Spaziergang durch Basel


Eigentlich wollte ich unbedingt die Ausstellung der portugiesischen Malerin Paula Rego im Kunstmuseum Basel sehen. Nein, ich kannte sie nicht, und bis dahin hatte ich kein einziges Bild von ihr gesehen. Aber das Bild, das ich in der Zeitung über ihre Ausstellung gesehen habe, liess mich einfach nicht los.

Das Museum öffnet erst um 10 Uhr morgens, und da ich ein Frühaufsteher bin, lief ich an diesem Samstag früh durch die Stadt Basel. Da ich Zeit hatte, nahm ich nicht – wie sonst – den kürzesten Weg zum Ziel, sondern lief quer durch die Stadt und entdeckte sie auf diese Weise ganz neu. Ich trank einen Kaffee im Stadthauscafé Basel und war völlig erstaunt, wie voll das kleine Café bis auf den letzten Platz war. Ich bewunderte die Malereien an den Wänden und erfreute mich an dem Spiel von Sonne und Schatten in den Gassen.


Die Ausstellung von Paula Rego hat mich umgehauen. Es passiert mir nicht oft, dass meine Erwartungen so eindeutig und haushoch übertroffen werden – aber bei dieser Künstlerin war es so. Es ist keine einfache, freudige Kost, die Paula Rego präsentiert. In ihren Werken geht es um Macht und deren Ausübung, um Abtreibung, um Legenden und Märchen, jedoch von der beunruhigenden Seite. Dazu sind ihre Bilder sehr intellektuell und haben mehrere Ebenen. Auf den ersten Blick kann es eine Alltagsszene sein, die sich jedoch bei längerer Betrachtung in eine düstere Realität verwandelt. In vielen ihrer Bilder stecken so viele Botschaften, dass allein deren Entschlüsselung einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Einige der Bilder sind wirklich verstörend und trafen mich direkt ins Herz. Es sind düstere Botschaften, und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir ein so ausdrucksstarkes Bild an die Wand hängen würde, selbst wenn ich es geschenkt bekäme. Aber schon lange hat mich keine Ausstellung so berührt wie diese. Wenn ihr sie noch anschauen wollt, müsst ihr euch beeilen, denn die Ausstellung endet am 2. Februar.

Und falls ihr danach etwas zum Lachen braucht, ist das Cartoonmuseum nur ein paar Schritte entfernt. Die aktuelle Ausstellung von Gerhard Glück – Das einfache Leben – ist bis zum 9. März zu sehen und einfach nur köstlich. Ich bin durch die drei Stockwerke gelaufen und habe bei jedem zweiten Bild entweder laut gelacht oder zumindest geschmunzelt. Der Ausgleich zur vorherigen Ausstellung war einfach perfekt.

Die Reise nach Basel war es wirklich wert!
Und falls ihr das Bedürfnis habt, in einem Café einzukehren, wo man garantiert nicht durch Lärm gestört wird, dann empfehle ich das Café Moment, wo die Stille zelebriert wird.

Stroll Through Basel


I really wanted to see the exhibition by the Portuguese painter Paula Rego at the Kunstmuseum Basel. No, I didn’t know her, and until then, I hadn’t seen a single painting by her. But the image I saw in the newspaper about her exhibition just wouldn’t let me go.

The museum doesn’t open until 10 a.m., and since I’m an early riser, I went for a walk through Basel early that Saturday morning. Since I had time, I didn’t take the shortest route to my destination as I usually do but wandered across the city and rediscovered it in a whole new way. I had a coffee at the Stadthauscafé Basel and was completely amazed at how packed the little café was, filled to the very last seat. I admired the paintings on the walls and enjoyed the play of sunlight and shadows in the alleys.


The exhibition by Paula Rego blew me away. It’s not often that my expectations are so completely and overwhelmingly exceeded, but with this artist, that was the case. Paula Rego doesn’t present easy or cheerful fare. Her works deal with power and its exercise, abortion, legends, and fairy tales—but always from a disturbing perspective. In addition, her paintings are highly intellectual and have multiple layers. At first glance, it might seem like an everyday scene, but upon closer inspection, it transforms into a dark reality. Many of her paintings contain so many hidden messages that deciphering them takes a significant amount of time. Some of the images are truly unsettling and struck me right in the heart. These are dark messages, and I’m not sure I’d hang such a powerful painting on my wall, even if it were given to me as a gift. But it’s been a long time since an exhibition moved me as much as this one. If you want to see it, you need to hurry because the exhibition ends on February 2nd.

