Michaela Merz

Jedes Jahr wieder

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Ich habe mir die Finger wundgeschrieben – Nektarinen Confi, Plattpfirsich Confi, Waldbeeren Confi, Melonen- Zitronen-Banane Confi, Erdbeeren Confi. Ja, wir Steuerleute haben wieder Konfitüre gekocht und Kekse gebacken. «Gott riecht es toll! » dachte ich mir den ganzen Nachmittag, vor allem, weil ich es nicht geschafft habe weder Frühstück noch etwas zu Mittag zu essen. Aber ich widerstand der Versuchung und stibitzte nicht mal ein kleines Stücklein.

Wir alle – und dass waren über 40 Leute – haben versucht jemanden, der es wirklich braucht und den wir nicht kennen und wahrscheinlich nie begegnen werden, zu helfen. Wir schnipselten frische, reife Früchte und kochten sie zu feinen Gelees und Konfitüren, backten Spitzbuben und andere Leckereien. Das alles, damit es auf verschiedenen Märkten zu relativ bescheidenem Preis verkauft werden kann. Zum Beispiel ein Glass kostet SFr.3. Die in der Migros ist teurer und sicher nicht mit solcher Handarbeit und viel Liebe hergestellt. Das Geld, dass so zusammenkommt, wird für verschiedene Projekte der Stiftung REACH Schweiz benutzt. Hauptsächlich jedoch zu Bau und Betrieb von Schulen in Norden von Thailand.

Ich habe angefangen die Säcke für die Kekse zu falten. Bei dieser Arbeit konnte ich dem Einsatzleiter zuhören. Die Geschichte der Leute aus den Dörfern um die Schulen, der einzelnen Schulkindern, die Armut aber auch der Wille eine bessere Zukunft zu haben, waren eindrücklich und gleichzeitig beklemmend. Dann wurde ich der Konfigläser-beschriftung zugeteilt. Das erforderte die höchste Konzentration, weil sonst drohte das Risiko, dass mir Buchstaben fehlen werden oder bestimmte in Überzahl werden.

Wir schafften es, an diesem Nachmittag Unmengen von Rohstoffen zu etwas Tollem zu verarbeiten, das zu verpacken, beschriften und mit Preisen zu versehen. Am Abend sass dann das ganze Team im Garten einer lokalen Pizzeria und wir genossen den Abend zusammen. Nach einem Tag wo wir uns nicht nur in Buchstaben und Zahlen vertieft hatten (wie wir das Steuerleute sonst tun), sondern wir haben etwas gemacht, was gut schmeckte, sich anfassen oder anbeissen liesse und uns das gute Gefühl gab, dass wir nicht nur an uns denken, sondern an jemandem der wir gar nicht kennen.

Ich bin sehr stolz auf meine Leute, auf mein Team. Es ist einfach allgemein zu verlangen, dass man für Klima, für die Schwächen und Benachteiligte etwas tut. Es ist aber wesentlich anspruchsvoller es tatsächlich umzusetzen und bei sich anzufangen. Und wie die letzten fünf Jahre, wir haben es wieder geschafft, alle zusammen an einem Strick zu ziehen und zu helfen. Danke an meinen Team, dass sie alle mitmachen. Das ist auch ein Grund warum ich jeden Morgen gerne zur Arbeit komme. Mit diesem Team macht es sehr viel Spass.

Übrigens ihr könnt es auch. http://reach.ch/– auf diesem Link werden die Projekte vorgestellt. Man muss nicht Marmelade Kochen. Geld Spenden geht auch. Oder ihr könnt unsere Marmelade kaufen und sie als Geschenk verwenden. Das kommt sicher gut an.

Ein grosses Dankeschön an Olivier Comment von PwC Lausanne für die grossartigen Fotos.

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