Michaela Merz


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Geschäftstüchtigkeit


Ich kam in Frankfurt an. Wie so oft, bestellte ich via Uber meine Mitfahrgelegenheit. Sie war da, noch bevor ich den Standort erreichen konnte. Mein Ziel war weit vom Flughafen entfernt. Dementsprechend war die Reise teuer. Bei Uber habe ich beobachtet, dass die Reise vom Flughafen zum Ziel um ein Drittel bis die Hälfte billiger ist als die identische Distanz zurück zum Flughafen. Dies unabhängig von der Tageszeit. Meine Hauptsorge galt allerdings der Rückreise. Ich wusste, dass ich in der Verkehrsspitze reisen würde und das quer durch die ganze Stadt.


Ich fragte darum den Fahrer, wieviel Zeit ich am späten Nachmittag einrechnen müsste, um um 18 Uhr am Flughafen zu sein. Zu meiner Überraschung sagte er, dass es keinen Unterschied ausmache. Na dann. Problem gelöst. Er bot mir an, mich abzuholen. Ich fand es ein gutes Angebot. Schliesslich kannte ich so den Preis im Voraus und es war mir auch bewusst, dass er das Geld dann ohne die Vermittlungsgebühren von Uber verdienen wird. Das war auch in Ordnung.

Bei solchen Angeboten bin ich aber skeptisch. Wer weiss, ob er tatsächlich kommt. Aber um fünf Uhr am Nachmittag nach allen meinen Besprechungen, war er pünktlich an der abgemachten Stelle und wartete auf mich. Ich fragte ihn nach einem Preis, um jegliche negative Überraschung am Flughafen zu vermeiden. Ich staunte nicht schlecht, als der Preis noch um einiges tiefer war, als der Preis des Morgens. Da sass ich aber schon in dem Fahrzeug und fuhr zum Flughafen.

Ich fragte ihn, wie der Preis zustande kam und er erklärte mir, dass er keine Abgabe an Uber bezahlen müsse und auch keine anderen Steuern. Das machte mich stutzig. Zu einer Steuerhinterziehung wollte ich nicht beitragen, aber ich realisierte, dass meine Machthabe sehr limitiert ist. Ich versuchte mich damit zu beruhigen, dass er das Einkommen vielleicht doch noch in seiner Steuererklärung deklarieren wird, aber es funktionierte nur paar Sekunden. Mir war klar, dass die Wahrscheinlichkeit bei dem, was er sagte, sehr geringfügig war. Am Flughafen fragte ich nach einer Quittung, aber er hatte keine und wollte mir keine geben. Dafür ist der Preis noch um 5 Euro gesunken. Ich zahlte in bar und verliess das Uber mit einem unguten Gefühl. Dass er so für sich mehr verdient als bei Uber war für mich ok. Schlussendlich verdiente Uber auch nicht schlecht auf meiner ersten Fahrt.

Der Betrug am Staat brachte mich jedoch zum Nachdenken, da ich keine Idee hatte, wie ich ihn hätte verhindern können. Ich bin der Meinung, dass der Staat die Steuern, die ihm zustehen, bekommen muss, um seine Aufgabe erfüllen zu können. Ich bin mir jedoch unsicher, wie ich nächstes Mal bei so einem Taxi Angebot reagieren würde.

Nehme ich es? Werde ich es abweisen? Was hättet ihr gemacht?


Thommy Weiss / pixelio.de


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Dublin – Zürich


Ich fliege mit dem Flug um 6.40 Uhr von Dublin nach Zürich. Die Reception kann am Vorabend keine Rechnung ausstellen aber als Kundenservice bieten sie mir, dass sie mich wecken werden. Ich sage ok und gebe 4.45 Uhr an.