And if you need something to laugh about afterward, the Cartoon Museum is just a few steps away. The current exhibition by Gerhard Glück – The Simple Life – runs until March 9th and is simply delightful. I walked through the three floors and either laughed out loud or at least smiled at every other picture. The contrast to the previous exhibition was absolutely perfect.

The trip to Basel was definitely worth it!
And if you feel like visiting a café where you’re guaranteed not to be disturbed by noise, I recommend Café Moment, where silence is celebrated.

Online brush-up: banking VAT lump-sum


Introduction to and pitfalls in the calculation of the input VAT recovery lump-sum for banks

About the Event

February is the season for preparing the 2024 banking lump-sum (Bankenpauschale; Forfait d’impôt préalable pour les banques). Join our online workshop to explore the general principles, common pitfalls, challenges, and the latest developments in calculating the input VAT recovery lump-sum for banks, also known as the banking lump-sum. This session is tailored to provide practical insights and actionable strategies for both experienced professionals and those new to the field.

What you’ll learn

During this workshop, we will:

  • Cover the foundational principles
  • Highlight common challenges faced by practitioners
  • Discuss complexities and review the latest developments

Understanding the rules and identifying potential hurdles will equip you to make informed decisions, exclude risks for your bank, being compliant with the rules, ask insightful questions, and solve problems more effectively.

Finally, we will also share recent experiences we had during VAT audits as well as some hot topics.

The course will be delivered in German, French and English on 6 February 2025. You can select the language session that best suits your preferences.

Senior Tax Analyst 70-100%





Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) vertritt als Stimme der Bankenbranche die Interessen ihrer
Mitglieder gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Als Kompetenzzentrum stellen wir relevantes Wissen
bereit, denken voraus und setzen Themen. Wir vertreten unseren Standpunkt selbstbewusst und überzeugen
damit bei Politik und in der breiten Öffentlichkeit.


Read More »

Ihre Tasche ist offen


Ich reise viel und um leere Hände zu haben, stecke ich meine Sachen in Rucksäcke. Mein Favorit ist zurzeit mein orangefarbener Burkely-Rucksack, den ich spontan auf dem Weg zum Bahnhof bei einer geschäftlichen Besprechung in Düsseldorf gekauft habe. Die damals leuchtend orangene Farbe im Schaufenster hob sich so deutlich von all den grauen, schwarzen und dunklen Taschen ab, dass ich nicht widerstehen konnte. Dazu kam, dass auf dem Preisschild die Preise für mehrere Länder in den jeweiligen Währungen aufgedruckt waren. Der Preis für Deutschland war um ein Drittel niedriger als der Preis in der Schweiz.

Damals lag die Zoll- und Mehrwertsteuerfreibetragsgrenze bei 300 CHF. So konnte man sich die deutsche Umsatzsteuer zurückerstatten lassen und musste die schweizerische MWST nicht zahlen. Das machte den Preis des Rucksacks einfach unschlagbar. Ich konnte nicht widerstehen, kaufte ihn und habe es nie bereut. Sogar eine „Regenjacke“ oder besser gesagt ein Regensäckli habe ich dazu bekommen, weil der Rucksack aus Leder ist und so besser vor Regen geschützt werden kann.

Heute war ich nach Basel unterwegs. Als ich in Zürich aus dem Zug steigen und meinen Anschluss nach Basel nehmen wollte, sagte die Frau hinter mir: „Ihr Rucksack ist offen, darf ich ihn schliessen?“ Ich drehte mich um, sah eine vertrauenswürdige, nette Frau und stimmte zu.

Das passiert mir immer wieder, dass jemand mich auf meinen offenen Rucksack aufmerksam macht. Der Grund ist einfach: Ich habe auch einen schwarzen Rucksack, bei dem der Reissverschluss kaputt ist. Aber der Rucksack ist sehr praktisch, und wenn ich nichts Wertvolles dabeihabe, nehme ich ihn trotzdem mit. Solche Kommentare bekomme ich dann regelmässig auf dem Weg.

