Michaela Merz

Sonntag in Zug – Oldtimer treffen

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Bei einem Kauf eines Elektrogeräts zahlt der Konsument eine vorgezogene Recycling Gebühr. Die Gebühr ist nicht knapp bemessen. Bei einer Waschmaschine muss man mit 30 CHF rechnen. Eigentlich könnte man dies erst zum Zeitpunkt der Entsorgung bezahlen, aber der Gesetzgeber traut seinen Bürgern nicht. Wer weiss schon wie wir alle die alten Telefone, Tablets und Kleingeräte entsorgt hatten. Wahrscheinlich wäre ein Teil aus Bequemlichkeit oder Sparsamkeit in den normalen Abfallsack gelandet. Bei Waschmaschine scheint mir die Sorge eher unbegründet. Ein Kühlschrank oder Spülmaschine unbemerkt einfach so zu entsorgen ist ein grösseres Unterfangen, das schon fast “kriminelle” Energie braucht.

Bei Autos ist es umgekehrt, bezahlt wird erst beim Entsorgen. Aber ab und zu will man sie eigentlich für immer und ewig behalten. Da gibt es unzählige Begeisterte, die diese alten Autos hegen und pflegen, stolz vorführen und zu Schau stellen. Es gibt viele Treffen von Oldtimer in der Schweiz, wo man die Schönheit, Präzision und Liebe zu Technik bewundern kann. September scheint dazu der richtige Monat zu sein und wenn das Wetter wie dieses Jahr mitspielt, sind die alten Fahrgestelle sehr häufig unterwegs. Letztes Wochenende haben wir uns in Ascona an alte Rolls Royces und Bentleys erfreut und diesen Sonntag war es eine bunte Mischung beginnend von Mofas, über Motorcycle, Pkw bis zu Bussen und kleinen Lastern in Zug zu bewundern. Der Andrang war riesig. Fachsimpeln über den geöffneten Motorhauben, bewundernde Blicke über detailgetreue Ausführung und eine Jazzband, welche vom Alter der Oldtimer nahe war, aber von der Energie und Ausdauer auf Jungspund erinnerte. Die Stimmung war grossartig. Man ist unter sich, mit der gleichen Flamme im Herz.

Es ist wunderschön eine grosse Menge von Leuten zu beobachten, die sich ohne Worte verstehen und die sich untypisch schweizerisch sehr viel Lob zukommen lassen. Dann war es aber schon Nachmittag und die vielen Besitzer bestiegen ihr Eigentum, stolz und zufrieden, so wie wenn das eigene Kind etwas Grosses geleistet hat und fahren in alle Richtungen weg. Wir schlenderten zum Bahnhof aber nach 500 Meter an der Bossard Arena wurden wir zu einem gratis Skateboard Workshop eingeladen und mit allem notwendige ausgerüstet. Als wir müde und zufrieden von den Skateboards abstiegen und nochmals den Bahnhof ansteuerten, haben uns die Fechter vor der Sporthalle überrascht. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Ein Fechtkampf zu beobachten ist extrem spannend. Es geht schnell, sehr schnell, sodass es ab und zu schwierig war alle Bewegungen nachzuvollziehen. Kleine Jungs und Mädchen wie auch Herren mit weissen Haaren waren zu sehen, wie sie alles geben und sich gegenseitig nichts schenken. Wir fieberten mit, nur leider immer wieder wurden unsere Favoriten besiegt.

Wir hatten ursprünglich einen anderen Tagesablauf geplant. Vorgesehen war eine Wanderung entlang des Zugersees, aber wer kann schon wiederstehen, wenn es so viel Spannendes zu sehen und zu unternehmen gibt.‎ Es lebe die Spontanität.

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