Michaela Merz

Die Maus

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In den Ferien haben wir meine Mutter besucht. Es ist ein kleines Dorf mitten im Wald. Das Haus wurde 1906 gebaut. Der Stall ist aus Steinen gebaut, im Keller gibt es einen Brunnen. Das Haus wurde jedoch umgebaut und bietet modernen Komfort. In diesem hitzigen Sommer mit dauerhaften Temperaturen von über 30 Grad Celsius erwies sich das alte Gebäude, von zwei Seiten beschattet durch riesige Bäume als grosser Segen. Draussen konnte man an der Sonne Spiegeleier braten und drinnen waren es angenehme 25 Grad.

Da der Kühlschrank aber eher klein dimensioniert ist, mussten wir einen Teil der Vorräte in den Keller tragen. Temperaturmässig kommt es auf das gleiche, da im Keller die Temperatur so um die 7 Grad beträgt. Als ich aber am nachfolgenden Tag das Birchermuesli, das wir am Vorabend vorbereitet hatten, holte, entdeckte ich auf dem Teller, der die Schüssel zudeckte, kleine schwarze Hinweise, dass mindestens eine Maus am Werk war. Der Appetit ist mir vergangen. Für Mäuse in Vorräten habe ich kein Verständnis. Ich holte die mechanische Mausefalle, bestückte sie mit einem Stück Speck und stellte sie in den Keller.

Am zweiten Tag schaute ich gleich am Morgen nach der Falle. Der Speck war weg und die Mausefalle leer. Es war offensichtlich, dass ich es mit unheimlich intelligenten und strategisch erprobten Maus zu tun hatte. Nur den weiteren Kampf musste ich der Mutter überlassen, da wir abreisen mussten. Ich packte die schmutzige Wäsche in eine Plastiktasche und trug alle Taschen ins Auto.

Nach Hause sind wir erst nach weiteren 4 Tagen gekommen. Die Plastiktasche mit der schmutzigen Wäsche verströmte einen sehr unangenehmen Geruch. Unangenehmer als normalweise. Ich dachte, dass es mit den hohen Temperaturen und dem geschlossenem Plastiksack zu tun hat.

Ich leerte die Tasche in der Waschküche auf den Boden und begann die Sachen zu sortieren. Erst machten mich die kleinen schwarzen Dinge stutzig. Dazu kam, dass sich der Gestank intensivierte. Und dann kam sie zum Vorschein. Eine Maus hatte offensichtlich ein grauenhaftes Ende durch Erstickung in diesem Plastiksack voll schmutziger Wäsche gefunden. Eine tote Maus, das war in meiner Waschküche eine Premiere.

Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass diese Maus nicht die gleiche sein könnte, die mich so überlegen bei der Mausefalle ausgetrickst hat.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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