Nur einmal wurde etwas aus meinem offenen Rucksack gestohlen. Ich war auf einem Tagesausflug in Gibraltar, fuhr mit der Seilbahn auf den „Rock of Gibraltar“ und lief den Berg hinunter. Der Berg ist voller Affen, die mehr als frech sind und überall auftauchen. In meinem schwarzen Rucksack befanden sich eine Wasserflasche und ein leerer Plastiksack, in dem ursprünglich Sandwiches waren. Als ich lief, spürte ich plötzlich ein Gewicht auf meinen Schultern. Einer der Affen sprang mir von hinten auf den Kopf, zog den leeren Plastiksack aus meinem Rucksack und verschwand blitzschnell damit. Ich war erschrocken und nehme an, der Affe war später sehr enttäuscht.

Abgesehen von diesem einzigen „Raubüberfall“ hatte ich es ansonsten mit einer gütigen Welt zu tun.

Einmal gab es noch eine Situation, bei der ich auf der Rolltreppe in der U-Bahn stand. Jemand hinter mir drängte sich unangenehm nah an mich. Ich drehte mich um und verstand, dass es sich nicht um sexuelle Belästigung handelte, sondern um einen versuchten Diebstahl, den ich rechtzeitig verhindern konnte. Seitdem laufe ich immer auf der Rolltreppe.

Your Bag is Open


I travel a lot, and to keep my hands free, I pack my things in backpacks. My current favorite is my orange Burkely backpack, which I bought on a whim on my way to the train station before a business meeting in Düsseldorf. The brightly orange color in the shop window stood out so vividly among all the gray, black, and dark bags that I couldn’t resist. On top of that, the price tag displayed prices for several countries in their respective currencies. The price for Germany was a third lower than the price in Switzerland.

Back then, the customs and VAT exemption limit was 300 CHF. This meant you could get the German VAT refunded and didn’t have to pay Swiss VAT. That made the backpack’s price unbeatable. I couldn’t resist, bought it, and never regretted it. I even got a “rain jacket” or rather a small rain cover for it, because the backpack is made of leather and is better protected from rain that way.

Today, I was on my way to Basel. When I got off the train in Zurich to catch my connection to Basel, the woman behind me said, “Your backpack is open; may I close it?” I turned around, saw a trustworthy, kind woman, and agreed.

This happens to me quite often, where someone points out that my backpack is open. The reason is simple: I also have a black backpack with a broken zipper. But it’s very practical, and if I’m not carrying anything valuable, I still use it. I get these kinds of comments regularly on my way.

Only once did something get stolen from my open backpack. I was on a day trip to Gibraltar, took the cable car up the “Rock of Gibraltar,” and walked down the mountain. The mountain is full of monkeys who are more than cheeky and appear everywhere. In my black backpack, I had a water bottle and an empty plastic bag that had previously held sandwiches. As I was walking, I suddenly felt a weight on my shoulders. One of the monkeys had jumped on my head from behind, pulled the empty plastic bag out of my backpack, and disappeared with it in a flash. I was startled, and I assume the monkey was very disappointed later.

Apart from this one “robbery,” I’ve otherwise experienced a kind world.

There was one more situation, though, where I was on the escalator in the subway. Someone behind me pressed uncomfortably close to me. I turned around and realized it wasn’t sexual harassment but an attempted theft, which I managed to prevent just in time. Since then, I always walk while on the escalator.

Birthday


I’m not a fan of Christmas, New Year’s, or my birthday. Since childhood, I’ve dreaded the idea of a planned celebration: now it’s supposed to be fun, cozy, or whatever. Joy on command isn’t my strength, and I don’t feel any anticipation. I get lots of well-meant congratulations and gifts that I often don’t know what to do with. And there’s the forced feeling of giving cheerful responses to all the congratulations.

What I do enjoy is spontaneously or casually meeting up with my former schoolmates, friends, or acquaintances – whether in twos, threes, or a larger group – for a fun, casual evening or weekend without any agenda or expectations.

And here we go again. It’s my birthday. Once again, in January, like every year. My friends message me, which genuinely makes me happy because their wishes are authentic and accompanied by sincere offers to go hiking, to the movies, the theater, or an exhibition. They know me and understand that material gifts rarely make me happy. My kids reach out, my parents and other relatives write. A few long-standing business partners get in touch. Then there are calls and emails triggered by calendar reminders from my insurance, car garage, and other service providers. The SBB gives me a voucher for a drink, Ticketcorner offers me a 5 CHF discount. I don’t want to seem ungrateful, but honestly, I don’t need AI programmed to remember my birthday. That’s not fun.

