Das Praktikum

Leila war glücklich. Ein Praktikum in Zeiten der Corona zu ergattern ist wie ein Gewinn in Lotto. Noch dazu war es nicht irgendein Spital, sondern ein mittelgrosses, idyllisch gelegenes Privatspital. 6 Wochen konnte Leila dort aushelfen. Ihre Aufgabe konnte man beschreiben als Mädchen für alles. Sie freute sich sehr auf die Arbeit und die Welt des Privatspitals.

Das Geld konnte sie sehr gut gebrauchen, weil alle die Bücher, die sie für das nächstes Semester ihres Studiums brauchen wird, kosten viel Geld.

Der erste Tag hat für sie sehr früh angefangen. Um 6 Uhr musste sie umgezogen und startklar sein um mit ihren Aufgaben zu beginnen. Die erste Aufgabe war auch nicht schwierig. Sie musste alle die Trinkgläser von den Nachttischen einsammeln, sie in die Abwaschmaschine einräumen und anschliessend die sauberen Gläser wieder verteilen. Sie hat die Anleitung bekommen, das so leise wie nur möglich zu machen um niemanden zu wecken. Das schien relativ einfach zu sein und Leila nahm den Rollwagen und ging von Zimmer zu Zimmer auf dem ersten Stock um die Trinkgläser einzusammeln. Sie bemühte sich, die Türe ganz langsam zu öffnen und in den Zimmern sehr leise zu sein um niemanden zu wecken. Es hat nicht schlecht funktioniert und nach einer knappen Viertelstunde ist es ihr gelungen alle die Gläser auf dem Stock einzusammeln. Sie fuhr mit dem Rollwagen zum Lift um Ihre Arbeit einen Stock tiefer fortzusetzen. Es dauerte knapp eine Stunde und Leila hatte alle Gläser von allen drei Stockwerken eingesammelt. Nun machte sie sich auf den Weg in die Küche, um die Gläser in die Abwaschmaschine einzuräumen. Die Küche war leer, aber ihre Vorgesetzte hatte ihr schon gestern gezeigt wie es geht und so war es auch nicht schwierig die Gläser einzuräumen und die Abwaschmaschine zu bedienen. In vielen diesen Gläsern war noch Wasser und Leila schüttete das Wasser mit einem Schwung in das Lavabo. Etwa beim fünften Glas, welches sie ausgeschüttete, ergab sich ein komisches Geräusch. Leila kuckte ins Lavabo um nachzusehen was das war und erstarrte. In Lavabo lag ein künstliches Gebiss. Sie spürte ihren eigenen kalten Schweiss. Das passierte ihr immer, wenn sie etwas falsch machte. Schnell schaute sie in die restlichen Gläser, die noch auf dem Wägeli standen. Ihr Blick verriet ihr, dass es noch schlimmer ist, weil sie noch 6 zusätzliche Gebisse in verschiedenen Gläser entdeckte.

Leila hatte keine Ahnung, wo sie welche Gläser eingesammelt hatte. Sie hatte beim Einsammeln nicht darauf geachtet und ist auch nicht systematisch vorgegangen. Auch wenn ihr Leben davon abhängen würde, hätte sich keine Chance gehabt, die Gläser überhaupt dem richtigen Stockwerk zuzuordnen. Sie malte sich das schlimmste aus, wie sie am ersten Tag ihre Praktikumsstelle verlieren würde, weil diese Privatpatienten unglaublich wütend sein werden und die Leitung des Spital sie dann rausschmeisst.

Leila stellte alle die Gläser mit den künstlichen Gebissen auf die Seite in der Küche, steckte das Gebiss was sie mit dem Wasser ausgeschüttet hatte in ein leeres Glas und machte sich auf den Weg ins Schwesternzimmer um ihnen ihr Missgeschick zu beichten.

Es ist anders gekommen als erwartet, die 2 Krankenschwester haben gelacht und angeboten, dass sie das wieder in Ordnung bringen. Leila war froh, dass sie das Praktikum fortsetzen konnte.

Denken sollte man immer!!

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