Michaela Merz

Ups, we did it again …

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Es ist einfacher zu jammern, dass diese Welt zugrunde geht, als selber Hand anzulegen und etwas dagegen tun. Ich habe das unheimliche Glück mit Leuten zusammenzuarbeiten, die wie ich meinen, dass wir dieser Welt etwas zurückgeben sollen. In unserem Team haben wir demokratisch abgestimmt: Wollen wir einen tollen Nachmittag auf der Chilbi oder etwas in dieser Art verbringen oder wollen wir etwas für andere tun? Das Resultat war klar, die Mehrheit der Leute war der Meinung, dass wir helfen werden. Es wäre gelogen zu sagen, dass unser Team kurz vor der Heiligsprechung steht und dass alle für die gemeinnützige Arbeit gestimmt hatten. Nein, aber die Mehrheit schon und auch jene der Minderheit standen hinter dem demokratischen Entschluss und zogen mit.

Und so sassen wir vor zwei Wochen in einem Bus Richtung Ringgenberg. Wir fuhren in ein idyllisches Dorf mit einer erstaunlich grossen Schulküche. Unser Ziel: so viel Marmelade wie nur menschenmöglich zu kochen und so viele Guetzli zu backen, dass wir mit dem Verpacken gar nicht nachkommen. Wir waren fast 50 Personen und mit so vielen Leuten kann man an einem Nachmittag einiges bewirken. Dieses Jahr haben wir für REACH Schweiz gearbeitet.

REACH bedeutet Render Effective Aid to Children (wirksame Hilfe für Kinder) und steht für ein Hilfswerk aus der Schweiz, welches mit einer Gruppe engagierter Menschen notleidenden Kindern und Jugendlichen hilft. Durch den Betrieb eines Wohnheims bekommen 60 Kinder von Bergbauern in Thailand die Möglichkeit, die angegliederte Schule zu besuchen. Ebenso unterstützt REACH in drei Flüchtlingslagern Schulen, um ca. 1’000 burmesischen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. In Mae Sot wurde 2017 ein Lehrlings- und Studentenwohnheim fertiggestellt und in Tansania betreibt REACH eine Landwirtschaftsschule, wo 55 Studentinnen und Studenten eine Ausbildung in der Landwirtschaft, in der Holzverarbeitung und im Nähen absolvieren können. Hier gibt es mehr Informationen.

Unser Team wurde aufgeteilt in Bäcker, Marmeladen- und Sirupköche. Es gab die Jene, die alles wuschen und zerstückelten und die Verpacker. Ich bin bei den Verpackern gelandet, da es nicht so beliebt war wie das Kochen und Backen, es aber doch irgendjemand machen musste. Die Küche roch wunderbar und je länger wir gearbeitet hatten umso besser roch es: nach reifen Früchten, frischem süssem Gebäck, nach Marmelade. Es wurde viel gelacht und viel gearbeitet. Alle packten wirklich mit an und sobald jemandem die Arbeit ausgegangen ist, hat er nach einer anderen Beschäftigung gesucht. Wir haben es geschafft 20kg Guetzli zu backen und zu verpacken. Ausserdem haben wir 5kg Erdbeeren, 2kg Zwetschgen, 2kg Holunder, 7.5kg Waldbeeren, 2.5kg Himbeeren, 10kg Pfirsiche, 6.5kg Nektarinen und 9 Melonen zu rund 80kg Confitüre und 5kg Himbeeren und 2.5kg Holunder zu Sirup verkocht.

In unserer eher kleineren Gruppe der Verpacker habe ich am Anfang die Säckli gefaltet, aber bald bin ich aufgestiegen in die Gruppe der Beschrifter. Man muss ja wissen welche Marmelade sich in dem Glas befindet und was so ein Glas kostet. Beim Säcklifalten konnte ich noch mitreden und mitlachen aber bei der Beschriftung bin ich verstummt. Es klingt einfach 100x zu schreiben “Waldbeerenconfi” aber man muss sich schon konzentrieren um den richtigen Buchstaben in der richtigen Anzahl aneinander zu reihen. Plötzlich kamen die Verpacker nicht mehr nach. So viel Ware hat das ganze Team produziert. Die freien Kräfte aus der Küche wechselten zum Packtisch und so haben wir es nicht nur geschafft riesige Mengen zu kochen und zu backen, sondern auch alles zu verpacken, beschriften und für den Abtransport parat zu machen.

Das Beste an der ganzen Aktion aber war, dass es unheimlich viel Spass gemacht hat. Es ist ein Glück etwas für jemand anderes zu tun und sich dabei selber so toll zu fühlen. Ich hoffe, dass alle Marmeladengläser und alle Säckli mit dem Gebäck verkauft werden und dass das Geld den Kindern in Thailand zugutekommt, die es wirklich nötig haben. Diese Kinder haben nur wenige Möglichkeiten für die Zukunft, uns steht die ganze Welt offen. Und wenn ihr auch etwas beitragen wollt, sendet doch REACH ein bisschen Geld, um ein neues Schulhaus entstehen zu lassen oder übernehmt eine Kinderpatenschaft, um mehr Perspektiven für diese Kinder ohne Privilegien entstehen zu lassen.

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