Michaela Merz

Being visitor in the USA

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Ab und zu bin ich zu Besuch in den USA. Und von aussen betrachtet gibt es Klischees, die man begraben sollte.

Amerikaner sind fett

Nein, sind sie nicht! Sicher gibt es Orte, wo es mehr Übergewichtige gibt, aber bei meinen letzten Reisen nach San Francisco, Boston und New York war es nicht der Fall. Ich musste mich echt anstrengen, um überhaupt einige zu sehen. Die Mehrheit war schlank und bemüht, so zu bleiben und auch sehr gepflegt. Ich staune immer wieder wie es die Amerikanerinnen schaffen, neben einem 10-Stunden Arbeitstag, Kindern und einem Reiseweg von je einer Stunde perfekt frisiert zu sein, mit sensationell geformten Augenbraunen, Maniküre und Pediküre. Meine Bemerkung ist nicht spöttisch, sondern ich bewundere sie, weil ich es nicht schaffe. Die Beine rasiert man sich auf beiden Seiten des Atlantiks und der einzige Unterschied ist, dass die Damen der europäischen Geschäftswelt Strümpfe auch im Hochsommer tragen und die Amerikanerinnen nicht.

Amerikaner interessieren sich nur für ihr eigenes Land

Stimmt überhaupt nicht. Mir schien, sie wissen über Europa x-mal mehr als ich über Amerika. Ein Taxifahrer in New York erzählte mir von den vier offiziellen Sprachen der Schweiz, ein Taxifahrer in Boston legte eine beeindruckende wirtschaftliche Analyse der Eurozone inklusive Unterschiede für Griechenland, Spanien, Italien und Irland hin. Und ein Mann hispanischer Abstammung, der hinter mir in einem lokalen Bus sass, als ich zur Golden Gate Bridge fuhr, verblüffte mich mit seinen Bemerkungen über rechtsradikale Tendenzen in einzelnen europäischen Ländern. Ignoranz sieht anders aus.

Amerikaner sind oberflächlich

Ich habe ein paar wirklich gute, extrem verlässliche Freunde in den USA. Es stimmt, ich habe sie als Freunde mit kosmischer Geschwindigkeit gewonnen (oder sie mich, wie man es nimmt). Aber sie sind SOOOO NETT und SOOO hilfsbereit (in San Francisco ist immer sofort jemand neben mir gestanden und hat mir seine Hilfe angeboten, wenn ich den Stadtplan in die Hand nahm. Es war für europäische Verhältnisse fast beängstigend). Ich kann ihrer Warmherzigkeit nicht wiederstehen. Und eine amerikanische Umarmung ist einfach nur toll, weil ehrlich und gar nicht oberflächlich.

Auch die Bereitschaft zu teilen, jemanden nach Hause mitzunehmen, alles zu zeigen und alles zu erzählen bringt die Leute einander nahe. Sie sind nett, fröhlich und hilfsbereit und das ist wirklich Balsam für die Seele nach dem sich abschottenden und abweisenden Europa.

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