Michaela Merz

Gregor, der Egoist

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766216_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.deGregor war ein Egoist. Ein Egoist wie aus dem Bilderbuch und dazu noch überzeugt, dass er der Beste sei. Kritik prallte von ihm ab wie Wasser auf einem Regenschirm. Gut gemeintes Feedback war willkommen sofern positiv. Alles Negative und alles, was seinen Zielen nicht diente, wurde negiert und ausgeblendet.

 

Dazu war er ein Alpha Tier und vertrug sich nur schlecht mit anderen Alpha Tieren. Eine Bereitschaft von den anderen Guten etwas zu lernen war nicht vorhanden. Das Erstaunlichste war jedoch seine Überzeugung, dass er Charme und Sexappeal besitzt und quasi unwiderstehlich für die Frauen ist. Von wo er diese Selbstsicherheit nahm, lässt sich leider nicht eruieren. Die Realität war jedoch das komplette Gegenteil. Einige seiner weiblichen Kundinnen, die ich kannte beschwerten sich über seine deplatzierten und überheblichen Auftritte. Von Bewunderung konnte keine Rede sein.

Einmal waren wir zusammen mit unseren Kunden auf einem Anlass. Kurz vor dem Eintreffen der Kunden hat uns Gregor belehrt, wie wir uns richtig benehmen sollten. Er hat da und dort bei verschiedenen Leuten das Outfit beanstandet und benahm sich wie als ob wir seine Kompanie und nicht Arbeitskollegen wären. Wir waren seine Vorträge satt aber keine sagte was. Gregor schwebte von Kunde zu Kunde und demonstrierte seine Überlegenheit in jovialer Art, was eindeutig nicht gut ankam. Wir beobachteten, wie eine unserer Kundinnen die Augen nach oben rollte als sie sah, dass Gregor sie ansteuerte.

Der Anlass ging zu Ende und uns stand noch der Apéro bevor. Gregor schlug vor, ein Foto der Gruppe zu machen und wir nickten. Gregor suchte die richtige Position und bewegte sich rückwärts. Wir sahen es alle kommen, aber niemand sagte was. Noch ein Schritt und Gregor war bei einem Teich angelangt. Alle warteten gespannt.

Ja, Gregor landete rückwärts in dem kleinen Teich inklusive seinem Smartphone. Einige von uns, inklusive der Kunden hatten grösste Mühe das schadenfrohe Lachen zu unterdrücken, aber das hat Gregor nicht gesehen. Er stand in dem matschigen Teich, sah unheimlich lustig und sehr nass aus und in den Haaren hatte er eine Pflanze. Das Format über sein Missgeschick zu lachen, besass er leider nicht und so wurde der Abend auch noch durch eine Fluchtirade seinerseits bereichert.

Haben wir uns fair und moralisch einwandfrei verhalten? Nein, haben wir nicht! Ihm aber eine solche Lektion zu erteilen war unheimlich befriedigend. Wie immer hat Gregor aber leider nichts davon gelernt. Ich denke, dass er nicht mal realisiert hat, dass ihm die Unterstützung und das Mitleid der Gruppe aus gutem Grund gefehlt hat.

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