Michaela Merz


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Die USA und ihre Klimaanlagen


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Ich bin zurück von meiner Reise durch Florida. Es war der kälteste Januar seit 29 Jahren. Es gab Schnee, die Leguane fielen wegen der Kälte von den Bäumen und die kältempfindlichen Seekühe suchten nach geschützten Buchten und drängten sich in grossen Mengen auf ganz kleinen Flächen, um sich warm zu halten. Und trotzdem sind alle Klimaanlagen auf voller Leistung gelaufen. Ich habe es noch nie verstanden aber ich wäre extrem dankbar, wenn es mir jemand erklären würde. Warum werden die Räumlichkeiten in Restaurants, Hotels, Theater, Kongresshallen auf eine Temperatur abgekühlt, wo sich kaum ein Mensch wohl fühlen kann? Oder vielleicht bin ich die Ausnahme und die Mehrheit der Amerikaner liebt es, sich dick einzupacken, um im Stande zu sein ein paar Stunden ohne Bewegung zu überstehen und nicht wie die Leguane vom Stuhl zu fallen? Oder vielleicht werden die Amerikaner von klein auf an tiefe Temperaturen gewöhnt oder vielleicht ist die Kälte der Inbegriff des Reichtums? Ich weiss es nicht.

Ich habe es überall beobachtet und in allen Städten, die ich besucht habe erlebt – New York, Boston, Washington, Saratoga, Miami, San Francisco usw. Die Raumtemperatur schwankt zwischen 13 und 16 Grad Celsius. An Sommergarderobe ist nicht zu denken. Es war verblüffend die Besucher eines der teuersten Restaurants in Miami Beach zu beobachten. Der Einlass ist Punkt 7 am Abend. Vorher wird niemand reingelassen. Man wartet vor dem Eingang in einer Menschenmenge bis es 7 Uhr geschlagen hat. Einige wenige Damen sind bekleidet mit einem Hauch von Nichts – Sommer Träume von Kleidern – schlussendlich ist es draussen trotz Januar immer noch fast 19 Grad. Der grosse Teil ist jedoch sehr gut bekleidet.

Die Temperatur im Restaurant ist extrem tief, ich wage nicht mal zu schätzen und die Decke ist mit vielen Öffnungen bestückt, die gnadenlos und ohne Pause kalte Luft blasen. Nach 10 Minuten habe ich kalt bekommen und da hatte ich eine lange Hose und einen Pullover an. Einige Leute sassen beim Nachtessen in Jacken da und zwei Damen sind mit Wintermützen gekommen und haben sie anbehalten. Oh ich sehnte mich in dem Moment nach so einer Mütze. Welche Bekleidung hätte bei mir zu einem optimalen Körpergefühl geführt? Wohl ein Schal, eine Mütze und noch ein Pullover. Und bitte denke nun nicht ich bin ein „Gfrörli“. Bin ich nicht! Ich war am besagten Tag im Meer schwimmen und es war herrlich – schliesslich war die Wassertemperatur höher als die Lufttemperatur. Aber vielleicht wollen die Restaurants gar nicht, dass die Leute gemütlich sitzen bleiben. Sie sollen essen und so schnell wie möglich wieder gehen. Je mehr Leute den gleichen Tisch während eines Abends benutzen umso höher der Umsatz.

Zum Schluss von mir also noch eine Empfehlung:

Sofern ihr in die USA reist, packt bitte eine warme Mütze, einen Schal und dicke Pullover mit ein – unabhängig von der Jahreszeit. Glaubt mir, ihr wird es gut gebrauchen können.