I visited my mom recently to help her adjust her hearing aids. Now I’m flying back home on my birthday. I settle into my seat – and since I bought a super cheap ticket, I wasn’t surprised to be seated in the last row, just like on the outbound flight. Paying extra to sit 15 rows forward isn’t worth it to me. I can read and think anywhere. I sit down, open my laptop, and start working. Then the flight attendant comes up to me and asks if I’m Ms. Merz. Yes, I am. She congratulates me and hands me a bar of chocolate. And that got me. The unexpected touched me emotionally. Well done, Swiss – I truly appreciated this gesture.

By the way, this year, for the first time in a while, I have a material wish: I’d like to buy a pool table. That’s quite an ambitious wish, though. A pool table is big and heavy. There’s no space for it in my apartment. But at the vacation house, it might be possible to add onto the room above the old stable and set it up there. That’s my birthday wish and likely a project for the next three years. I need an architect who specializes in old buildings. The walls are made of stone; the house was built in 1906, and the stables likely over 100 years earlier. I need a project manager and a building permit. The project will undoubtedly be challenging because adding a floor will probably require a completely new roof. As always, my budget is limited, and everything needs to fit within it.

Why pool? During my vacation, I played almost every day for the first time in ages. I’m not good at it. I’ve always lacked three-dimensional vision, and geometry was my nemesis in school. When I took an intelligence test at 14 (to help choose a career), I scored zero points in spatial visualization. They had me retake that part of the test because they suspected something had gone wrong. The result was the same: zero points. There are just things I cannot do. Spatial visualization is a huge advantage in pool. Parallel parking, for instance, took me years to master. Today, I can do it easily and without the sweaty stress of my first 20 years as a driver. I remember colleagues and instructors who promised to teach me – none of them succeeded. I had to figure out how to compensate for my lack of ability.

Pool is similar. I can’t intuitively predict what happens when one ball strikes another, but I’ve learned to analyze it. Outsmarting my weaknesses gives me immense joy. I need the pool table to improve, which requires the room addition, which requires a permit that an architect and project manager should handle. If you know any great architects or project managers, that would be a wonderful birthday gift.

It’s my birthday again. Swiss, thanks for the chocolate.

Geburtstag


Ich mag Weihnachten, Silvester und meinen Geburtstag nicht besonders. Schon als Kind graute mir vor der Vorstellung der geplanten Feier: Jetzt wird es lustig, gemütlich oder was auch immer. Freude auf Knopfdruck liegt mir nicht, und Vorfreude empfinde ich kaum. Ich bekomme viele gut gemeinte Gratulationen und Geschenke, mit denen ich oft nichts anfangen kann. Dazu kommt das erzwungene Gefühl, auf alle Glückwünsche freudig reagieren zu müssen.

Was ich hingegen mag, ist, spontan oder kurzfristig mit meinen ehemaligen Schulkollegen, Freunden und Freundinnen etwas auszumachen – zu zweit, zu dritt oder in einer grösseren Gruppe – und einen lustigen, unverbindlichen Abend oder ein Wochenende ohne Agenda und Hintergedanken zu verbringen.

Jetzt ist es wieder so weit. Ich habe Geburtstag. Alle Jahre wieder im Januar. Meine Freundinnen schreiben mir, und das freut mich wirklich, denn das sind authentische Glückwünsche mit ehrlichen Angeboten, gemeinsam wandern zu gehen oder ins Kino, Theater oder eine Ausstellung. Sie kennen mich und wissen, dass mich materielle Geschenke selten glücklich machen. Die Kinder melden sich, die Eltern und weitere Verwandte schreiben. Einige alte, langjährige Geschäftspartner lassen von sich hören. Und dann bekomme ich Anrufe und Mails, die durch Kalendereinträge von Versicherungen, der Garage oder anderen Dienstleistern ausgelöst werden. Die SBB schenkt mir einen Gutschein für ein Getränk, Ticketcorner eine 5-Franken-Ermässigung. Ich möchte nicht undankbar wirken, aber ehrlich: Ich brauche keine KI, die programmiert wurde, um meinen Geburtstag zu beachten. Das macht keinen Spass.

