufe für Stufe aufwärts nehmen. 768 Tritte sind es bis zur Spitze bis zu dem winzigen Balkon ganz oben, der so eng ist, dass ein Ausweichen ohne intensiven Körperkontakt gar nicht möglich ist. Dieser Balkon ist vielleicht in 150 Metern Höhe und die Treppenstufen sind steil. Auch wenn die Kondition nicht die beste ist, die Motivation nach oben zu kommen und von der Spitze über die Stadt zu schauen, verleiht Flügel. Ich halte mich für schwindelfrei, aber diese schmale Treppe mit den Fenstern und der Aussicht über viele Kilometer verlangte danach, das innere Unbehagen zu überwinden. Aufgeben wäre mir nicht in den Sinn gekommen, aber mit dem Tempo meines Jüngsten mitzuhalten war schon eine Herausforderung. Und der war nur vom Gedanken getrieben, so schnell wie möglich oben an zu kommen.

Der Blick in die Weite von dem kleinen Balkon ist phänomenal. Von der Altstadt ist nicht viel übrig geblieben, weil die Alliierten die Stadt am 17.12.1944 in Schutt und Asche gelegt haben. Das Münster blieb unversehrt. Wenn das keine Absicht war!

Nach dem Abstieg signalisierte mein linkes Knie, dass ich es überfordert hatte. Aus den Gesprächen rund um mich verstand ich, dass es nichts mit meinem Alter zu tun hat, sondern dass es den Anderen, die den Aufstieg ebenfalls absolviert hatten, gleich geht. Es fühlte sich an, als ob ich die uralte Nähmaschine meiner Urgrossmutter benutzen würde, auf der man noch regelmässig treten musste, um überhaupt nähen zu können. Das Knie zitterte und machte so eine komische, unkontrollierbare Bewegung. Glücklicherweise nur kurz.

Im nahen Klostergarten Weiblingen hat sich dieses Wochenende das Mittelalter ausgebreitet. Und so haben wir unseren Ausflug mit Bogenschiessen, Gauklern, mittelalterlicher Musik, Pergamentherstellung, Mäuse-Vorhersagen und vielen anderen spassigen Sachen abgeschlossen. Nach Hause und zurück in die Gegenwart hat es uns nicht wirklich gelüstet. Aber ebenso wie die Türme nicht bis zum Himmel wachsen, so gehen auch lustige Sachen einmal zu Ende.

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