Michaela Merz

Weihnachtsgeschenk – Schwimmstunde Kraul mit Carol

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Es ist nicht einfach mich zu beschenken. Ich habe das Glück, dass ich eigentlich alles habe. Doch die Leute wollen mich trotzdem beschenken.

Dann bekomme ich sehr oft Sachen, die ich nicht gern habe, sie nicht benutze oder die mir gar nicht gefallen. Aber ich schätze es sehr, wenn sich jemand die Mühe gibt, mich zu beschenken.

Ich freue ich mich jedesmal aufrichtig und beginne erst danach darüber nach zu denken, was ich mit dem Geschenk mache.

Darum bin zu einer anderen Strategie übergegangen. Ich wünsche mir was. Etwas, was ich will und was ich mir wahrscheinlich irgendwann einmal selbst gekauft hatte. So habe ich mir gewünscht, meinen Schwimmstil zu verbessern. Bei meinem Kraulstil ist immer noch sehr viel Potential nach oben. So bin ich zu Gutscheinen für Schwimmuntericht im Hallenbad Oerlikon gekommen.

Bei meiner ersten Begegnung mit meiner neuen Schwimmtrainerin war ich skeptisch. Sie ist einiges älter als ich, schlank eher schmal nicht wirklich mit Schultern wie ein Schwimmer, der jeden Tag drei Stunden im Becken verbringt. Ich dachte mir, dass wird etwas “old school” sein und war schon auf eine Entäuschung seelisch vorbereitet. Aber ich habe mich gewaltig getäuscht.

Carol ist unheimlich nett und pädagogisch und didaktisch begabt und geübt. Sie hat mich sehr gelobt aber im Grunde genommen fast alles, was ist so mache, korrigiert. Die Stunde mit ihr ist immer sehr anspruchsvoll und danach bin ich k.o. aber super glücklich (obwohl unzufrieden, dass mein Fortschritt so langsam voran schreitet).

Ich habe eine Unmenge Energie, Carol etwa das Doppelte davon. Ich schimme hin und her und sie läuft hin und her am Beckenrand oder steigt unzählige Male ins Wasser und zeigt mir, wie ich es wirklich richtig machen muss. Die Liste meines Verbesserungspotentials ist lang. Wenn man sich bestimmte Bewegungsabläufe einprägt, ist es umheimlich anstrengend, sie wieder los zu werden.

Zum Beispiel übergreife ich insbesondere mit der linken Hand eher wie eine X anstelle mit den Armen wie ein Y zu schwimmen. Klar verstehe ich, was ich ändern muss, aber spätestens nach 10 Metern schwimmen, greift mein linker Arm wieder zu einem X. Ich strecke beide Arme vorne zu wenig weit und hinten überhaupt nicht. Ich verdrehe die linke Hand wenn ich sie bei Wasserschlag in das Wasser eintauche und vieles mehr.

Dazu kam Carol zu der Anischt, dass ich endlich auch die Rolle lernen müsse, um imstande zu sein, beim Ankommen elegant mit einer Drehung unter Wasser zu wenden. Das habe ich immer gemieden, weil ich immer die Nase voll Waser bekommen hatte. Aber eigentlich ist die Lösung banal – man muss einfach die ganze Zeit während des Rollens unter Wasser ausatmen. Auch das klingt einfach, aber heute beim Training hat es mich wieder voll erwischt, weil ich nicht konsequent war.

Zu Weihnachten wünsche ich mir weitere Stunden oder halbe Stunden mit Carol. Lernen kann ich noch eine Menge, Spass macht es ohne Ende und meine Dankbarkeit für dieses Geschenk ist zweimal aufrichtig: Einmal, weil ich mich freue, dass jemand an mich denkt und einmal weil ich die Vorfreude auf den Moment der Einlösung geniessen kann.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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