Michaela Merz

Die zwei Söhne des Geigenbauers

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Der ältere der zwei Brüder war so, wie sich ihn Eltern wünschen. Klug, nett, einfühlsam. Einfach ein Musterknabe. Er ging gerne zur Schule, lernte schnell und gern und die Zukunft war für ihn nur insofern herausfordernd, dass er von vielen Optionen wählen musste. Dazu spielte er auf Wunsch des Vaters Geige und er spielte sie so gut, dass auch ein musikalischer Beruf möglich wäre.

Der Jüngere war nicht das Gegenteil seines grossen Bruders aber im Vergleich zu ihm fehlte ihm vieles. In Schule harzte es, die Lehrer beschwerten sich wegen seinem Benehmen und wenn er aufgefallen ist, dann mit etwas was man nicht positiv nennen konnte. Auch er spielte Geige, aber bei ihm war offensichtlich , dass es ihm keine musikalische Karriere bescheren würde.

Der Vater war ein Geigenbauer. Und ein Geigenbauer kauft Holz für die nächste Generation, da es über 30 Jahre trocknen muss, um den lieblichen Klang des Instruments zaubern zu können.

Der Vater hat also das Holz gekauft und der Betrieb ist in Familienhänden geblieben. Sein Sohn macht es hervorragend und sein Name hat so wie Name seines Vaters einen hervorragenden Ruf bei den Kennern des Geigenspiels.

Jetzt stellt man sich die Frage, welcher der beiden Brüdern das Geschäft wohl übernommen hat? Es ist der Jüngere. Ab und zu, wenn man Jemand neben sich hat, der übergross ist, der einen überragt und ohne Absicht die Sonne stiehlt, ist es fast unmöglich die wahren Qualitäten und Fähigkeiten zu zeigen.

Denke dran und gebe die Chance auch dem, was auf den ersten Blick als die zweite Wahl erscheint. Es könnte die bessere Variante sein.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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