Michaela Merz

2 Sünden des Schweizer Kinos

1 Comment

Wir waren mit meinem Kleinstem (7) in den letzten zwei Monaten oft im Kino. Wenn das Wetter regnerisch, neblig und unfreundlich ist, gibt es einen wunderbaren Grund sich in gepolsterte Kinosessel zu senken und das Geschehen auf der Leinwand voller Emotionen zu verfolgen. Der Anfang unserer Wahl beginnt am Computer, wo wir uns das Kinoprogramm und alle relevanten Trailer anschauen. Komisch nur, dass die grosse Mehrheit der Trailer, die witzigsten und eindrucksvollsten Szenen zeigen. Schade nur (und das kommt ab und zu leider auch vor), wenn das dann die einzigen witzigen und wirklich guten Szenen sind. Gut, wir haben alle Trailer zu den Filmen, die in unserer Nähe gespielt werden, angeschaut und nach langer Diskussion entschieden, welchen der Filme wir beide gemeinsam sehen werden.

Das Schweizer Kino hat eine fürchterliche Eigenschaft und die heisst Pause. Ich hasse diese Pausen. Meistens, wenn es sehr spannend ist und man gar keine Lust hat unterbrochen zu werden, erscheint auf der Leinwand ein dämliches Bild mit einem „Glace“. Und das auch im Winter!! Ich muss sagen, dass es in vielen Ländern anders gemacht wird. In Prag, London fasst man alles, was man zu trinken und essen mitnehmen will im Voraus und kann anschliessend ungestört lachen, oder weinen ohne Unterbrechung. Ich frage mich jedes Mal, ob die Schweizer Kinos so mehr Umsatz mit dem Verkauf von Esswaren generieren, aber ich habe meine Zweifel.

Die zweite Sünde, die weltweit verbreitet und nicht tot zu kriegen ist, sind alle die Titel. Ich will gerne glauben, dass es irgendwo zwei drei Kenner gibt, die wissen wollen, wer der zweite Tontechniker und der dritte Skript war und welche Studios da alle mitgemacht hatten, aber den normalen Konsumenten – und das ist die Mehrheit – interessiert es nicht. Die Titel nach einem guten Film sind meistens elendslang und stinklangweilig, aber weil es im Saal dunkel bleibt, ist es schwierig, den Kinosaal zu verlassen, ohne etwas zu vergessen oder über jemandem zu stolpern. Ab und zu lassen sich diese Namensreihen ertragen, wenn sie mit Witzen gespickt werden wie zum Beispiel bei “Ich einfach unverbesserlich” mit Hilfe von Minions. Aber auch dort, interessiert man sich nicht für die Namen, sondern nimmt sie in Kauf, um in den Genuss der Witze zu kommen.

Im Sinne besserer Kundenfreundlichkeit schlage ich vor, alle diese Informationen am Ende des Films hinter die Trailer im Internet zu stellen. Dann können sich alle die, die sich für die “Statisten in der Fallgrube Szene” interessieren, die Informationen anschauen, und alle andere können zufrieden nach Hause gehen!!

One thought on “2 Sünden des Schweizer Kinos

  1. Das mit den Pausen kann ich gut nachvollziehen und finde ich auch unmöglich. In Österreich kennt man das auch nicht, das ist tatsächlich eine Schweizer “Unart”. Wir gehen ab und zu ins Kino nach Dietlikon, dort haben sie zum Glück keine Pausen.

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