Michaela Merz

TCS – die schnelle pragmatische Hilfe, die auf sich warten liess

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586266_web_R_by_Dominik Pöpping_pixelio.deIch fahre nicht wirklich gerne Auto. Für mich ist es ein Mittel, um von einem Ort an einen anderen Ort zu gelangen. Sofern mir es der Preis erlaubt, werde ich sicher eine der ersten sein, die ein automatisch gesteuertes Fahrzeug erwirbt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich anschliessend diese Automaten rasant ausbreiten werden. Die Versicherungsprämien bei selbstgesteuerten Fahrzeugen werden nämlich in den Himmel schiessen und ökonomisch die Leute dazu zwingen das eigene Lenken aufzugeben. Schlussendlich ist heute menschliches Versagen das schwache Glied im Verkehr. Vielleicht wird es in der Zukunft so Motorfahrzeugparks geben, wo man sein Bedürfnis nach selber steuern ausleben wird können. Vielleicht werde ich in 20 Jahren meinen Grosskindern erzählen wie es war als alle Autos noch durch Menschen gesteuert wurden.

Ich war mit dem Auto mit meinem Kleinen unterwegs zu meiner Mutter. Das sind mehr als 600 km über mehrheitlich deutsche Autobahn. Ich investiere in Sicherheit und mein Auto hat ziemlich alles, was die moderne Technologie für die Erhöhung der Sicherheit bietet. Alles ist gut gegangen und wir waren knapp 40 km vom Haus meiner Mutter entfernt. Da gab es ein lautes Geräusch und das Auto begann sich wie ein Boot am See mit hohen Wellen zu verhalten. Es schlingerte rechts und links und unser Glück war, dass die Strasse völlig leer war und wir niemandem und nichts touchierten. Ich war ziemlich schnell unterwegs, etwa mit 180 km/h, aber ausser das Lenkrad festhalten und bremsen konnte ich nicht viel machen. Mein Schutzengel war im Dienst und somit konnte ich auf dem Pannenstreifen anhalten und mich vergewissern, dass der Pneu kaputt war.

Dann begann das grosse Warten. Ich dachte ich bin gut und zuverlässig versichert und die Hilfe ist in der Nähe, aber dem war nicht so. Alle Leitungen meiner Versicherung waren an diesem Samstagabend besetzt und ich befand mich in der Warteschleife. Inzwischen hatte ich meinen Standort lokalisiert, Sicherungsmassnahmen umgesetzt, die nächste Ausfahrt gefunden und meinen Junior am Hang oberhalb zu der Strasse gesetzt. Auf dem Pannenstreifen wurde es aber unheimlich. Die vorbeirasenden Fahrzeuge erzeugte Wellen, die jedes Mal das abgestellte Fahrzeug durchschüttelten. Sobald es dunkel wird, wird es da wirklich gefährlich, dachte ich. Ich setzte mich ins Auto und fuhr langsam auf dem Pannenstreifen zu der 2 Kilometer entfernten Autobahnausfahrt. Ich dachte das Rad würde es ohne weiteres durchhalten.

Es dauerte 3 Stunden bis der Abschleppwagen kam. Eine Hilfe vor Ort Samstag am Abend ausgeschlossen. Mit Glück würde ich mein Fahrzeug vielleicht am Dienstag wieder haben.‎ Das war alles ziemlich ernüchternd. Es zeigte sich, dass eine schnelle pragmatische Hilfe wie ein Radwechsel ein Wunschdenken weit weg von der Realität war. Ich rief meine Kindheitskollegin an, die im Haus neben meiner Mutter wohnt mit der Bitte, uns und unsere Sachen abzuholen.

Wir sind gesund mit fast 4 stündiger Verspätung bei meiner Mutter angekommen. Das war das einzige was zählte. Mein Vertrauen in die Technik und die schnelle erste Hilfe wurde böse erschüttert. Und vielleicht ist es gut so, ich werde wahrscheinlich nie mehr wieder 180 km/h fahren, wenn jemand anders in meinem Fahrzeug sitzt. Sich selber zu gefährden, wenn ein Reifen bei solcher Geschwindigkeit platzt, ist eine Sache, aber jemand anderen? Nie!!!

Bildquelle: Dominik Pöpping / pixelio.de

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