 


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The USA and its air-conditioning


 


I’m back home from my trip through Florida. It was the coldest January for 29 years. There was snow, the iguanas fell from the trees because of the cold, the sea-cows, sensitive to the cold, sought out protected bays and thronged in large quantities in very small spaces to keep warm. But still all the air-conditioners were running at full blast. I have never understood this, but I would be extremely grateful if some-one could explain why. Why are the rooms in restaurants, hotels, theatres, congress centres cooled down to a temperature, where its scarcely possible to feel comfortable? Continue reading


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Welcome to Miami – Bienvenidos a Miami


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I have the good luck of attracting unique events and exceptions. Like during the Christmas holidays, when I was travelling in Florida. After 29 years, snow and cold in Florida. If I’m honest, I couldn’t care less about the snow, that’s not the reason I have travelled such a distance. An hour from home I could enjoy the powder snow. But fortunately, Florida is big and snow in the North of Florida still means 16 degrees and sunshine in Miami. Continue reading


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Florida im Winter


Was einem sofort auffällt, ist die überbordende Nettigkeit, die Dir auf Schritt und Tritt begegnet. Alle scheinen sehr optimistisch und fast enthusiastisch zu sein. Das fühlt sich gut an. Ich frage mich, ob durch diesen kollektiven Optimismus Depressionen verhindert werden können oder ob es umgekehrt ist, weil diejenigen, die an einer Depression leiden ins Bodenlose gezogen werden, weil rund herum nur Leute sind, die wirklich gut drauf sind.

Alles ist entspannter, Aggressivität nicht sichtbar, Gedränge (trotz Schlangen) nicht existent. Der Level der täglichen Aggressivität ist in Europa, und ja auch in der Schweiz, um einiges höher als in Florida. Sehr spürbar ist dies zB. im Strassenverkehr. In Zürich wird man angehupt, wenn man bei grün nicht sofort losfährt. In Florida wird auf einer viel befahrenen 4-spurigen Strasse ohne jegliches Vorhandensein eines Fussgängerstreifens, wird für die Fussgänger angehalten. Kaum vorstellbar in Zürich.

In Lift wird darum höflich diskutiert, wer als Letzter raus geht und die Leute halten einander die Türe auf. Niemand drängelt nirgendwo. Die Schlangen in Cape Canaveral zur Besichtigung des Kennedys Space Centers waren zahlreich und lang, trotzdem verlief alles sehr freundlich und entspannt.

Als ich im Meer mit meinem Jüngsten schwimmen war, kaum mehr als 150m von Ufer entfernt, kam ein Polizeiboot. Ich war eher angespannt und erwartete eine Belehrung oder einen Hinweis, dass wir irgendetwas falsch gemacht hätten. So ist mindestens meine Erfahrung mit der Seepolizei in Europa. Jack der Polizist war ausgesprochen nett, erkundigte sich bei uns, ob alles in Ordnung sei und schenkte meinem Jüngsten ein kleines Warnlicht, sollte er einmal in Not geraten.

Bei Ausleihen des Stand-Up Bretts wurde mir empfohlen eine Schwimmweste anzuziehen (aber selbstverständlich gerne) aber es bestand keine Pflicht. Das hat mich sehr beeindruckt, weil ich denke, dass die Verantwortung über mich und mein Leben bei mir liegen sollte und nicht beim Staat. Und natürlich ohne Schwimmweste wäre ich nie los gefahren. Man weiss NIE!! Wenn ich es aber trotzdem einmal machen würde, würde ich in der Schweiz, sobald ich mich mehr als 300m vom Ufer entferne, gebüsst. Und das finde ich nicht in Ordnung.

Am Meer auf dem Brett bin ich durch und mit Fischen gefahren. Ich habe noch nie so viele Fische in offenen Gewässer gesehen wie dort. Dazu kam eine Gruppe Delphine, die nur ein paar Meter entfernt von mir an mich vorbei geschwommen sind. Mittelgrosse silbrige Fische sprangen senkrecht aus dem Wasser. Der erste erschreckte mich und bei allen nachfolgenden habe ich ihre Kunststücke genossen. Weiter gab es Unmengen von Vögeln, die alles anderes als scheu waren und paar Alligatoren, die ich sehen konnte, die aber zum Glück sehr scheu waren.

Man ist sehr prüde. Ich habe während des ganzen Aufenthalts weder ein nacktes Kleinkind am Strand noch eine Frau oben ohne gesehen. Sogar in dem Flieger Museum, das wir mit meinem Jüngsten besichtigt haben, gab es alte Flugzeuge mit sehr vielen aufgemalten, grossbusigen Schönheiten. Bei einer Uhr mit einem solchen Pin-up girl, wurden die Brüste mit einem Streifen überklebt.

