Michaela Merz

Kindererziehung

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Ich hatte mich nie getraut jemand Ratschläge zu erteilen, wie man Kinder richtig erziehen soll. Ich habe in der Vergangenheit viel mit Kindern gearbeitet. Ich habe 4jährigen das Skifahren beigebracht, Sommerlager geleitet, Gruppen von Pubertierenden mit Lernschwächen Wissen beigebracht. Dazu habe ich eigene Kinder.

Meine Erkenntnis aus den Jahrzehnten ist jedoch, dass ich sehr glaubwürdig und emotional tief engagiert bin, sofern mir etwas sehr wichtig ist. Das kommt dann auch an.

Für mich ist zum Beispiel physische Gewalt absolut nicht akzeptabel. Ich kann mir nicht vorstellen jemanden zu schlagen, nur weil er meine Werte nicht teilt oder Mist gebaut hat. Es war mir demzufolge extrem wichtig, dass meine Kinder sich auch gegenseitig nicht schlagen. Konflikte muss man anders lösen. Immer wenn es in der Vergangenheit als sie noch klein waren Ansätze dieses Vorgehens bei Ihnen gegeben hat, bin ich ausgeflippt. Es machte mich richtig wütend und ich musste keine Pädagogik und Didaktik bemühen, um ihnen zu vermitteln, dass es für mich absolut inakzeptabel ist. Darum habe ich eigentlich nie gesehen, dass sich meine Kinder geschlagen hätten. Sie behaupten heute, dass es da und dort doch noch Handgreiflichkeiten gegeben hätte aber sie waren harmlos und schnell vorbei.

Wichtig waren mir auch meine Bücher. Ich habe raumhohe Büchergestelle voll mit klassischer und moderner Literatur, Sachbücher wie auch literarischen Schund. Ein Buch zu beschädigen ist für mich wie einen Menschen zu schlagen. Ein Buch hat für mich eine Seele. Nur einmal hat meine älteste Tochter als sie noch ganz klein eines der untersten Bücher mit einer Malerei verschönert. Wir diskutierten diesen Vorfall und ich erklärte warum ich das nicht möchte. Seitdem waren keine Aktionen in dieser Hinsicht mehr nötig und keines unserer Bücher inklusive Kinderbücher ist mehr zu Schaden gekommen.

Die Sprache ist mir ebenfalls wichtig. Schimpfwörter benutze ich nicht und in den extrem seltenen Fällen, wo es bei mir vorkommt, erfüllt es einen tieferen Grund. Auch das hat bei den Kindern wunderbar geklappt.

Was aber nicht funktioniert hat, war die Sache mit der Ordnung. Schmutz darf nicht sein, aber Unordnung insbesondere bei Papieren und Büchern ist für mich lange nicht störend. Sobald ich aber etwas innerhalb von wenigen Sekunden nicht finden kann, dann muss aufgeräumt werden. Für mich gibt es wichtigere Sachen im Leben als einen aufgeräumten Arbeitstisch. Und nachdem ich zwar verbal auf Ordnung gepocht, dem aber im Inneren keine Priorität eingeräumt habe, haben das auch meine Kindern nicht aufgesaugt und umgesetzt.

Darum bin ich der Meinung, dass man nur das dauerhaft vermitteln kann, woran man selbst glaubt und was einem wichtig ist.

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