Meine neue App führt mich!!

Raus aus dem Nebel und rein in die Sonne. Das wollte ich am Sonntag machen. Man muss in die Berge fahren, anders geht es zurzeit nicht. Ausgerüstet mit meiner neuen App Komoot habe ich mir ein Wanderweg ausgesucht. Ich wollte kein Spaziergang, sondern eine anspruchsvolle Tour mit einer ordentlichen Steigung. Meine neue App weiss, dass meine Kondition gut ist und somit schlägt sie mir schwierige Touren vor.

Der Anfang war noch milde, aber bald kam ein ziemlich steiler Aufstieg. Ich musste bald den Pullover ausziehen, denn der steile Berg verlangte mir mit diesem Tempo einiges ab.

Die Sonne schien, der Himmel war fast wolkenlos, einfach herrlich. Ein Balsam für die Seele und ein wunderbares Training für den Körper. Der Weg führte durch den Wald und die Sonne schien zwischen den Bäumen hindurch. Der Weg war ziemlich breit und sehr gut unterhalten. Ich begegnete zwei Paaren, aber mehrheitlich war ich allein unterwegs in einer wunderbaren, durch die Sonne erwärmten Gegend.

Nach mehr als einer Stunde steilem Aufstieg war ich schon relativ hoch auf dem Berg und hier und dort wo sich der Wald gelichtet hatte bot sich ein wunderbarer Ausblick ins Tal. An jeder Kreuzung prüfte ich meinen Weg auf meiner App um sicherzugehen, dass ich nicht falsch abbiege, da ich mich in dieser Gegend nicht so gut auskenne und keine Lust hatte mich zu verlaufen. Ich kam an einer Hütte vorbei und mein Weg bog plötzlich scharf links ab, eigentlich fast zurück ins Tal. Ich prüfte es, aber es war richtig. Wahrscheinlich ein kleiner Abstieg vor der nächsten Steigung. Der Weg wurde schmaler und der Wald dichter. Das bedeutete, dass keine Sonne durchkam und der erste Schnee auch auf dem Weg liegen geblieben ist. Abrupt ging der Weg sehr steil nach unten und war vereist. Klar diejenigen, die da gestern vor mir runtergegangen sind haben den Schnee zerdrückt und über Nacht ist er gefroren. Da hier keine Sonne rankommt, hatte es das Eis nicht geschafft aufzutauen. Trotz wunderbaren Schuhen wurde der Abstieg wirklich gefährlich. Der Pfad war eng und der Berg sehr steil. Ich bin seitwärts gegangen, aber es war nicht überall möglich. Ich musste neben dem Weg ausweichen und durch den Schnee gehen, um nicht auszurutschen. Die Wandertour war bis anhin anspruchsvoll, aber jetzt wurde sie wirklich grenzwertig mit meiner Ausrüstung. Ich überlegte mir, ob ich umkehren sollte. Ich checkte die App und sah, dass diese Abstiegsteil sehr kurz sein sollte. Ich entschied mich es durchzuziehen obwohl ich es selber als gefährlich einstufte.

Nach etwa 400 m hat sich der Wald gelichtet und der Rest der Strecke war ohne Bäume. Ich war erleichtert, dass der vereiste, unangenehme Teil vorbei war. Der Pfad war weiterhin sehr schmal und neben ihm zu gehen nicht wirklich einfach. Da die Sonne da sehr viel scheinte, war der Boden jetzt am Nachmittag aufgeweicht und matschig. Ich lief nach unten und freute mich schon auf den nächsten Aufstieg. In einem Moment wo ich nicht voll konzentriert war rutschte ich auf dem Match trotz meinen wunderbaren Schuhen aus und landete rückwärts in dem Match.

Es ist nicht passiert abgesehen von der wunderbaren dunkelbrauen Masse die mir in den Haaren, auf der Jacke und an den Hosen klebte. Ich putzte mich notdürftig und marschierte wieder los.

Die Tour als solche wäre im Sommer ideal, im späten November mit meiner Ausrüstung – viel zu gefährlich. Mein Vertrauen in das Einschätzungsvermögen von meiner App hat gelitten. Nächstes Mal braucht es einfach eine bessere Vorbereitung. Wie so oft. Selber schuld!! Aber die Sonne und der Frieden auf dem Berg waren es Wert.

Image source: http://unsplash.com

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