Das Leben in Zeiten von Coronavirus II

Noch letzte Woche habe ich über das gleiche Thema sehr leichtfüssig geschrieben. Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen und ich kann es kaum fassen. Die Nachrichten kommen neu nicht mehr täglich, sondern stündlich.

Die Grenze nach Italien wurden geschlossen, die Schulen im Tessin sind geschlossen. Ab heute kann kein Europäer ausser den Briten in die USA einreisen. Meine Kunden senden haufenweise ihrer Angestellten nach Hause um von zu Hause aus zu arbeiten. Die Tschechische Republik hat ihre Grenze für die Schweizer geschlossen. Ich bin ein Einzelkind. Meine Mutter sitzt jetzt allein in Prague und hat Angst. Angst das sie vielleicht stirbt und wir werden uns nicht mehr sehen, ich werde sie nicht mehr streicheln können, sie bekommt kein Kuss mehr. Ich versuche ihr die Angst zu nehmen aber es ist schwierig. Ich kann sie nur über die Telefonlinie in die Arme nehmen und sie trösten, dass es gut kommt. Das ist ein grosses Glück, dass das Telefon und Internet funktionieren und vielleicht ein Fluch zugleich, weil sich die panischen Nachrichten und Untergangsstimmung rasant schnell ausbreiten. Nie dachte ich, dass ich so was erleben werde. Meine Mutter hat eine einzige Erinnerung an das 2. Weltkrieg. Sie war ein Kleinkind und wegen Alarm wegen möglichen Bombardierungen mussten sie in den Keller rennen. In dem Gedränge ist sie gestolpert und die Treppe runtergefallen. Sie erinnert sich wie sie auf dem gepackten Koffer sitzt, mit blutigem Knien und Tränen in den Augen und ihre Mutter (meine Grossmutter) sie tröstet, dass alles wieder gut kommt. Draussen heulen die Sirenen, drin im Keller stinkt es und es ist feucht.  Meine Grossmutter hat es damals in wesentlich schwierigeren Situationen geschafft, meine Mutter die Hoffnung zurückzugeben. Jetzt bin ich an der Reihe und ich bin zuversichtlich, dass ich sie wieder physisch in die Arme nehmen werde, ihre Hände streicheln werde und sie bekommt nicht nur ein Kuss.

Die Mehrheit von uns ist in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der wir immer aus vielen Optionen wählen konnten. Es wurde kaum je über uns bestimmt. Jetzt scheinen wir fremdbestimmt zu sein, in einem Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Das alles hört sich nach etwas Schlimmem an. Aber ich glaube nicht, dass es soweit kommt. Ich glaube wir haben alle gemeinsam eine Chance es zu meistern. Wir sind eine Gemeinschaft und wir sollten die schwierige Situation als eine Gemeinschaft meistern. Wenn ich die neusten Zahlen betreffend der neuen Erkrankungen aus China lese, sieht es so aus, dass China es geschafft hat, die Ausbreitung sehr zu verlangsamen, fast zu stoppen. China beginnt langsam zur Norm zurückzukehren. Ich bin überzeugt, dass kennen wir auch. Ein “Staudamm” zu bauen und mit GEMEINSAMEN Kräften sich den “Wellen” zu stellen. Wir alle können dazu beitragen und eine Wende schaffen. Es ist in euren Händen und es braucht uns alle. Ich bin überzeugt wir werden es schaffen.

Image Source: http://unsplash.com

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