Michaela Merz

MWST-Satzänderung per 1. Januar 2018?

1 Comment

Erstmals in der Geschichte der Schweizer Mehrwertsteuer könnten der Normal- und der Sondersatz sinken! Ob und in welcher Höhe eine Senkung per 1. Januar 2018 erfolgen wird, entscheidet das Schweizer Stimmvolk am 24. September 2017 im Rahmen der Abstimmung zur AHV-Revision.

Definitive Folgen zum 31.12.2017

Am 31. Dezember 2017 läuft die befristete Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV) aus Mitteln der Mehrwertsteuer aus. Dadurch werden die drei Steuersätze automatisch sinken. Auf den 1. Januar 2018 tritt aber auch die Erhöhung um 0,1% zur Finanzierung der Bahninfrastruktur (FABI) in Kraft. Unter Berücksichtigung dieser beiden Effekte wären die Steuersätze zum 1. Januar 2018 die folgenden:

Normalsatz:  7,7%
Sondersatz:  3,7%
Reduzierter Satz: 2,5%

Mögliche Folgen aufgrund der Reform der Altersvorsorge 2020

Aktuell ist noch offen, ob beim Normal- und Sondersatz per 1. Januar 2018 eine zusätzliche Steuersatzerhöhung zu Gunsten der Altersvorsorge erfolgen wird. Sollte das Stimmvolk am 24. September 2017 der Abstimmungsvorlage zustimmen, bleiben die MWST-Sätze auf dem aktuellen Niveau.

Sind Sie, Ihr Unternehmen und die Buchhaltungssoftware für eine Steuersatzänderung bereit?

Lehnt das Stimmvolk die AHV-Revision ab, werden die MWST-Sätze ab 1. Januar 2018 gesenkt. Für die mögliche Umstellung verbleiben somit nur wenig mehr als drei Monate. Kommt es zu einer Änderung der Steuersätze, ist Folgendes zu berücksichtigen:

  • Steuerkennzeichen in der Buchhaltungssoftware: Es müssen neue Ausgangs- und Vorsteuerkennzeichen eingeführt werden (Normalsatz 7,7%, Sondersatz 3,7%).
  • Anwendbarer Steuersatz: Massgebend, ob eine Leistung zu den aktuellen oder neuen Steuersätzen fakturiert werden, ist der Zeitpunkt der erbrachten Leistung. Wird eine Lieferung noch im Jahr 2017 erbracht, ist diese zu den aktuellen Steuersätzen in Rechnung zu stellen. Stellt Ihr Unternehmen im Dezember 2017 eine Rechnung aus für eine Dienstleistung, die erst im Januar 2018 oder später erbracht wird, ist der neue Steuersatz anzuwenden. Auf der Vorsteuerseite gilt der Grundsatz «Die effektiv in Rechnung gestellte Steuer darf in Abzug gebracht werden» auch beim Ausweisen eines nicht korrekten Steuersatzes.
  • Rechnungsformulare und -Vorlagen müssen angepasst werden
  • Beachtung der Folgen in Verträgen, Offerten etc.: In den Verträgen ist auf die MWST hinzuweisen (entweder Hinweis auf den Steuersatz in Prozentpunkten oder «zuzüglich gesetzlicher MWST»).Sollte die Steuersatzerhöhung in der Volksabstimmung am 24. September 2017 abgelehnt werden, sind die verbleibenden drei Monate relativ kurz, um alle Änderungen vorzunehmen. Vor allem der EDV-Systemumstellung ist im Vorfeld Rechnung zu tragen. Automatische Buchungsabläufe sowie die Ausdrucke auf den Rechnungsformularen sind vor dem 1. Januar 2018 zu überprüfen. Grundsätzlich empfehlen wir, die bestehenden Steuerkennzeichen nicht mit den neuen Sätzen zu überschreiben, sondern neue Steuerkennzeichen mit einer neuen Gültigkeitsdauer anzulegen.

Fazit und Empfehlung

Sollte die Steuersatzerhöhung in der Volksabstimmung am 24. September 2017 abgelehnt werden, sind die verbleibenden drei Monate relativ kurz, um alle Änderungen vorzunehmen. Vor allem der EDV-Systemumstellung ist im Vorfeld Rechnung zu tragen. Automatische Buchungsabläufe sowie die Ausdrucke auf den Rechnungsformularen sind vor dem 1. Januar 2018 zu überprüfen. Grundsätzlich empfehlen wir, die bestehenden Steuerkennzeichen nicht mit den neuen Sätzen zu überschreiben, sondern neue Steuerkennzeichen mit einer neuen Gültigkeitsdauer anzulegen.

 

Bildquelle: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de

One thought on “MWST-Satzänderung per 1. Januar 2018?

  1. Hallo Michaela. Meines Erachtens darf der Leistungserbringer bei Fakturierung im Dezember 2017 für Leistungen 2018 die aktuellen, alten Steuersätze in Rechnung stellen. Dein Text sugeriert, dass dies nicht möglich sei. Die Korrektur kann später mit einer Schlussabrechnung erfolgen. SAP sieht meines Wissens diese Variante vor (Fakturierung im 17 zu alten Sätzen und Korrektur im 18 zu neuen Sätzen). Eine Umstellung von SAP im Sinne, dass im 17 schon neue Sätze angewendet werden können für Leistungen 2018 ist, so wie mir gesagt wurde, sehr aufwendig. Grüsse Thomas Arnet

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s