Leben in Zeiten von Corona 2021 II


Am Sonntagmorgen, es ist noch dunkel draussen, aber ich ziehe die Sportsachen an und gehe laufen. Alles schläft noch. Ich begegne niemandem nur bei dem Bauernhof, an dem ich vorbeilaufe, sind die Kühe schon draussen und füllen sich die Bäuche mit dem Silage Futter. Das Licht kommt zaghaft und es ist offensichtlich, dass es da im Unterland wieder einmal kein sonniger Tag wird. Das macht mir nichts aus, zumindest jetzt nicht. Ich renne den steilen Hang nach oben und schnappe nach Luft, um die Steigung bewältigen zu können. Die Luft ist frisch und es ist nicht wirklich kalt aber die Mütze tut ganz gut.  Bewegung an der frischen Luft fühlt sich immer gut an und heute Morgen ist es ein wunderbares Gefühl. Ich erreichte die Kapelle St. Verena und hielt kurz an, um zu schauen wie das Tal so aussieht. Nach 2 Minuten renne ich weiter nach oben, wie wenn dort oben der seelische Frieden zu finden wäre. Leider hat die weitere Steigung auch keinen Frieden gebracht. In meinem Kopf rattern die Gedanken wie wild und ich habe es nicht geschafft, den Kopf leer «zu rennen». Die für Ende Februar geplante Reise nach Prag zu meiner Mutter scheint sich immer weiter zu verschieben, weil zwei Mal Quarantäne, eingesperrt, ohne eine Möglichkeit nach draussen zu gehen, halte ich jetzt einfach nicht aus.

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Die letzte Wahl


Am Sonntag habe ich die Sonnenstrahlen in einem kleinen Café am Seeufer genossen. Mein Jüngster spielte auf dem nahegelegenen Spielplatz und ich hatte einen der seltenen Momente, wo ich einfach Leute rund um mich herum ziellos beobachten konnte.

Am Tisch neben mir sassen zwei ältere, zierliche Damen, eine mit einem kleinem Hut. Am nächsten Tisch sass ein Herr bei der Lektüre der Sonntagszeitung, dann ein jüngeres Paar mit verliebten Blicken und endlosen kleinen, hungrigen Berührungen, zwei junge, tratschende Freundinnen, herausgeputzt wie auf einer Modenschau, an zwei Gläsern Prosecco nippend.Read More »

Die irische Geschichte


Ich war in einer kleinen irischen Stadt für einen Tag zu Besuch. Am späten Nachmittag machte ich mich auf, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Es war eine kleine überschaubare Stadt und es gab nicht sehr viel Historisches zu sehen. Ich landete bei einer winzigen Kirche, umgeben von einem kleinen Friedhof. Er war sehr einfach, mit nur wenigen Steinen ohne jeden Schmuck und Blumen. Nur die Inschriften auf den Grabsteinen erzählten kleine Geschichten.Read More »