Michaela Merz

Formula E in Zürich

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Ich gebe es zu, ich habe noch nie verstanden, wie sich Menschen dafür begeistern können in der prallen Hitze zuzuschauen, wie schnelle Autos in endlosen Schleifen an ihnen vorbei rasen. Immer wieder. Wzum, Wzum, Wzum.

Ich habe nie Einwände vorgebracht, wenn einer der mir vertrauten Herren den Sonntagnachmittag bei bestem Wetter daheim vor dem Fernseher verbringen wollte. Jeder von uns hat komische Vorlieben.Jetzt ist die Formula E nach Zürich gekommen und das Rennfieber hat sich in der ganze Stadt wie die Grippe verbreitet. Man spricht darüber, man ist dagegen oder dafür, neutrale Stimmen sind kaum zu vernehmen. Und mein Jüngster will schauen gehen. Für den Preis des Tickets für die Tribüne könnten wir beide für eine Woche in die Ferien wegreisen. Einfach Wahnsinn!! Dazu sind alle die unverschämt teuren Tickets schon alle weg.

Darum habe ich mich einverstanden erklärt, das erste Training am Morgen um 9 Uhr an zu schauen.  Wir nahmen unsere Trottis und flitzten zur Rennstrecke. Beim Eingang gab es sehr strenge Sicherheitskontrollen. Velo und Rollschuhe durfte man auf das Festgelände nicht mitnehmen. Trottinettes allerdings waren kein Problem. Ich verstand es nicht, aber warum sollte ich doofe Fragen stellen, wenn die Regelung zu unseren Gunsten ausfiel. Die fahrenden Rennautos zu sehen zeigte sich als Herausforderung. Grosse Teile der abgeschrankten Rennstrecke waren mit undurchsichtigem Stoff überzogen. Höhe etwa 1.80 m. Kleine Menschen wie ich sahen demzufolge gar nichts. Wir mussten auf irgendwelche Gegenstände klettern, um überhaupt einen Blick zu erhaschen. Meinem Jüngsten machte es nicht aus, und er platzierte sich auf einem Abfallkübel. Ich aber fand es doof und nach kurzer Zeit stieg ich wieder herunter auf den Boden. Da sah ich sehr viele Scooter der Marke Micro und alle Ihre Halter mit einem Badge mit der Aufschrift «Testfahrer». Ich fragte, was sie machen werden und sie sagten, dass sie nach dem Training die Rennstrecke abfahren düften. Na das wäre ja was!! Sie zeigten mir, wo der Stand war, wo man sich anmelden müsste aber warnten mich, dass man sich per Internet voraus anmelden musste und es eigentlich schon lange ausgebucht war. Ich probierte es trotzdem.

Bei dem Micro Scooter Stand wiederholten sie mir, das was ich schon gehört hatte. Es ist längst ausgebucht und sie haben sowieso kein freie Scooter. Ich brauchte aber keinen, wir hatten doch unsere Eigenen dabei. Und was für welche! Unsere Trottis waren die allerersten, die produziert wurden. Sie waren so alt, dass es für sie keine Ersatzteile mehr gab. Aber unsere uralten Fahrgestelle, fuhren noch und wie. Dazu waren 99% ihrer Teile immer noch in Originalzustand.  Damals vor 20 Jahren habe ich den zweiten Platz im Speed Fahren bei der ersten Scooter Weltmeisterschaft im Hauptbahnhof gewonnen. Ich redete und redete und am Ende 10 Minuten vor der Abfahrt konnte ich die Organisatoren überzeugen und ergatterte zwei dieser Testfahrer Ausweise, die es uns erlaubte die Strecke abzufahren.

Das war einmalig, es fühlte sich unheimlich gut an. Die Zuschauer entlang der Strecke klatschen, lachten oder riefen was Ermutigendes. Es war ein Gefühl von Stolz und Freiheit und es hat viel Spass gemacht. Schade, dass wir nur eine Umrundung der Strecke machen konnten. Ich wäre am liebsten die nächste Stunde noch geblieben.

Jetzt kann ich einen Teil der Gefühle der Rennfahrer nachvollziehen. Die Rennen als Zuschauer finde ich allerdings nach wie vor langweilig. Aber jedem das seine.

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