Michaela Merz

Kunst

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Unterwegs mit dem Velo entlang der wilden Maggia im Tessin haben wir mit meinem Jüngsten den freien Tag, die wärmende Sonne, die frische Luft und den Duft der sommerlichen Natur genossen. Es gibt immer etwas zu entdecken und so dauerte es nicht lange und nach etwa einer halben Stunde bremste mein Jüngster bei einem Stein Mosaik am Rande des Velowegs.

 

Was wir da sahen war eine beeindruckende Arbeit, die ich sofort gerne in meinem eigenen Garten haben würde. Jemand musste unzählige Stunden investiert und kiloweise Steine angeschleppt haben, um dieses wunderbare Mosaik im Schatten der Bäume zu kreieren. Wir beide standen da, bewunderten die Arbeit und studierte ihre feine Nuance. Da hielt ein anderer Velofahrer an und stellte sich neben das Mosaik. Hier hat jemand etwas geschaffen, was die Herzen Tausender erfreut, ohne Eintritt zu kosten.

Ich drehte mich zu dem älteren Velofahrer, grüsste ihn und sagte, dass es wunderschön sei und ich zu gerne gewusst hätte, wer und warum es hier gemacht hatte. Er lachte erfreut und sagte, dass er es gebaut hatte. Seine Antwort überraschte mich. Ich wollte mehr von ihm wissen.

Er erzählte, dass er aus Elsass stamme, jahrelang in verschiedene Hotels mit seiner Frau gearbeitet hatte und nach der Pensionierung ins Tessin umgezogen ist. Vor drei Jahren hat er mit dem Bau des Mosaiks begonnen und Steine in verschiedenen Grössen und Farben von seinen Velotouren mitgebracht. Ich war tief beeindruckt. Ich wollte wissen, ob es je jemand beschädigt hatte.

Er lachte und sagte, dass es nie vorgekommen sei. Nur den schönen weissen Stein in der Mitte hat jemand einmal geklaut. Mein Vertrauen in das Gute der Menschheit wurde durch seine Aussage sehr bestätigt. Ich bin gerne Mitglied, wo man das Schöne achtet und fremde Arbeit schätzt.

Ich wollte ihn neben seiner Arbeit fotografieren, aber er weigerte sich. Mein Werk sollte sprechen, der Erbauer ist ohne Bedeutung, sagte er und beeindruckte mich noch mehr mit seiner offenen Bescheidenheit.

Dann schaute er uns prüfend an, wie um sicher zu sein, ob wir des Wissens würdig sind und schlug uns vor, uns andere Kunstwerke zu zeigen. Wir folgten ihm ins wilde Gebüsch und nach ein paar Minuten sind wir vor den nächsten Kunstwerken aus Holz gestanden. Diese Kunstwerke standen teilweise unter dem Baum, der voll mit jenem wundersamen Gespinst einer hochgiftigen Raupe war.

Die Natur als Wächter über die Kunst. Das gefiel mir noch besser. Wir hörten ihm noch eine Weile lang zu, genossen der Ort und das Geschaffene und mit gutem Gefühl haben wir uns verabschiedet.

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Es wartete das 14te Strassenkunst-Festival in Ascona auf uns. Und dieses Festival ist wirklich herrlich. Man hält sich den Bauch vor Lachen, wird hochgenommen und veräppelt, aber immer auf eine wohlwollende und liebevolle Weise. Wir bewunderten die artistischen Höhepunkte, erfreuten uns an den lustigen Einfällen, beobachteten wie sich Otto Basotto in einen aufblasbaren Ballon hineinzwang und vieles mehr.

Es war so leichtfüssig und befreiend. Es war befriedigend zu dieser Gemeinschaft dazu gehören und stundenlang zu Lachen.

Dort wo Kunst viel Raum hat und geschützt und gefördert wird, sind wir gerne dabei. Dort kann die Seele fliegen.

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