Michaela Merz

Ein nebliges Wochenende

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Ich bin aufgewacht und draussen war es milchig dunkel. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass es im Januar am Morgen noch Dunkel ist aber diese Dunkelheit war nicht schwarz, sondern milchig. Es war eigentlich schon fast 9 Uhr und draussen hat die Dunkelheit dem Tag gewichen. Aber die Sonne schaffte es nicht bis zu meinem Fenster vorzudringen. Kein Wunder, weil der Nebel so dick und hartnäckig war, dass man fast das Gefühl hatte in Watte gewickelt zu sein. Am Anfang habe ich es noch belustigend gefunden aber mit der Zeit hat mein Unwohlsein zugenommen. Es fühlte sich an wie wenn man das Gefühl für Raum und Zeit verloren hätte.

Ich bin zum Yoga gegangen, das hilft immer. Yoga hat meinen inneren Zustand wunderbar ins Gleichgewicht gebracht aber der Nebel ist leider geblieben. Nicht einmal ein kleiner, schwacher Sonnenstrahl hat es bis zu mir geschafft.

Ich musste einkaufen gehen. Dabei wurde ich Zeugin vom Versuch einer Confiserie im Guinnessbuch der Rekorde zu landen. Sie haben die grösste Zuger Kirschtorte gebacken. Sie hatte einen Durchmesser von vier Meter, riesig. Für mich gehören Süssigkeiten und Alkohol nicht zusammen. Ich habe Kirschtorte in Schnaps getunkt nicht gern aber das ist Geschmackssache. Die Grösse des Gebäcks war wirklich beindruckend. Das sieht man nicht täglich.

Aber auch die Torte hat es nicht geschafft den dicken Nebel zu vertreiben. Es war ein Gefühl zum Ersticken. Ich dachte mir, ich muss da raus, irgendwo in die Höhe um den freien Himmel zu sehen. Ich habe mich umgezogen und 30 Minuten später war ich oberhalb der Nebelgrenze. Unter mir sah ich eine weisse, dicke und undurchdringbare Decke und da oben war strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Ich wanderte in der Sonne und genoss das Licht und die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Die Wirkung auf die Seele war unbezahlbar.

Mit dem Sonnenuntergang bewegte ich mich sehr ungern zurück ins Tal. Ich fuhr durch den Nebel und war wieder in der Dunkelheit gefangen. Aber ich hatte ja ein paar Stunden Licht getankt. Am Abend beobachtete ich den Fackelumzug durch die Stadt. Es war wunderbar organisiert aber am Anfang recht gespenstig, da es kein Laut und keine Musik gab. Erst später sind Tamburen dazu gekommen. Es wirkte majestätisch. Licht in der Dunkelheit.

Ich wusste der Sonntag wird gleich sein, die einzige Lösung wieder in die Höhe zu gehen, der Seele zu Liebe.

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