Michaela Merz

So verliert man Kunden

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Ich liebe UNIQLO. Das ist der Laden, der Roger Federer seit Neuestem einkleidet und der Laden, den es in der Schweiz nicht gibt.

Ich entdeckte UNIQLO zufällig, als ich in New York unterwegs war. Ich war zu Fuss von einer Kundenbesprechung in Richtung meines Hotels unterwegs und es begann wie aus Kübeln zu regnen. Ich hatte keinen Schirm dabei und brauchte Schutz und der nächste Eingang war jener von diesem Laden. Ich habe Shopping nicht gern. Respektive bei der Vorstellung, dass ich mir wieder mal Kleider kaufen muss, bekomme ich eine Gänsehaut. Die Vorstellung, dass ich mich ausziehen und anziehen und dann noch mal ausziehen und nochmals anziehen muss und trotzdem passt nichts, ist einfach unerträglich.

Das, was sie in diesem Laden verkauft haben, hat mich jedoch fasziniert und ich habe mir im Laufe der Jahre einiges bei ihnen gekauft. Jetzt war ich mit meinem Jüngsten in London und erinnerte mich, dass er paar neue Hosen brauchte. In der Schweiz haben wir kaum Zeit solche Einkäufe zu machen. So habe ich ihm vorgeschlagen, dass wir bei UNIQLO schauen gehen. Und tatsächlich, sie hatten Hosen die ihm passten und ihm gefielen. Wir nahmen gerade drei Paar. Das einzige Problem war jedoch, dass sie zu lang waren. Was für eine nette Überraschung, als sie uns bei der Kasse mitteilten, dass sie sie für ihn kürzen werden und dass dies sogar im Preis inbegriffen wäre. Das einzige Problem war, dass es am letzten Tag des Jahres war und sie den Laden schon um sechs Uhr abends schliessen. Schlussendlich wollen sie auch Silvester feiern. Bis dahin werden sie es aber nicht schaffen, die Hose zu kürzen. Aber am 1. Januar würden sie um 10 Uhr öffnen und wir können die Hosen dann abholen. Das war auch die einzige Möglichkeit, weil unser Flugzeug Richtung Schweiz startete um die Mittagszeit.

Am 1. Januar hetzten wir also zu UNIQLO, bekamen die drei Paar Hosen und eilten zum Flughafen. Erst zu Hause stellten wir fest, dass die Hosen gar nicht gekürzt worden waren. Ich setzte mich an den Computer und schrieb UNIQLO ein Mail. Der Inhalt war in etwa, dass ich ihre Produkte sehr gerne habe aber dass sie mich mit dieser Aktion sehr verärgert hatten. Wenn wir gewusst hätten, dass es nicht geht die Hose zu kürzen, wären wir am 1.1. einfach länger im Bett geblieben. Es kam eine automatische Mail «Danke für Ihre Mail. Wir werden uns bald bei Ihnen melden.» Dann passierte lange nichts und Ende Januar schliesslich, kam eine Mail mit keinem Wort der Entschuldigung aber dafür 10 Fragen, die ich bitte gefälligst beantworten sollte.

Bei UNIQLO gedenke ich weiterhin einzukaufen, hoffentlich bald in der Schweiz. Um UNIQLO London aber mache ich lieber einen Bogen.

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