Michaela Merz


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So verliert man Kunden


Ich liebe UNIQLO. Das ist der Laden, der Roger Federer seit Neuestem einkleidet und der Laden, den es in der Schweiz nicht gibt.

Ich entdeckte UNIQLO zufällig, als ich in New York unterwegs war. Ich war zu Fuss von einer Kundenbesprechung in Richtung meines Hotels unterwegs und es begann wie aus Kübeln zu regnen. Ich hatte keinen Schirm dabei und brauchte Schutz und der nächste Eingang war jener von diesem Laden. Ich habe Shopping nicht gern. Continue reading


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Dublin – Zürich


Ich fliege mit dem Flug um 6.40 Uhr von Dublin nach Zürich. Die Reception kann am Vorabend keine Rechnung ausstellen aber als Kundenservice bieten sie mir, dass sie mich wecken werden. Ich sage ok und gebe 4.45 Uhr an.

Am Morgen wache ich aber schon um 4.15 Uhr auf und erledige alle Mails, die seit gestern Abend gekommen sind. Ich bin fertig und vorbereitet und wundere mich, warum das Hoteltelefon nicht geläutet hat. Erst jetzt merke ich, dass auf dem Telefon ein Licht leuchtet und auf dem Telefonbeantworter eine Nachricht hinterlassen wurde. Das Telefon läutete aber nicht. Eine sonderliche Art und Weise wie man Gäste weckt.

Das Hotel bereitete mir aber einen Papiersack mit Frühstück. Das ist sehr nett und aufmerksam. Eine gute Entschädigung für die Panne mit dem Wecker.

Es regnet und das bestellte Taxi ist schon da. Der Taxifahrer steigt aber nicht aus. Schliesslich regnet es. Die Devise ist Selbstbedienung. Ich öffne den Kofferraum, um den Koffer zu versorgen. Bei der Ankunft erhöht der Taxifahrer die Taxe um eine Tunnelgebühr. Aber durch einen Tunnel sind wir gar nicht gefahren, es war auch nicht nötig. Ich habe aber keine Lust mit ihm zu streiten. Es regnet weiterhin, er macht aber wieder keine Anstalten auszusteigen und mir mit dem Koffer zu helfen. Mache ich es also selber und lasse den Kofferraum mit Absicht offen. Das ist nicht nett aber betrogen und schlecht behandelt zu werden, das ist zu viel des Guten.

Gestern bin ich mit Uber in Dublin gefahren. Das Auto war sauber und toll, der Fahrer extrem hilfsbereit und zuvorkommend. Da ist die Wahl zwischen dem offiziellen Taxi und Uber einfach.

Der Automat für den Druck der Kofferetikette am Flughafen funktioniert nicht. Ich muss anstehen. Da der Papiersack mit dem Frühstück nass wurde, fallen alle Sachen auf den Boden. Ich stelle fest, dass ich eine Glasflasche mit Wasser, einen Apfel, Joghurt und und ein Sandwich bekommen haben. Alles rollt am Boden. Ich sammle es auf.

Der Joghurt in Bechergrösse 125 ml wurde mir bei Einchecken weggenommen. Es liegt über 100 ml. Ich wusste es und versuchte es dennoch in der Hoffnung, dass der menschliche Verstand funktionieren könnte. Hat er nicht.

Aus dem gemütlichen Frühstück wurde somit nichts. Eine weitere Reiseerfahrung, die ich mir gerne erspart hätte.

Bildquelle: Mich Rittmann / pixelio.de


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Leningrad damals, St. Petersburg heute oder wie ich den Kuss von Rodin verpasst habe


Damals war ich auf Studentenaustausch in Leningrad. Jahrzehnte ist es her und die Stadt heisst mittlerweile St. Petersburg. Damals wie heute habe ich in der Nähe des Zentrums gewohnt. Unser Studentenheim von damals war fünf Stockwerke hoch. Der Schlafsaal hatte Platz für 30 Mädchen. Duschräume gab es im vierten Stock für die Mädchen und im zweiten Stock für die Knaben. Spartanisch war die Einrichtung.

Um neun Uhr abends schloss die Pförtnerin das Haupteingangstor und wer nicht drin war, musste bis um sechs Uhr morgens warten, bis es wieder aufgeschlossen wurde. Für eine zwanzigjährige aufstrebende Ökonomin wie ich es damals war, schrie diese Regel nach nicht Befolgung. Es dauerte nicht lange und ich fand heraus, dass der Keller unseres Heimes mit dem Keller des Hauses daneben verbunden ist. Das andere Haus blieb die ganze Nacht offen. Die Weg in den Keller war zwar mit einem Gitter versperrt, da ich aber wahrscheinlich weder die erste noch die letzte war, die diese jugendfeindliche Regel nicht befolgte, liess sich einer der Stäbe des Gitters verschieben. In jungen Jahren, wenn man ganz schlank ist, ein perfekter Durchgang. Continue reading


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Miami


493904_web_R_K_B_by_Hans-Dieter Buchmann_pixelio.deIch reise viel und habe schon viele grossartige Orte besucht, fantastische Gastfreundschaft genossen und städtebauliche Meisterwerke sowie Naturwunder entdeckt. Es passiert jedoch nicht oft, dass meine Erwartungen derart übertroffen werden wie es in Miami geschehen ist. Warmes, blaues Wasser, umrandet von weissen Stränden, eingetaucht in eine Ozeanbriese – das sind die unendlichen Strände in Miami. Continue reading


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Ohmsches Gesetz


Ich kam nach Hause. Im Briefkasten ein Couvert. Es war noch an die alte Adresse gesendet worden. Wir sind vor 4 Jahren umgezogen. Ich erwartete keine spezielle Post. Ich öffne das Couvert und die Welt wird nie mehr so sein wie vorher. Herr Ivan Tomek ist gestorben. Wenn man sehr jung ist, ist der Tod etwas sehr Abstraktes. Die Grosseltern, die ich sehr geliebt habe, und ihr Tod liegen weit weg. Es tat mir damals sehr, sehr leid, aber es hat mein Welt nicht im Grundsatz erschüttert. Continue reading