Michaela Merz

Rückenschmerzen

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682926_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deIch kenne Dana eigentlich dank ihrer Rückenschmerzen. Ich war in Winterthur, das ist schon Jahre her. In dem Parkhaus beim Bahnhof bin ich aus meinem Auto ausgestiegen und bin Richtung Treppe gegangen. Dana ist vor mir gegangen und aus heiterem Himmel ist sie innerhalb von Sekunden zu Boden gegangen. Sie schlug krachend mit ihrem Kinn auf dem Betonboden auf. Mir tat es weh nur von dem Geräusch. Ich eilte ihr zu Hilfe. Sie setze sich auf den Boden und weinte. Ich half ihr aufzustehen, putze sie soweit es ging und bot ihr meine Hilfe an. Dana erklärte mir, dass sie ab und zu an Rückenschmerzen leidet. Zur der Zeit befand sie sich in einer akuten Phase. Das bedeutete, dass ihr die Schmerz bis in das rechte Bein ausstrahlte, das dann bei Belastung ohne jegliche Vorwarnung den Dienst versagte. Was folgte war meistens ein Sturz. Dana weinte nicht wegen des Schmerzes, sondern aus Ohnmacht und Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper. Ich schaute sie ziemlich entgeistert an. Es tat mir ihr sehr leid.

Wir sind damals auf einen Kaffee gegangen und sie hat mir ihre Leidensgeschichte erzählt. Die Rückenschmerzen waren in der akuten Phasen extrem stark und sie musste starke Schmerzmittel nehmen um überhaupt funktionieren zu können. Wenn die Schmerzen zu gross waren, konnte sie weder liegen, noch sitzen. Das bedeutete, dass sie kniend schlafen musste. Der Grund warum sie die Schmerzen hatte, war gar nicht so einfach zu bestimmen und sie war ratlos. Sie versuchte mehrere Ärzte, aber ihre Empfehlungen waren uneinheitlich und Dana verzweifelt.

Wir trafen uns wieder. In der Zwischenzeit hatten ihre Schmerzen nachgelassen. Aber Dana fürchtete sich, dass sie wieder kommen könnten. Der Angst vor Schmerzen bestimmte ihr Leben. Sie ging zur Physiotherapie, versuchte es mit Sauna und unzähligen Ratschlägen, aber ein kleiner Restschmerz, eine stechende Bedrohung schien immer da zu sein. Dana fürchtete den möglichen zukünftigen Schmerz und war nachhinein auf der Suche nach dem Grund und der ultimative Lösung. Mir tat es ihr sehr leid aber helfen konnte ich nicht. Ihr Leben schien durch diese zurzeit nicht existierenden Schmerzen bestimmt zu sein.

Und dann traf ich sie unerwartet nach Jahren vor kurzem. Sie erkannte mich und begrüsste mich stürmisch. Ich konnte sie fast nicht erkennen. Eine strahlende Frau, mit zufriedenem Lachen selbstsicher und selbstbewusst. Ich staunte und wollte wissen, wie sie es geschafft hatte ihre Rückenschmerzen los zu werden. Sie erzählte mir, dass es Jahre gedauert hatte, dass sie unzählige Physiotherapien probiert hatte ohne wirkliche nachhaltige Besserung. Das was schlussendlich funktioniert hat, war banal. In einer akuten Phase hat sie Akupunktur versucht und die hat ihr höllische Schmerzen für Sekunden bereitet aber sie für Tage von den Rückenschmerzen befreit. Der Ratschlag, den sie bekam war banal. Einfach jede Morgen 15 Minuten Gymnastik. Sie begann und die Gymnastik tat Wunder. Nach und nach wurde die stechende Mahnung der Schmerz kleiner und kleiner. Es verschwand nie ganz, aber wurde so unbedeutend, dass sie es vernachlässigen konnte. So hat sie mit Hilfe von täglicher Gymnastik ihre Schmerzen besiegt. Fast banal, aber gleichzeitig beindruckend. Ich freue mich für sie sehr.

 

Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de

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