Michaela Merz

Dyson – der Handtrockner

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676956_web_r_k_by_andreas-hermsdorf_pixelio-deVon Klein an muss man einen Beitrag an das Gemeinschaftsleben der Familie leisten. Auch wenn es einem als Kind stinkt, als erzieherische Massnahme hat es einen hohen Wert, der jedem zu empfehlen ist.

Ich konnte als Kind vieles: Abwaschen, Abfall austragen, Badezimmer putzen, waschen, Boden aufnehmen, abstauben. Nur das staubsagen habe ich gemieden und schlussendlich immer mit meinem Vater abgetauscht.

Er fand staubsaugen meditativ, ich unerträglich. Der Grund war das den Akt des Staubsaugens begleitende Geräusch. Ich kann nicht erklären warum, aber beim Einschalten haben sich alle meine Härchen aufgestellt, wie eine Armee, die sich zu Verteidigung bereit macht. Leider waren in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Spannteppiche hoch in Mode. In meinem Zimmer dazu noch in roter Farbe. Jeder Krümel, jedes Haar war auf dem Teppichboden sichtbar wie ein Eisberg. Unausweichlich war die Qual des wöchentlichen Staubsaugens.

Nach dem Auszug von zu Hause sind Teppiche aus meinem Leben verschwunden. Man kommt dann auch ohne Staubsauger aus. Die Quelle der störenden Geräusche ist aber nicht völlig verschwunden. Es gibt die, die sehr unangenehm sind und kaum zu ertragen und es gibt die, die kurz unerwartet auftreten und einen fast zu Tode erschrecken. Den ersten kann man systematisch ausweichen, die Zweiten muss man zu ignorieren versuchen. Nein, das geht nicht wirklich, aber versuchen muss man es immer wieder.

Zum Beispiel ertönt im Inneren meines Autos bei einer Aussentemperatur von 3 Grad ein ohrenbetäubender Lärm. Ich versuchte vergeblich diese Funktion auszuschalten. Dann erklärte mir die Garage, dass es sich um eine Vorgabe des Herstellers handelt und die Abschaltung nicht möglich sei. Es soll den Fahrer auf schwierige Strassenverhältnisse aufmerksam machen. Die Tatsache, dass ich jedes Mal zusammenzucke und aufpassen muss, um keinen Unfall zu verursachen, nimmt der Hersteller wohl in meinem Fall als Kollateralschaden auf seine gut gemeinte Unfallverhütungsmassnahme hin.

Eine andere Lärmhürde wartet auf mich bei vielen öffentlichen Toiletten. Die Handtücher werden durch lärmige Trocknungsgeräte ersetzt. Ich höre den Lärm der Gebläse ansteigen, erinnere mich an meine Kindheit und den Staubsauger und lasse die Hände lieber nass. Geht doch auch.

Jetzt hat die Stadt Zürich angekündigt, alle Handtücher in den öffentlichen Toiletten durch Dyson Handtrockner zu ersetzen. Vielleicht sind wir gar nicht so weit entfernt davon, dass wir in unseren Duschen mit solchen Gebläsen ganzkörperlich abtrocknen. Mag sein, dass es ökologischer, ökonomischer und effizienter ist. Solange es begleitet ist, von dem nervigen Lärm, versuche ich ihnen auszuweichen. Nicht zu waschen ist keine Option. Darum passen sie auf: Bei unserer nächsten Begegnung werde ich Ihnen vielleicht nasse Hände reichen. Aber keine Sorge es wird nur Wasser sein!

Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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