Michaela Merz

Ein Tag in Mailand

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Ich wollte nicht mit dem Zug fahren, weil ich im Zug nicht arbeiten kann. Der Flug nach Mailand ist kurz, der Flughafen sauber und übersichtlich. Ich bin allerdings nicht bereit für eine Taxifahrt in die Stadt 90 Euro zu zahlen, da kostet das Zugticket Zürich-Mailand weniger. Ich nehme also den Zug. Ein Billett zu kaufen erscheint schwierig, weil von den 4 Automaten 2 nicht funktionieren. Die Schlangen sind dementsprechend lang und ich verpasse meine Verbindung.

Eigentlich muss ich nur eine Station fahren. Da der Flughafen Malpensa aber sehr weit ausserhalb der Stadt gebaut wurde, dauerte diese eine Station 22 Minuten. Auf diesen 22 Minuten sammeln wir 16 Minuten Verspätung ein. Warum? Schwierig zu sagen. Ich brauche also ein Taxi, aber beim Bahnhof gibt es keinen Taxistand. Es dauert 10 Minuten zu Fuss Richtung Zentrum, bis ich einen Taxistand erreiche.

Der Tag verläuft reibungsfrei bis ich kurz nach fünf eine SMS erhalte, dass mein Flug am Abend storniert wurde. Weitere Informationen sollen folgen.

Es bleibt der Zug. Ich schnappe mir ein Taxi und fahre zum Bahnhof. Der Taxifahrer erzählt mir, dass er in der vergangenen Woche drei Gestrandete nach Zürich gefahren hat. Für einen Spezialpreis von 700 Euro. Trotz der Tatsache, dass er gut aussehend und lustig ist und ich mit ihm schneller zu Hause wäre als mit dem Zug, hilft mir vor allem der Preis mich für den Zug zu entscheiden.

Ich gehe mir ein Billett kaufen. Der Verkäufer rechnet auf einem Rechner, drückt mir zwei Zettel in die Hand und verlangt 79 Euro. Ich schaue die zwei Zettel an und auf dem einen steht 71 Euro für die Fahrt und auf dem anderen 6 Euro für die Buchung. Ich frage ihn wie er auf 79 Euro kommt. Er rechnet noch mal auf seinem Rechner und anschliessend verlangt er 77 Euro.

Vor der Abfahrt schnell noch ein Buch kaufen. Ich kaufe zwei. Das macht 21.50 Euro. Ich gebe der Verkäuferin eine 50er Note und 2 Euro. Sie tippt an der Kasse und gibt mir 0.50 zurück. Ich sage ihr, dass ich noch gerne 30 Euro zurück hätte, aber sie schaut mich böse an und sagt nein. Ich staune. Bis zur Abfahrt meines Zuges sind es noch 10 Minuten!! Sie sagt, dass sie erst alles Geld in der Kasse nachzählen muss und beginnt zu rechnen. Es dauert ewig, weil sie wirklich alles inklusive die Cents nachzählt. Dann schaut sie missbilligend die Kasse an und gibt mir 30 Euro zurück.

Da der Zug Verspätung hat, spielt meine beinahe Verspätung keine Rolle.

Ich habe Italien und Italiener sehr gerne und komme immer wieder gerne. Business zu machen ist da aber anstrengend.

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