Die Toilette heisst hier auch Pausenplatz (Restroom) obwohl sie für eine Pause total ungeeignet ist.

Silvester in Florida war toll. Warm, viele freundliche Leute, die alle zu einem Schwatz aufgelegt waren. Lichter, Attraktionen, Musik, viele Stände mit Essen, Getränken und kleinen Geschenken. Es gab Feuerwerk und um Mitternacht ist anstelle eines Apfels wie in New York eine Ananas aufgeschlagen worden. Grossartig und sehr unterhaltsam.

Ich kann Florida empfehlen. Jeder findet hier etwas. Unterhaltung und Natur, Stille und Ramba-Zamba, Sport und Kultur, Essen, Trinken, Sehenswürdigkeiten und Strand, Shopping.  Das Wetter und die Leute stimmen. Die Preise sind am oberen Ende. Aber auch mit schmalem Budget lässt sich vieles entdecken.

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Florida in winter


What one immediately notices, is the exuberant kindness, which you meet wherever you go. Everyone seems to be very optimistic and almost enthusiastic. That feels good. I wonder whether depressions can be prevented by this collective optimism or whether it’s vice versa because those who suffer from a depression are drawn into the depths, because all around them are only people, who are in really good spirits.

Everything is more relaxed, aggression nowhere in sight, crowds (despite the queues) non-existent. The level of daily aggression is in Europe, and even in Switzerland, much higher than in Florida. This is very noticeable for example in traffic. In Zürich one is hooted at if one doesn’t move as soon as it’s green. In Florida on a four-lane road with heavy traffic without a sign of a pedestrian crossing, the traffic stops for pedestrians. Scarcely conceivable in Zürich.

In the lift there are polite discussions about who leaves last and people hold the door open for one another. No-one pushes and shoves anywhere. The queues at Cape Canaveral to visit the Kennedy Space Center were numerous and long, but nonetheless everything was very friendly and relaxed.

When I went swimming with my youngest in the sea, hardly more than 150m from the shore, a police boat turned up. I was rather anxious and expected an admonition or a warning that somewhere we had done something wrong. At least that is may experience with the maritime police in Europe. Jack the policeman was extremely nice, asked us if everything was OK and gave my son a little alarm light, in case he should get into an emergency.

When I rented a stand-up paddle I was recommended to wear a life vest (but of course willingly), but there was no obligation. That impressed me, because I believe that responsibility for me and my life is mine, not the state‘s. And of course without a life vest I would never have gone out. One NEVER knows!! But if I once were to do so, in Switzerland I would be fined, as soon as I was more than 300m from the shore. And I don’t think that’s right.

In the sea on the paddle I travelled with and through fishes. I have never seen so many fishes in open water as there. And then came a school of dolphins, who swam by only a few metres away from me. Medium-sized silvery fishes sprang vertically out of the water. The first surprised me and by all the rest I enjoyed their skills. And there were hundreds of birds, which were anything but shy and a few alligators, which I could see, but were fortunately very shy.

One is very prudish. During my whole stay I didn’t see a naked child on the beach or a topless female. Even in the Aircraft Museum, which we visited with my youngest, there were old planes decorated with big-bosomed beauties. One of these ladies displayed on a clock you could buy at the shop had her breasts covered with a sticker.

Here the toilets are called rest rooms, although for a rest they are totally unsuited.

New Year in Florida was great. Warm, many friendly people, who were all ready for a chat. Lights, attractions, music, many booths with food, drink and small gifts. There were fireworks and at midnight, instead of an apple as in New York, a pineapple was split open. Wonderful and very entertaining.

I can recommend Florida. Everyone can find something here. Entertainment and nature, peace and ramba-zamba, sport and culture, food, drink, sightseeing and beach, shopping.  The weather and the people are right. The prices are at the higher end. But even with a small budget there’s a lot to discover.

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