Ich war bei meiner Mutter zu Besuch, um ihr bei der Einstellung ihrer Hörgeräte zu helfen. Jetzt fliege ich an meinem Geburtstag zurück nach Hause. Ich setze mich auf meinen Sitz – und da ich ein super günstiges Ticket gekauft habe, überrascht es mich nicht, dass ich wieder wie schon auf dem Hinflug in der letzten Reihe des Flugzeugs eingecheckt wurde. Ein Aufpreis für 15 Reihen weiter vorne zu sitzen, ist es mir nicht wert. Lesen kann ich überall, nachdenken ebenfalls. Ich mache es mir bequem, öffne meinen Laptop und beginne zu arbeiten. Dann kommt die Stewardess und fragt mich, ob ich Frau Merz sei. Ja, das bin ich. Sie gratuliert mir und überreicht mir eine Tafel Schokolade. Und das hat mich tatsächlich berührt. Das Unerwartete traf mich emotional. Swiss, gut gemacht – ich habe mich über diese Gratulation sehr gefreut.

Übrigens habe ich dieses Jahr nach langer Zeit wieder einen materiellen Wunsch: Ich möchte mir gerne einen Billardtisch kaufen. Das ist allerdings ein anspruchsvoller Wunsch. Ein Billardtisch ist gross und schwer. In meiner Wohnung ist kein Platz dafür. Aber im Ferienhaus wäre es möglich, den Raum über dem alten Stall aufzustocken und dort den Tisch aufzustellen. Das ist jetzt mein Geburtstagswunsch und vermutlich ein Projekt für die nächsten drei Jahre. Ich brauche einen Architekten, der sich mit alter Bausubstanz auskennt. Die Wände bestehen aus Stein, das Haus wurde 1906 erbaut, die Ställe wahrscheinlich über 100 Jahre früher. Ich brauche einen Bauleiter und eine Baugenehmigung. Die Realisierung wird sicher anspruchsvoll, da durch die Aufstockung vermutlich ein komplett neues Dach nötig wird. Wie immer ist mein Budget begrenzt, und alles muss hineinpassen.

Warum Billard? Ich habe in den Ferien nach langer Zeit wieder fast jeden Tag gespielt. Ich bin überhaupt nicht gut. Mir hat schon immer das dreidimensionale Sehen gefehlt, und Geometrie war für mich ein Horrorfach. Als ich mit 14 einen Intelligenztest gemacht habe (als Hilfe für die Berufswahl), erzielte ich im Bereich der räumlichen Visualisierung null Punkte. Man liess mich diesen Teil des Tests wiederholen, weil der Verdacht bestand, dass etwas schiefgelaufen sei. Das Ergebnis blieb jedoch gleich: null Punkte. Es gibt Dinge, die ich einfach nicht kann. Für Billard ist die Fähigkeit zur räumlichen Visualisierung von grossem Vorteil. Seitlich einzuparken, konnte ich erst nach langem Suchen nach einer Strategie. Heute schaffe ich es ohne weiteres und schwitze nicht mehr wie in den ersten 20 Jahren mit Führerschein. Ich erinnere mich an Kollegen und Fahrlehrer, die mir versprochen haben, es mir beizubringen – keiner hat es geschafft. Ich musste selbst herausfinden, wie ich diese fehlende Fähigkeit kompensieren kann.

Mit Billard ist es ähnlich. Ich kann mir nicht vorstellen, was passiert, wenn ich eine Kugel durch eine andere stosse, aber mittlerweile kann ich einiges analytisch ableiten. Meine Schwäche zu überlisten, macht mir grossen Spass. Ich brauche den Billardtisch, um besser zu werden; dafür braucht es die Aufstockung, und diese benötigt die Baugenehmigung, die mir ein Architekt und Bauleiter besorgen sollten. Falls ihr tolle Architekten oder Bauleiter kennt, wäre das für mich ein wunderbares Geburtstagsgeschenk.

Ich habe schon wieder Geburtstag. Swiss, danke für die Schokolade.

Jamaika – Die Reise, die sich lohnt


Vor meine Abreise hatte ich Bedenken aufgrund der vielen beängstigenden Meldungen, die ich in meiner Vorbereitung gelesen hatte. Die lange Liste der notwendigen Impfungen und Warnungen vor hoher Kriminalität, etwa dass die Mordrate zu den höchsten in der westlichen Hemisphäre gehört, hatten mich sehr verunsichert. Auch Meldung wie “Jamaica is classified as medium-risk destination” beruhigte mich nicht wirklich. Der Rat “Always be accompanied by someone you know, even when going to the restroom” schien mir übertrieben paranoid.

