Michaela Merz

Frühling

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snowdrop-701259_1280Der Frühling ist da. Zumindest astronomisch. Es ist nicht viel zu spüren davon, da die Luft kalt ist und der dichte Nebel nicht wirklich Frühlingsgefühle weckt. Wobei ganz stimmt meine Aussage nicht, die Frühlingsgefühle kommen zumindest beim Betrachten der Blumen auf, die ihre farbenfrohen Köpfe rausstecken.

Es ist Sonntagmorgen, kalt und neblig, und die ganze Gegend scheint noch zu schlafen. Mich zieht es aber magisch nach draussen. Ich setze Mütze und Helm auf, ziehe meine Handschuhe an und gehe mit dem Velo in den Wald. Es herrscht eine menschenleere Ruhe, begleitet von Vogelgesang. Aber irgendwie ist zu spüren, dass der ganze Wald mit Leben und Betriebsamkeit gefüllt ist.

Da biege ich schon nach rechts und bereite mich mental auf die erste Steigung vor. In der Kurve sind wie schon letztes Jahr zwei grosse Pfützen gefüllt mit Froschlaich. In letzter Sekunde weiche ich aus, um sie nicht unter den Rädern zu zerquetschen. Mit Staunen überlege ich, was die Frösche zu diesen zwei vorübergehenden Wasserflächen zieht, die mit steigenden Temperaturen verschwinden. Letztes Jahr haben wir für die Kaulquappen genau an diesem Ort eine Rettungsaktion gestartet, um sie vor dem Tod durch Austrocknung zu retten und dieses Jahr sind sie wieder da.

Etwa einen Kilometer später laufen mir drei Rehe über den Weg und noch ein bisschen später bei der nächsten Steigung habe ich das Gefühl beobachtet zu werden. Und tatsächlich am Hang gegenüber steht ein Rehkitz mit Begleitung. Schon fast am nach Nachhauseweg höre ich einen Lärm, den ich nirgendwo zuordnen kann. Nach ein paar Metern sehe ich sie. Mehrere Störche stehen auf einem Fussballfeld und erzeugen mit ihren Schnäbeln ein mir unbekanntes Klappergeräusch. Offensichtlich sind die Störche auch schon zurückgekehrt. Kurz danach kommt die Tafel mit dem Abbild eines Froschs und dem Hinweis, dass die da jetzt Vortritt haben. Aber es sind keine zu sehen.

Auch wenn der Luft kalt und der Nebel zäh ist, es ist überall zu spüren, dass der Frühling nicht nur eine kalendarische Angelegenheit ist.

Bildquelle: Pixabay

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