Am Sonntag war der erste Schnee bis auf 1000m in der Schweiz angesagt. Es wird kalt. Aber ich habe das Glück diese Woche in Barcelona zu arbeiten und dort ist für einen Mitteleuropäer kein Herbst zu spüren.
Ich bin jeden Morgen, sobald es hell wurde, am Meeresufer entlang gelaufen. Es war herrlich. Die optimale Temperatur um zu laufen, eine leichte Brise, ein menschenleerer Strand. Jeden Morgen habe ich den Mann mit dem Metalldetektor gesehen, der den Strand nach Münzen und Schmuckstücken absuchte. Jeden Morgen habe ich die Obdachlosen gesehen, eingemummt in ihre Schlafsäcke. Und jede Morgen habe ich irgendeine irritierende Beobachtung gemacht, die nicht zur Idylle passte, wie der gut gekleidete Mann, der die Mülleimer durchsuchte. Sobald er eine leere Alkoholflasche fand, hat er sie mit einem beängstigenden Eifer in tausend Stücke am Boden zerschlagen. Irritiert hat mich auch die alte Frau, die ganz allein und nackt weit weg aufs Meer hinausgeschwommen ist.
Auch ich war nach dem Laufen schwimmen, schliesslich war das knapp 20 Grad warm. Aber ich schwamm risikobewusst nur sehr nah am Strand und entsprechend bekleidet.
Das einzige wirklich verstörende Erlebnis in Barcelona waren die zwei Jungs im Zimmer neben mir, die um halb fünf Uhr morgens, völlig besoffen, versuchten die Verbindungstür zwischen unseren Zimmern aufzubrechen. Es ist ihnen nicht gelungen, aber bei dem Lärm war an Schlaf nicht zu denken und bis die hotelinterne Security es endlich geschafft hat, sie zur Vernunft zu bringen, war es schon fast Zeit, um laufen zu gehen.
Bildquelle: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de