Michaela Merz

Wieder Mal New York

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Es gibt wunderschöne Orte auf dieser Erde, es gibt pulsierende Orte, es gibt Orte, wo wahnsinnige Sachen passieren, aber es gibt nur ein New York.

Ich reise dorthin, um meine Kunden zu besuchen. Und es ist jedes Mal das Gleiche. Ich weiss im Voraus, dass ich arbeiten werde wie wahnsinnig. Ich weiss, dass ich zu wenig Schlaf bekommen werde und dass mir die Müdigkeit teilweise meine geistigen Fähigkeiten rauben wird. Ich fürchte es alles. Aber es kommen auch Sachen, die sonst nirgendwo auf dieser Erde zu erleben sind.

Der Fahrt vom Flughafen in die City ist jedesmal schrecklich. Stau, Stau und noch mal Stau. Die sechsstündige Zeitdifferenz zwischen der Schweiz und New York führt dazu, dass ich um drei Uhr Morgens erwache und wenn ich nur ein paar Tage in New York bin, versuche ich nicht mal mich der dortigen Zeit anzupassen. Ich gehe ins Fitnesscenter, schaue dazu die lokalen Nachrichten und um vier Uhr am Morgen sitze ich geduscht vor meinem PC und bearbeite die Flut der Mails, die von zu Hause kommen.

Es ist darum keine Seltenheit, dass ich in New York 14 bis 16-stündige Arbeitstage absolviere, ohne es eigentlich wirklich zu merken. Klar schlittere ich jeden Nachmittag in eine Krise, wo ich das Gefühl habe, jetzt werde ich in der Besprechung mit dem Kopf auf den Tisch donnern und einschlafen. Passiert ist es aber noch nie. Aber vielleicht habe ich auch Glück und darf zum Zeitpunkt der tiefsten Nachmittagskrise über mein Lieblingsthema sprechen, wie die Kontrollen in Lieferprozessen und dann fühle ich mich wie unter Aufputschmittel und bin nicht zu halten. Nein, gesund mag das alles nicht sein, aber eine Woche lang funktioniert es wunderbar.

Auf der anderen Seite sind die New Yorker extrem gesprächig und liebenswürdig. Sie helfen ohne zu zögern, bringen mich zum Lachen und vermitteln mir das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein, wo ich willkommen bin. Sehr sogar. Es läuft ständig etwas. Ich kann mich an der Vielfalt nicht satt sehen. Die Lebendigkeit, der Enthusiasmus und gleichzeitig die Gelassenheit sind spürbar.

Und dann fahre ich mit dem Uber von einer schwierigen Kundenbesprechung ins Hotel, es ist spät und ich will nur noch schlafen und plötzlich hält der Fahrer und sagt wir sind da. “Klar nicht”, antworte ich, weil ich wohne an der 42ten und er hält an der third Avenue. Er weigert sich aber weiter zu fahren und ich bringe es nicht fertig ihn zu überzeugen, dass ich bis zur 42ten bezahlt habe. Technologie halt.

Jedes Mal wenn ich in New York bin, verspüre ich ein Gefühl der Begeisterung, eine hohe Motivation und unbändige Freude. Der Ort inspiriert und obwohl der Körper von Reserven zehrt, fliegt der Geist gleichzeitig in der Stratosphäre.

An dem Tag, wenn ich nach Hause fliege und abends das Flugzeug Richtung Heimat besteige, falle ich sofort nach dem Abheben in einen tiefen Schlaf, der andauert, bis wir in Zürich landen. Dort lasse ich das kreative, inspirierende Chaos hinter mir und tauche ein in die geordnete, schweizerische Pünktlichkeit und Organisation. Es leben die Gegensätze.

Bildquelle: Pascal Corbat Photography

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