Zoologie noch mal

Ich bin befreundet mit Michelle. Sie ist mit David verheiratet und die beiden haben eine kleine 1-jährige Tochter. Michelle und David haben sich im Ruderclub kennengelernt. Sie lieben es gemeinsam zu rudern, aber mit einem Kleinkind ist das fast unmöglich.

Respektive es ist möglich, aber nur dann, wenn jemand anders auf ihre Kleine aufpasst. Ich habe Michelle zum Geburtstag 5 Hüte Dienste der Kleinen geschenkt, damit sie und David die Zeit haben gemeinsam zu Rudern. Gekostet hat es mich nichts, aber Michelle hat sich so gefreut, wie wenn ich ihr ein Wochenende in dem teuersten Hotel der Welt geschenkt hätte.

Wir haben abgemacht, dass ich am Samstag und Sonntagmorgen die Kleine hüten werde, damit die zwei noch in der Dunkelheit aufbrechen können, um beim Sonnenaufgang auf dem See rudern zu können. Soweit so gut. Ich hatte jedoch keine Lust um 4 Uhr am Morgen aufzustehen, damit ich kurz nach 5 Uhr am Morgen bei Ihnen wäre, damit sie dann loskönnen. Michelle schlug mir vor bei Ihnen im Gästezimmer zu übernachten. Das schien mir eine valable Lösung.

Sie haben ein Haus am Hang und das Gästezimmer im Untergeschoss hat ebenerdige Fenster und viel Licht. Wir haben am Freitagabend um 7 Uhr gemeinsam zu Abend gegessen und dann sind die drei um 9 Uhr ins Bett, weil Michelle und David um 4.30 aufstehen wollten. Ich bekam ein Babyphon und konnte eigentlich den Grossteil meines Hüte Dienstes am Morgen durchschlafen. Aber am Samstag am Morgen war ich um 6 Uhr wach. Da waren die zwei schon längst weg. Das Gästezimmer hat ein kleines Badezimmer und ich wollte duschen. An den Keramikplatten sah ich komische schwarze Flecken. Ich wunderte mich, von wo die kommen, da ich am Abend zuvor geduscht hatte und mir ziemlich sicher war, dass ich die Dusche sauber hinterlassen hatte. Als ich genauer hinschaute, entdeckte ich in der Ecke einen verängstigten Frosch. Ich nahm an, dass die kleinen schwarzen Flecken am Boden Resultate seiner Angst waren. Ich versuchte mir vorzustellen, wie der Frosch in das Badezimmer gekommen ist, aber es war irgendwie ein Mysterium. Ein Frosch in der Natur zu schnappen ist nicht so einfach, ein Frosch im geschlossenen Raum zu fangen ist wesentlich einfacher. Ich musste nur sehr vorsichtig sein, da er sehr verängstigt war und ich wollte ihn nicht verletzen. Es gelang mir nach kurzer Zeit und ich trug sie nach draussen in den Garten. Sie verschwand blitzschnell und ich reinigte die Dusche. Die kleine erwachte erst kurz vor 8 und unsere gemeinsame Zeit war lustig.

Am Samstagabend, das gleiche Vorgehen. Am Sonntagmorgen erwachte ich durch ein komisches Geräusch. Es war völlig Dunkel und ich konnte nichts sehen. Es hörte sich an, wie wenn ein Kabel durch Elektrizität beschädigt wird. Es hörte auf und begann kurz darauf wieder. Und gleich noch mal. Ich machte das Licht an und mitten im Zimmer sass eine Spitzmaus!! Ich glaube wir sind beide erschrocken. Sie verschwand hinter dem Schrank und ich fing an zu überlegen, wie man eine Maus einfängt. Frösche sind das eine, aber eine Maus!!

Nach einer Weile kam die Maus wieder in die Mitte des Zimmers. Beim Versuch sie zu fangen versagte ich kläglich. Ich nahm noch drei weitere Anläufe, aber eben ein Maus mit blossen Händen zu fangen ist nur für geübte Leute. Ich gab auf. Ich ging duschen und überlegte mir eine Fangtechnik. Das Zimmer bot nicht viele Möglichkeiten. Und als ich mich abtrocknete und nackt in der Dusche stand, sass die Spitzmaus unter der Toilettenschüssel. Ich warf das Tuch auf die Maus und Voila. Ich fand die kleine Spitzmaus. Ich hielt sie in dem Tuch fest aber ohne zu drucken und schaffte es sie so zu halten, dass ihr kleiner Kopf mit dem Nasenspitz nach oben zeigte und sie an die Luft kam. Nur jetzt kam die grosse Frage – was mache ich jetzt. Ich habe beide Hände voll mit einer kleiner Maus, bin nackt und muss die Maus los werden. Ich wagte es, und spazierte nach draussen so wie ich dastand, um die Maus in die Freiheit zu entlassen. Klar, dass ich so früh am Morgen niemandem begegnete. Die Spitzmaus verschwand im Gras und ich in meinem Zimmer. Ans Schlafen war nicht mehr zu denken. Mein Adrenalinpegel war viel zu hoch.

Das hüten von kleinen fremden Kindern kann einiges an Abenteuer mit sich bringen.

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