Michaela Merz


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Körpertausch im Jahre 2112


Mein Jüngster konnte nicht einschlafen. Er verlangte nach einer Geschichte.

Maria hat sich wie jeden Monat für Samstag für einen Körpertausch angemeldet. Es war der 8. Oktober 2112.
Das bedeutete, dass ihre Seele den Tag im Körper einer anderen Person verbringen würde. Man startet um 7 Uhr morgens und endet um 7 Uhr abends. Bei der Anmeldung checkte Maria das Alter, Geschlecht und das Krankheitsbild. Wie immer entschied sie sich für eine Frau zwischen 90 und 100. Dieses Mal wählte sie eine Dame, die auf einem Auge erblindet war, mit einfachen körperlichen Beschwerden. Continue reading


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Our world in 2030


When I read George Orwell’s book, 1984, in the eighties of the last century, it was a lovely and at the same time ghostly experience. At the time the book was forbidden and you were not allowed to possess it and also not read it. A large group of us met in an apartment, in which I had never been in my life and we took turns in reading it aloud. We drank tea and ate pickled gherkins, because there was nothing else. A group reading is something wonderful, because afterwards one can have a lively discussion. But the story of this book is frightening and it sent a shiver down my spine. The idea that I could live in a society which observes me at every step and knows everything about me and corrects me, if I do not feel as the state envisages, was simply awful.

After we had read the book, in the last century we agreed that in the near future this scenario is rather improbable, because the state does not have the technical resources to observe its citizens so closely. That was a feeling of relief, but the fundamental discomfort remained. Continue reading


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Unsere Welt im Jahre 2030


Videoüberwachung, Überwachungskameras

Als ich in den 80 Jahren des letzten Jahrhunderts das Buch 1984 von George Orwell las, war es ein schönes und gleichzeitig gespenstisches Erlebnis. Das Buch war damals verboten und man durfte es nicht besitzen und auch nicht lesen. Wir trafen uns in einer grossen Gruppe in einer Wohnung, in der ich noch nie im Leben war und wechselten uns beim Vorlesen ab. Dazu tranken wir Tee und assen Essiggurken, da es sonst nichts gab. So eine Gruppenlesung ist etwas Wunderbares, weil man es anschliessend leidenschaftlich diskutieren kann. Die Geschichte dieses Buches ist jedoch beängstigend und mir ist es damals kalt über den Rücken gelaufen. Die Vorstellung, dass ich in einer Gesellschaft leben könnte, die mich Schritt und Tritt überwacht und alles über mich weiss und mich zu Recht weist, wenn ich nicht so spure, wie es sich der Staat vorstellt, war einfach vernichtend übel.

Nachdem wir das Buch gelesen hatten, haben wir uns im letzten Jahrhundert darauf geeinigt, dass dieses Szenario in naher Zukunft eher unwahrscheinlich ist, da der Staat die technischen Mittel nicht habe, um seine Bürger so umfassend zu überwachen. Das war ein erleichterndes Gefühl aber das grundsätzliche Unbehagen blieb. Continue reading