Die Macht des Klanges


Laila litt unter dem Lockdown. Das Virus hat sie des sozialen Lebens beraubt und das hat ihr sehr zugesetzt. Mit Kolleginnen in einem Kaffee sitzen und über die Mode zu diskutieren, oder mit der Nachbarin auf ein Glas Prosecco bei dem Italiener in der Nachbarschaft vorbeizugehen. , mit Tante Marta bei Bäcker bei einem Stück Kuchen über die neusten Gerüchte aus der Familie zu diskutieren, das war Laila’s grösstes Vergnügen. Nichts davon ist übriggeblieben. Tante Marta fürchtete sich so sehr vor dem Virus, dass sie ihr Haus kaum verlässt. Die Nachbarin musste ihr Arbeitspensum aufstocken, da ihr Mann die Arbeitsstelle verloren hatte und für «ein bisschen Geschwätz» hatte sie gar keine Zeit.

Und die Kolleginnen verschwanden in alle Richtungen und waren unerreichbar.

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Quartierfest


Ich bin aus dem Quartier vor zehn Jahren weggezogen. Es hat es keinen Grund gegeben, um zwischenzeitlich zurückzukehren. Verkehrstechnisch lag das Quartier wunderbar ruhig aber abseits. Somit bin ich in den letzten zehn Jahren vielleicht nur sechs Mal durchgefahren. Ein einziges Mal vor mehr als fünf Jahren bin ich in einem Geschäft meinem vormaligen Nachbarn begegnet.

Letzten Samstag gab es dort ein Fest. Publiziert wurde es auf Zetteln, die im Quartier aufgehängt waren. Ich hätte nie erfahren, wenn mich meine älteste Tochter, informiert durch ihre Kindheitsfreundinnen, die immer noch von Ort leben, nicht mitgenommen hatte. Im Quartier hat sich sehr wenig verändert. Es war, wie wenn ich nach langen Ferien zurückgekehrt wäre. Read More »

Die glückliche Kindheit


Eugen wird 80 Jahre alt. Etwa einmal pro Jahr gehen wir zusammen Bier trinken. Respektive Eugen trinkt Bier und ich etwas Komisches wie Eugen meine nicht-alkoholischen Getränke nennt.

Eugen kennt mich seit meiner Kindheit und ich fand es mit ihm immer lustig. Auf die Abende mit ihm freue ich mich. Gestern sprachen wir über das Leben und plötzlich begann Eugen über seine Kindheit zu reden. Er hat mir schon ab und zu von seinem Vater erzählt, der kurz nach zweitem Weltkrieg an Tuberkulose starb. Ich kannte seinen Stiefvater, der ihn grossgezogen hatte und auch seine Mutter. Diese sind jedoch alle längst tot und nur paar schwarz-weiss Fotos können sie denen in Erinnerung rufen, die sie nie trafen.Read More »