Michaela Merz

Warum ich Uber fahre

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Ich bin viel unterwegs, oft im Ausland. Ohne Taxi geht es oft gar nicht. Aber meine Erfahrungen mit Taxis sind sehr gemischt und leider viel zu oft nicht nur positiv. Die Fahrzeuge sind dreckig und stinken nach Zigaretten. Die Fahrer sind unhöflich. Auf meinen Bitten, die Fenster zu schliessen oder das Radio auszuschalten, wird nicht eingegangen. Die Koffer muss ich selbst ein- und ausladen, die Kreditkarte wird verweigert und Bargeld verlangt. Das Schlimmste ist, ich komme mich betrogen vor, wenn ich die Strecke schon einmal gefahren bin und plötzlich ist sie um einiges teurer und wer weiss, wie es dort abläuft, wo ich die üblichen Preise nicht kenne. Taxi fahren rund um die Welt ist wie eine Wundertüte, es kann toll sein aber es kann ein schreckliches Erlebnis mit hohem Frustrationslevel sein. Die Chance stehen in etwa 50/50 und sehr oft ist das höchste Gefühl, dass es einfach mal ok war.

Vor paar Jahren war ich mit meinem Arbeitskollegen in Miami. Wir wollten vom Hotel zum Flughafen fahren und zurück nach Zürich fliegen. Bei dem Portier ein grosser Strauss von Leuten, die auf ein Taxi warteten und kein Taxi in Sicht. Mein Kollege sagte nur, das ist doch kein Problem, tippte in seinem Telefon herum und innerhalb von 5 Minuten kam ein grauer BMW, die Anderen warteten verzweifelt weiter. Wir stiegen ein. Das Fahrzeug war blitzblank sauber, der Fahrer ausgesprochen nett und am Ende zahlte mein Kollege nichts, sondern sagte, dass es von der Kreditkarte abgebucht werde. Ich war tief beeindruckt. So lernte ich Uber kennen und lud die App runter. Aber ich benutzte sie nicht, weil die Meldungen über Uber in der Presse fast ausschliesslich negativ waren. Ich wollte nicht mit meinem Verhalten zur Ausbeutung der Fahrer beitragen. Ich sammelte weiterhin frustrierende Erlebnisse rund um die Welt vergleichbar mit meinen Erfahrungen kürzlich in Dublin bis ich einmal nachts in der Mitte von Princeton stand und nicht wusste, wie ich zu einem Taxi kommen sollte. Weit und breit war kein Taxi zu sehen, es regnete heftig, ich war hundemüde mit Jet lag und wollte nur ins Bett. Da kam mir Uber in den Sinn und ich bestellte. Und da wiederholte sich mein Erlebnis aus Miami. Das bestellte Fahrzeug zum im Voraus bekannten Preis kam im 5 Minuten, es war sauber, der Fahrer war sehr nett und wir haben uns gut unterhalten. Alles klappte und es war wieder eine tolle Erfahrung.

Ab dann bin ich abwechslungsweise mal mit dem Taxi und mal mit Uber gefahren. Das Problem war, dass mit Uber die Erfahrung immer gleich war. Ein netter Fahrer, ein sauberes Fahrzeug, der im Voraus bekannte Preis war um Einiges tiefer als bei der Taxifahrt, keine bösen Überraschungen. Beim Taxifahren war es mal so und mal so. So begann ich meine Uber Fahrer mit Fragen zu durchlöchern. Ich lernte, dass sie 20% von dem was sie verdienen, Uber abliefern müssen. Dass sie selbst für ihre soziale Absicherung schauen, aber dass sie alle ihren Job sehr schätzten. Die Flexibilität, die Freiheit, der Verdienst – es scheint für sie zu stimmen.

Jetzt fahre ich einfach Uber. Ich bewerte meine Fahrer und sie bewerten mich als Kunde. Zurzeit habe ich das maximale Rating. Jeder muss für sich entscheiden. Ich habe negative Überraschungen nicht gern, mit Uber kann ich sie voll vermeiden. Und falls man ein Trinkgeld geben will und dem Fahrer einen direkten Beitrag in seine Pensionskasse leisten will, kann man es via App oder in cash machen. So hat man auch die Sicherheit, wo das Geld schlussendlich landet.

http://www.ringo.zone  / pixelio.de

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