Michaela Merz

Altern ist nichts für Feiglinge

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Wenn ich meine Eltern beobachte, die als nächsten runden Geburtstag den 80. feiern werden, beschleicht mich jedes Mal ein komisches Gefühl. Ich freue mich sie zu haben und in ihrer Gegenwart immer wieder in die Kindheit zurückzukehren, weil die Mutter jedes Mal moniert, dass ich zu wenig esse und Vaters Belehrungen die gleichen sind wie vor 40 Jahren. Ich bin und bleibe bei ihnen das Kind, dem die guten Manieren noch beigebracht werden müssen.

Auf der anderen Seite geht mir immer wieder durch den Kopf, dass es ihre Generation ist, die, wenn alles nach Lauf der Natur geht, als nächstes von der Weltbühne abdankt. Ich will und kann sie nicht gehen lassen!!! Und bin ohnmächtig und kann nichts dagegen unternehmen. Niemand kennt mich so gut wie die zwei. Gleichzeitig beobachte ich die immer mehr werdenden Beschwerden und ihre schwindende Kraft und Energie. Wenn ich dann in einer Runde ihren Gleichaltrigen zuhöre, was für unmögliche Krankheiten, Schmerzen und ‎Fiesheiten der Körper für einen parat halten kann, wird mir schwindlig.

Und trotzdem, trotz all der Schmerzen, Einschränkungen und schwindenden Möglichkeiten scheinen sie zufrieden und gerne auf dieser Erde. Eines wird mir immer klarer – das Altern ist nichts für Feiglinge, insbesondere bei dem Jugendwahn unserer Gesellschaft.

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