Am Morgen wache ich aber schon um 4.15 Uhr auf und erledige alle Mails, die seit gestern Abend gekommen sind. Ich bin fertig und vorbereitet und wundere mich, warum das Hoteltelefon nicht geläutet hat. Erst jetzt merke ich, dass auf dem Telefon ein Licht leuchtet und auf dem Telefonbeantworter eine Nachricht hinterlassen wurde. Das Telefon läutete aber nicht. Eine sonderliche Art und Weise wie man Gäste weckt.

Das Hotel bereitete mir aber einen Papiersack mit Frühstück. Das ist sehr nett und aufmerksam. Eine gute Entschädigung für die Panne mit dem Wecker.

Es regnet und das bestellte Taxi ist schon da. Der Taxifahrer steigt aber nicht aus. Schliesslich regnet es. Die Devise ist Selbstbedienung. Ich öffne den Kofferraum, um den Koffer zu versorgen. Bei der Ankunft erhöht der Taxifahrer die Taxe um eine Tunnelgebühr. Aber durch einen Tunnel sind wir gar nicht gefahren, es war auch nicht nötig. Ich habe aber keine Lust mit ihm zu streiten. Es regnet weiterhin, er macht aber wieder keine Anstalten auszusteigen und mir mit dem Koffer zu helfen. Mache ich es also selber und lasse den Kofferraum mit Absicht offen. Das ist nicht nett aber betrogen und schlecht behandelt zu werden, das ist zu viel des Guten.

Gestern bin ich mit Uber in Dublin gefahren. Das Auto war sauber und toll, der Fahrer extrem hilfsbereit und zuvorkommend. Da ist die Wahl zwischen dem offiziellen Taxi und Uber einfach.

Der Automat für den Druck der Kofferetikette am Flughafen funktioniert nicht. Ich muss anstehen. Da der Papiersack mit dem Frühstück nass wurde, fallen alle Sachen auf den Boden. Ich stelle fest, dass ich eine Glasflasche mit Wasser, einen Apfel, Joghurt und und ein Sandwich bekommen haben. Alles rollt am Boden. Ich sammle es auf.

Der Joghurt in Bechergrösse 125 ml wurde mir bei Einchecken weggenommen. Es liegt über 100 ml. Ich wusste es und versuchte es dennoch in der Hoffnung, dass der menschliche Verstand funktionieren könnte. Hat er nicht.

Aus dem gemütlichen Frühstück wurde somit nichts. Eine weitere Reiseerfahrung, die ich mir gerne erspart hätte.

Bildquelle: Mich Rittmann / pixelio.de


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Stockholm und die Vergänglichkeit


Die Steuerbehörden und die Steuerberater haben sich zu einem Austausch in Stockholm getroffen. Das ist immer nützlich und ich staune jedes Mal, wie schnell die Gedanken und die Umsetzung im Bereich Digitalisierung bei den Behörden voranschreitet.

Sehr beeindruckt hat mich Ruanda, die ein neues Mehrwertsteuersystem aufgebaut haben, wo die geschuldete Mehrwertsteuer nie dem Verkäufer bezahlt wird sondern direkt an das Konto der Steuerbehörde geht. Die Rückerstattung erfolgt gemäss der Behörde innerhalb eines Tages. Und die Belege, die die Privatpersonen beim Kauf erhalten, sind eigentlich Voucher mit denen man Geld beziehen kann. Ein ausgetüfteltes System wie man Betrug verhindern kann. Continue reading


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Tricksen kann man immer


Ich war wegen meinen Kunden zwei Tage in Prag. Und da meine erste Besprechung morgens früh anfing, musste ich am Sonntagabend anreisen.

Ich nutzte die Gelegenheit und schrieb meinen ehemaligen Kollegen. Wäre mal wieder schön ein paar von ihnen zu treffen. Vier antworteten positiv und so sind wir zu fünft in eine kleine Bierstube gegangen. Ich habe Bier noch nie richtig gemocht aber ich wollte mich nicht grad von Anfang an absondern und als Dani fünf Bier bestellte, protestierte ich nicht. Continue reading