Ich bin keine Person, die zwischen Mittelnacht und Morgengrau in Bars verkehrt oder sich die Slums aus nächster Nähe ansehen muss. Zu Beginn meines Aufenthalts war ich sehr risikoscheu und verhielt mich entsprechend vorsichtig. Doch wer nicht bereit ist, auszugehen, wird auch nie etwas entdecken. Mit einem gemieteten Auto konnte ich einen großen Teil der Insel erkunden. Der Norden ist anders als Westen und Süden und überall lohnt es sich reinzukucken. Jamaica ist definitiv eine Reise wert. Es gibt sehr gepflegte Gegenden mit unglaublichen Villen und üppigen Gärten, kleine farbenfrohe Holzhäuser mit viel Charme und auch ärmliche Baracken sowie einige Bauruinen. Aber wo gibt es diese Unterschiede nicht?

Mich haben vor allem die Bauruinen fasziniert. Einige scheinen alt und verlassen zu sein, andere sind unvollendete Bauten, die aus unerklärlichen Gründen nicht fertiggestellt wurden. Der Sonntag scheint der Waschtag zu sein, zumindest war es an einem sonnigen Tag ohne Wolken so. Die Wäscheleinen vor den Häusern waren voll behangen und die farbenfrohen Kleidungsstücke wehten fröhlich im Wind! Die Menschen sind gelassen und freundlich, immer für ein Schwätzchen zu haben und stolz auf ihr Land. Sie wollten wissen, woher ich komme, und alle, mit denen ich gesprochen habe, kannten meine Heimatland. Der Geographieunterricht in ihren Schulen muss wirklich gut sein!

Einige zu Hause, denen ich vor Abreise erzählte habe, dass ich nach Jamaica fahre, meinten,  ich würde nach Afrika reisen. Geographisch völlig falsch, aber tatsächlich stammen 90% der heutiger Einwohner aus Ghana ab, die im 17. und 18. Jahrhundert eingeschleppt wurden und auf Zuckerplantagen gratis  arbeiten mussten. Das Klima ist tropisch-feucht am Meer und gemäßigt im Hochland. Überall ist es grün und die üppige Vegetation wuchert mit beeindruckender Kraft. Die Pflanzen sind atemberaubend schön: Beim Frühstück konnte ich Delfine beobachten, die nicht weit vom Ufer spielten, sowie Kolibris. Besonders angetan haben es mir die braunen Pelikane.

Stellt euch vor, ihr lasst euch im warmen Meer treiben und plötzlich taucht nur wenige Meter entfernt ein riesiger Vogel kopfüber ins Wasser, in der Hoffnung, einen Fisch zu fangen. Was ihm nach meiner Beobachtung eher selten gelingt. Die Art und Weise, wie sie sich Nahrung beschaffen, hat mich stark fasziniert. Sie überfliegen eine Lagune relativ tief über dem Wasser, steigen dann auf und lassen sich plötzlich wie ein Stein kopfüber ins Wasser fallen. Mit mäßigem Erfolg. Die Höhe, aus der sie sich fallen lassen, ist relativ groß – schätzungsweise 10 bis 15 Meter. Sie müssen über ein Schutzmechanismus verfügen, dass sie sich keine Gehirnerschütterung bei so vielen Versuchen zuziehen.

Wenn ihr nach Jamaica reisen möchtet und wissen wollt, was sich zu besuchen lohnt, empfehle ich folgende eher volle, aber sehenswerte touristische Orte: Rick’s Café in Negril für diejenigen, die gerne aus großer Höhe ins kristallblaue Wasser springen möchten. Vorsicht, sie sind sehr amerikanisch unterwegs und verbieten alle nur ein bisschen gefährlicheren Sprünge wie Backflips. Dann die Dunn’s Watter Falls, wo man durch Wasserfälle vom Meer nach oben in unglaublich klares Süßwasser klettern kann. Auch ein Besuch ich einen botanischen Garten oder eine Vogelbeobachtungsstation, wo man Kolibris aus wenigen Zentimetern Entfernung beobachten kann, lohnt sich bestimmt. Es gibt einige.

