Michaela Merz

In New York bei der UNO-Generalversammlung

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Ich war in New York. In Newark gelandet, wartete der Chauffeur auf mich. Nein, ich gehöre nicht zu den Reichen und Schönen, die sich einen eigenen Chauffeur leisten können. Und ich war diesmal (oder vorläufig) auch nicht ein geladener Gast der UNO-Generalversammlung, sondern ich habe entdeckt, dass, wenn ich den privaten Fahrdienst im Voraus bestelle, es gleich teuer kommt wie ein Taxi und es ist sauberer und angenehmer.

Der Chauffeur lotste mich zum Parkplatz und in seiner Aussprache erkannte ich einen slawischen Akzent. Ich fragte ihn von wo er kommt. Ursprünglich war er aus Omsk in Russland und wir führten daher die weitere Konversation auf Russisch. Ich bekam von ihm sehr viel Lob für mein Russisch. Was eigentlich sehr erfreulich ist, jedoch gleichzeitig frustrierend, weil ich es noch nicht geschafft habe akzentfrei Russisch zu sprechen.

Dann wies er mich an zu warten. Ich stand da nur kurz und wie aus dem Nichts erschien dieser Celebrity Strassenkreuzer. Ich bin noch nie mit so einer Limousine gefahren. Wow, dachte ich mir, das fängt gut an und war sehr gespannt wie es sich mit diesem überlangen Fahrzeug im New Yorker Verkehr fährt. Ich schlug gerne das Angebot aus, dass alle die alkoholischen Getränke im Preis inbegriffen waren und genoss die Fahrt ohne Whisky.

Bei der Buchung des Hotels eine Woche zuvor hatte ich fast Gänsehaut bekommen, weil die Preise so unverschämt hoch waren. Ich weiss, New York ist teuer, aber diese Angebote waren wie Raub am helllichten Tag. Ich suchte und suchte bis ich ein immer noch sehr teures, aber im Vergleich zu den anderen eigentlich preiswertes Angebot fand. Ich kannte das Hotel nicht und war gespannt, ob ich nicht bestraft werde, zum Beispiel durch ein fehlendes Badezimmer.

Was aber wesentlich war, war die Tatsache, dass diese Woche in New York nicht nur der Papst auf Besuch war, sondern auch die UNO-Generalversammlung stattfand. Und mein Hotel stand 200m vom UNO-Gebäude entfernt. Das klingt aufregend und war es auch. Der Grund der Aufregung waren die vielen Strassensperren und alle möglichen und unmöglichen Sicherheitsmassnahmen. Das führt zu Verkehrschaos und elend langen Wartezeiten.

Meine Limousine kam durch die Sperren nicht durch. Und da mein Hotel in der Sperrzone stand, musste ich mit meinem Koffer‎ das letzte Stück zu Fuss gehen. Das wäre nicht so problematisch gewesen, aber es gab so viele Gitterabsperrungen, dass ich mich wie in einem Labyrinth fühlte bis ich der Ausgang fand.

Das Hotel war toll, mein Fenster war in Richtung des UNO-Gebäudes und zum Fluss und ich konnte am Abend beobachten, wie die Leute aus dem Gebäude strömten und zu meinem Hotel hinübergingen. So wurde ich Teil der diesjährigen UNO-Generalversammlung. Ich war tatsächlich mittendrin.

Meine Arbeitswoche in New York war wunderbar, inspirierend und wie immer sehr intensiv. Dieses Mal als nicht vollwertiges Mitglied der UNO-Generalversammlung 2015.

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