Schon wieder die Technik

Maren Bessler pixelioUnsere Bürogebäude ist eigentlich ein Hochsicherheitstrakt, wo kein Unbefugter reinkommt. Das ist heutzutage keine Ausnahme, sondern Standard bei internationalen Unternehmungen.‎ Die Sicherheitsanforderungen und Massnahmen sind unter der Woche hoch und am Wochenende‎ fast unüberwindbar. Nicht dass ich regelmässig am Wochenende ins Büro gehe, aber letztes Wochenende musste ich, da am Montag um 8 am Morgen Abgabetermin und der Berg Arbeit nur mit einer Sonderschicht im Büro zu bewältigen war.

Ich kam am Sonntagmorgen kurz nach 6 Uhr. Um reinzugelangen reicht nicht nur der Badge, der automatisch die Türe öffnet, sondern man muss auch seinen Fingerabdruck liefern um reinzukommen. Es war bitterkalt, es war schliesslich Januar. Die erste Schleuse liess mich durch, aber die zweite wies meinen Fingerabdruck als unbekannt ab. Ich probierte es nochmals und noch einmal. Alles vergeblich. Es ist nicht gegangen. Das Gebäude hat mehrere Eingänge. Ich bin zum nächsten gewandert und probierte es dort und voilà, es hat geklappt und ich wurde reingelassen und durfte ungestört und intensiv arbeiten. Am Sonntagnachmittag entschied ich mich eine Pause zu machen und ging in die Sauna. Nach 2 Stunden kehrte ich erholt und voller Tatendrang zurück. Das gleiche Spiel wie am Morgen wiederholte sich. Die erste Schleuse liess mich durch, mein Fingerabdruck wurde nicht erkannt. Mit der Erfahrung vom Morgen wanderte ich zur nächsten Tür um feststellen zu müssen, dass diesmal mein Fingerabdruck bei keinem einzigen Scanner als mein eigener erkannt wurde. Offensichtlich haben sowohl Kälte wie auch die Wärme der Sauna Einfluss auf meine Haut und verwandeln mich in eine neue Persönlichkeit.

Resultat war, dass ich in der Garage weiterarbeitete, da diese der Öffentlichkeit zugänglich ist, es ist dort warm und hell. Aber irgendwann heute musste ich noch ins Büro, um meine restlichen Sachen abzuholen. Ich versuchte es nach einer Viertelstunde erneut, nach einer halben Stunde, nach einer Stunde und siehe da, mein Fingerabdruck wurde wieder meiner und ich durfte rein. Heureka!!!

Ich bin eine fleissige Nutzerin von Technik. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass die Technik in 25 Jahren unsere Leben so dramatisch verändert, dass die jetzige Zeit wie ein technologisches Mittelalter anmuten wird. Gleichzeitig misstraue ich ihr aber, weil ich die Befürchtung habe, dass sie mich im Stich lässt, wenn ich sie am meisten brauche. Bei meinem Haus hatte der vorherige Eigentümer (ein Technikfreak) eine ebensolche Fingerabdruckanlage eingebaut. Ich weigere mich aber standhaft sie in Betrieb zu nehmen und verlasse mich auf banale Schlüssel.
Meine Garage ist nämlich nicht öffentlich zugänglich und ich habe keine Lust bei Kollegen Unterschlupf zu suchen, wenn sie mir mal als technologische Diva den Zutritt verweigern sollte.

Bildquelle: Maren Bessler / pixelio.de

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