Michaela Merz

Helsinki mit dem Trottinette

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475474_web_R_by_Birgit Winter_pixelio.deHelsinki als Stadt ist grosszügig gebaut mit breiten Strassen und Fussgängerwegen. Um was man Helsinki wirklich beneiden kann, sind die Velowege. Wo ein Fussweg ist, ist auch ein Veloweg. Und wie erkundet man eine Stadt, die man nicht kennt? Am besten zu Fuss. Darum habe ich zu meinem Reisegepäck ein zusammenklappbares Trottinette (aka Tretroller) eingepackt. Und ehrlich, dies war genau die richtige Art und Weise sich in dieser Stadt zu bewegen.

 

Die Orientierung ist nicht schwierig, folgt man dem Wasser, kommt man früher oder später ins Stadtzentrum. Wasser und Wind scheinen in Überfluss vorhanden zu sein, wobei sich die 4°C mit dem eisigem Wind wie Minus Temperaturen anfühlen. Ohne Handschuhe und Mütze wird das Leben ungemütlich insbesondere fahrend auf dem Trottinette. Helsinki ist als Stadt sehr nüchtern, ohne Pomp, Protz und barockem Schnickschnack. Wer aber denkt, da ist nicht viel zu sehen, der täuscht sich gewaltig.

Die Markthalle auf Kauppatori mit allen finnischen Spezialitäten und den kleinen Cafés erinnert mich an Barcelona, Uspenskin katedraali auf dem Hügel über dem Kanava Terminal, von wo die riesengrossen Schiffe abfahren ist ebenfalls riesig, fühlt sich warmherzig an und mit der Messe und Gesang erinnert sie mich an Russland. Der Unterhaltungspark Linnanmäki für gross und klein kann es mit dem Prater in Wien aufnehmen. Das Sibelius Monument ist grossartig und mit den vielen Vogelnestern lustig und lebendig. Am meisten hat es mir aber die Steinkirche (Temppeliaukion kirkko) angetan. Man fühlt sich dort willkommen und dazugehörend unter der überraschend riesigen Kuppel, die wie eine Sonne strahlt. Diese Architektur ist so einzigartig, dass mir dazu kein Vergleich im Sinn kommt. Die Bilder, die ich Euch mitgebracht habe aber sprechen für sich.

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Was wunderbar ist, ist das Licht. Ende April, die Bäume haben noch kein einziges Blatt, aber kurz nach fünf Uhr wird es hell und so bleibt es bis neun Uhr. Im Juni, wenn die Nacht zum Tag wird, muss es herrlich sein. Im Winter allerdings, wenn der Tag zur Nacht wird und kaum Licht vorhanden ist, muss es umso schwieriger sein. Als meine Tochter klein war und wir unterwegs waren, haben wir das Spiel Land/Stadt gespielt. Jemand nannte ein Land und der andere musste die Hauptstadt nennen. Meine zweite Tochter antwortete, wenn sie nach der Hauptstadt von Finnland gefragt wurde, regelmassig „Lichtli versenken“. Wir haben darüber gelacht doch Jahre später, als ich da war, wurde mir bewusst, wie treffend ihre Wahl war.

Finnisch ist eine Sprache, in der man sich verliert und keine Ansatzpunkte findet, um vielleicht einzelne Brocken zu verstehen. Dank meiner klugen Übersetzungsapp war es aber kein Thema, weil aus dem Finnischen ins Deutsche zu übersetzen hat wie am Schnürchen geklappt.

Das Wichtigste zuletzte: Die Finnen als Volk sind einfach toll, hilfsbereit und sehr bereist. Ich kann Helsinki als grosse Destination für Gross und Klein auch als Familiendestination sehr empfehlen. Der Sommer mag die beste Zeit sein, ansonsten auf jeden Fall Mütze, Handschuhe und Regenschutz einpacken! Und das Trottinette natürlich.

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Sibelius-Monument: Image by Birgit Winter  / pixelio.de

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