Michaela Merz

Meeresblick, Seesicht

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Mal wieder in Ascona. Ich geniesse es. Wasser, Luft, Berge. Gutes Essen, guter Wein, nette Leute. Rummel und Ruhe, ja nach dem wonach es einem gerade ist. Nach dem Frühstück eine gemütliche Fahrt mit einem Minidampfschiff. Die Begeisterung des Eigentümers, der die ganze Maschinerie selbst entworfen und konstruiert hat, ist ansteckend.

Auf der Piazza in Ascona ist Rummel en masse. Das Spielzeug für Erwachsene wird ausgestellt. Motorboote, Yachten, Luxus Karossen ab 60’000 SFR reihen sich aneinander ganz als ob jetzt Ausverkauf zum halben Preis wäre. Anstelle 60’000 SFR nur 30’000 SFR. Ein Schnäppchen!! Aber nein, es ist kein Ausverkauf. Wir schlendern und schauen beeindruckt vom Einfallsreichtum, der Formschönheit, der Präzision der Ausführung. So ein Luxusschiff ist schön. Und dann geht das Rennen der Motorboote auf dem See los. Die Motoren schrillen laut und der See wird aufgewühlt. Die Wellen wie auch die Männerherzen schlagen in hohem Takt hoch.

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Das beste Blick bietet sich von oben. Der Blick von oben auf das Wasser. Vor einigen Jahren auf Rhodos klopfte es an meine Hotelzimmertür. Ein Schweizer Paar wollte bei mir aus dem Fenster schauen, wie der Meeresblick so aussieht. Das Hotel hatte Ihnen vorgeschlagen, wenn sie 100 SFR für die Woche dazu zahlen, könnten sie in Zimmer mit Meeresblick umziehen. Sie schauten sich kurz um, dann einander an und entschieden einstimmig, dass es die 100 SFR nicht wert sei. Ich fragte sie, ob ich den Blick bei ihnen anschauen könnte. Sie öffnete die Tür und es war wie ein Schlag. Das Fenster zeigte die neben dem Hotel verlaufende Strasse und den Fels.

Die Frau sagte – sehen Sie, der Lärm der Strasse ist fast gleich laut wie des Meer – und schaute mich belehrend an. Ja Menschen sind unterschiedlich. Für mich ist der Meeresblick oder Seeblick unbezahlbar. Und sofern ich es mir leisten kann, zahle ich gerne einen Aufpreis, um ihn zu haben.

Das war aber noch nicht das Ende der Geschichte. Weil das bei mir so tief stecken geblieben ist, erzählte ich die Geschichte einem meiner Kunden. Er hörte aufmerksam zu und sagte dann zu meinem Entsetzen, dass wenn er mit seine Eltern in die Ferien geht, machen sie es genau gleich. Er will doch für so was nicht Geld aus dem Fenster schmeissen. Ich habe mir gratuliert, dass ich nur meine Geschichte erzählt habe, nicht aber meine Meinung kund tat. Das wäre der Kundenbeziehung sicher nicht zuträglich gewesen.

Ja man lernt immer.

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