Michaela Merz

Wenn das Hallenbad mehr Geld mit Parkgebühren als mit Eintritten verdient

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Ich wollte schwimmen gehen. Es war elend kalt, Samstag in den Winterferien kurz nach dem Mittag. Da ich anschliessend gross einkaufen wollte, nahm ich das Auto. Das war schon mal ein grosser Fehler. Oerlikon, wo die Messehalle steht, war mit Autos zubetoniert. Nichts ging. Ich bog in die kleine Quartierstrasse, wendete und fuhr wieder nach Hause.

Ich nahm mein Trottinette und machte mich auf den Weg zum Hallenbad ohne das Auto. Es war wesentlich schneller. Als ich beim Hallenbad ankam, war der Besucherparkplatz restlos voll. Grosse Autos mit Kennzeichen der verschiedenen Kantone standen da Tür an Tür, Stossstange an Stossstange. Luzern, Thurgau, Aargau sogar Genf. Wer hätte gedacht, dass unser Hallenbad so populär ist, dass man mehrere Stunden Reise auf sich nimmt. Nein, das ist ein schlechter Witz. Das Hallenbad war so gut wie leer. Zu meiner Freude war ich abgesehen von einigen Kindern im Kinderspielbecken im Schwimmbecken eher einsam.

An der Kasse habe ich bei Weggehen mit der Kassiererin gesprochen. Das Hallenbad hat heute mehr Geld mit den Parkgebühren eingenommen als mit Eintritten. Wahnsinn!! Als der Parkplatz in der Vergangenheit immer wieder voll war und durch Besucher der nahe liegenden Messe trotz des netten Schildes „nur für Besucher des Hallenbads“ missbraucht wurde, hat das Hallenbad den Parktarif für diejenigen, die nicht schwimmen gehen auf CHF 15 pro Stunde erhöht. Eine Zeitlang hat es gut funktioniert und auch bei Messen konnte man einen Parkplatz finden. Jetzt seit etwa eine, Jahr ist es am Wochenende bei speziellen Anlässen ein Ding der Unmöglichkeit einen Parkplatz beim Hallenbad zu finden. Nur leider weiss ich nie so genau, welcher Anlass bei der Messe wann stattfindet und falls ja habe ich auch kein gutes Einschätzungsvermögen, welche Messe einen Besucherandrang mit sich bringen wird, um daraus schliessen zu könne, wann ich mein Auto lieber zu Hause lassen sollte. Das mache ich wenn es gutes Wetter ist, fast immer aber bei fürchterlichem Wetter ist es mit dem Auto einfacher und bequemer.

Offensichtlich schrecken die CHF 15 pro Stunde niemandem mehr. Wahrscheinlich braucht es New Yorker Verhältnisse, wie pro Stunde CHF 40 pro Parkplatz um der Situation Herr zu werden. Und vielleicht bringt auch das nur eine kurzfristige Erleichterung. Darum wäre es vielleicht angemessen gerade mit CHF 100 für nicht badende Gäste anzufangen. Wer weiss, vielleicht wäre der Parkplatz auch dann voll und ich müsste auf mein Trottinette zurückgreifen aber dafür hätte mein Hallenbad soviel Geld verdient, dass der Eintritt gratis wäre. Dann hatte ich noch eine zusätzliche Motivation auch bei ausgesprochen schlechtem Wetter auf mein Auto zu verzichten.

Bildquelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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