Nachtessen

Am Freitag war der letzte Tag des Sommerlager. Noch ein letzter Abend und morgen geht es nach Hause. Ein bisschen Freude wieder nach Hause zu gehen und ein bisschen Wehmut, dass etwas Gutes wieder zu Ende geht.

Thomas, der Leiter des Lagers, wollte sich aber etwas Besonderes für den letzte Abend einfallen lassen. Als es Zeit war, um zu Abend zu essen und alle die Leute langsam bei der Verpflegungsstation eingetrudelt sind, hat Thomas schon auf sie gewartet. Thomas verkündete, dass es das heutige Nachtessen nicht auf dem Festland, sondern Mitten auf dem See gibt. Derjenige der Hunger hat, sollte seine Schüssel mitnehmen und losschwimmen. In der Mitte des Sees, auf einem Boot, wartet die Küchenequipe, um gewünschte Portionen auszugeben.  Thomas sein Vorschlag ist nicht wirklich auf viel Gegenliebe gestossen. Bestimmte Mädels haben sich schon für den Abend geschminkt und die Vorstellung, dass sie jetzt ein Badekleid anziehen sollten, irgendwo weit weg zu schwimmen, mit dem Essen dann wieder zurück, dann sich wieder umziehen und schön machen, war vielen nicht wirklich genehm.

Aber der soziale Druck war wirklich hoch. Die Jungs sind sofort zu ihrem Zelten aufgebrochen um sich in dem zu Messen, wer als erster bei dem Boot sein wird. Und klar, die Mädels wollten nicht abseitsstehen und tussig wirken. Es hat nicht wirklich lange gedauert und fast die ganze Truppe rannte zum Wasser. An einem warmen August Abend im warmen Wasser zu schwimmen ist nicht schwer. Mit einem Gefäss das trocken bleiben sollte, ist es schon eine andere Geschichte.

Es war dann keine Überraschung, das Tom es als erster geschafft hatte bei dem Boot lange vor allen anderen anzukommen. Er fasste sein Nachtessen und schwamm mit der Schüssel auf seinem Kopf, die er mit einer Hand gehalten hatte, zurück zum Ufer. Das was er mit Leichtigkeit geschafft hatte war für viele in der Truppe ein Ding der Unmöglichkeit. Ein paar wenige sind umgedreht ohne je das Boot mit dem Essen erreicht zu haben. Die Mehrheit schaffte es bis zum Boot. Einige Schüsseln wurden nass, aber das machte keinen Unterschied bei dem Gulasch mit Knödeln, welches heute serviert wurde.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass schwimmen mit einem leeren Gefäss vielleicht anspruchsvoll ist, schwimmen mit einem vollen hingegen, fast ein Ding der Unmöglichkeit ist für vielen. Das Seewasser mischte sich mit dem Nachtessen und einige gaben auf und kippten den ganzen Inhalt ins Wasser. Aber auch diejenige die es bis zum Ufer geschafft hatten, hatten selten einen wirklichen Grund zur Freude, weil das Gemisch in den Schüsseln, sah alles anderes als appetitlich aus. Sehr oft beigemischt mit Wasserpflanzen oder einfach nur Wasser.

Der Hunger ist aber mächtig gross. Gegessen wurde anschliessend fast alles.

Die letzte Nacht beim Feure war dann einfach herrlich und über das letzte Nachtessen sprechen die Teilnehmer noch heute.

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