Der Rest hängt von euren sportlichen oder anderen Vorlieben ab. Und selbstverständlich das Meer. Ich konnte mich nie sattsehen und -hören, besonders nachts, wenn alle nachtaktiven Tiere dazukommen. Zur Sicherheit: Wenn man die Sicherheitsstandards wie in anderen großen Städten einhält, ist das Reisen in Jamaica unbedenklich. Ich habe es geschafft, mich mit dem Mietauto zu verfahren, und abgesehen von riesigen Schlaglöchern bin ich nur auf hilfsbereite und nette Leute gestoßen. Das ist vielleich etwas was man wissen sollte. Die Signalisation ist eher dürftig. Die Ortschaften sind selten angeschrieben und die Einbahstrasse nicht gekennzeichnet. Paar mal mussten mich Einehimische aus so eine Einbahstrasse Labyrinth navigieren. Auch wenn sie mir versucht hatten, zu erklären wie man Einbahnstrassen in Städten erkennt , habe ich es nicht wirklich verstanden und leider war die Google Map auch nicht immer eine Eindeutige Hilfe.

Abendessen soll man dort, wo die Einheimischen essen, und nicht nur in Hotel. Für meinen Geschmack ist das Angebot auf der Insel fast überall zu fleischlastig, aber mindestens ein Fisch findet sich immer. Überraschenderweise ist Gemüse eher selten auf den Menüs, und Früchte kauft man sich am besten neben der Straße.

Nicht zuletzt die Musik und Bob Marly. Bob ist in unzähligen Bildern an allen möglichen Wänden Omnipräsent. Und einem einheimischen Band am Meeresufer am Abend bei» One Love» zuzuhören ist ein unvergessliche Erlebnis. Sich in Jamaica zu verlieben, fällt dann einem nicht schwer.

Jamaica – A Journey Worth Taking


Before my departure, I had some concerns, mainly because of the many alarming reports I read during my preparations. The long list of required vaccinations and warnings about high crime rates – particularly the fact that the murder rate is among the highest in the Western Hemisphere – made me very uneasy. Even travel guides classifying Jamaica as a “medium-risk destination” didn’t offer much reassurance. The advice to “always be accompanied by someone you know, even when going to the restroom,” seemed excessively paranoid.

I’m not the type of person who frequents bars between midnight and dawn or feels the need to explore slums up close. At the beginning of my stay, I was very cautious and risk-averse. But if you’re not willing to venture out, you’ll never discover anything. With a rental car, I was able to explore a large part of the island. The north is different from the west and south, and every area is worth visiting. Jamaica is definitely worth the trip.

The island offers well-maintained areas with impressive villas and lush gardens, colorful wooden houses full of charm, as well as impoverished shacks and a few abandoned ruins. But where don’t you find such contrasts? I was especially fascinated by the ruins: some seemed old and abandoned, while others were unfinished constructions left incomplete for unknown reasons.

Sundays seem to be wash day – at least, that was the case on one bright, sunny day. Everywhere, colorful clothes flapped cheerfully on laundry lines in the wind. The people in Jamaica are relaxed, friendly, and always up for a chat. They are proud of their country and often asked me where I was from. Everyone I spoke to knew my home country – their geography lessons in school must be excellent!

Some of my acquaintances at home thought I was traveling to Africa when I told them I was going to Jamaica. Geographically, that’s completely wrong, but it’s true that about 90% of today’s population descends from people brought over from Ghana during the 17th and 18th centuries and forced to work on sugar plantations. The climate in Jamaica is tropical and humid by the sea and temperate in the highlands. The lush vegetation grows with astonishing vigor everywhere. The plant life is breathtaking, and during breakfast, I could watch dolphins playing near the shore and hummingbirds that especially captivated me. The brown pelicans were another highlight.

Imagine floating in the warm sea, and suddenly, just a few meters away, a huge bird dives headfirst into the water, hoping to catch a fish – though, from what I observed, they’re not very successful. The way they hunt is fascinating: they fly low over the water, suddenly climb higher, and then drop like a stone headfirst into the sea. They seem to have some protective mechanism to avoid injuries from such repeated plunges, as they dive from heights of 10 to 15 meters.

For anyone planning a trip to Jamaica and wondering what to visit, I recommend some popular but worthwhile tourist spots. Rick’s Café in Negril is great for those who enjoy jumping from great heights into crystal-clear water. Be careful, though – the rules are strict, and daring jumps like backflips are prohibited. The Dunn’s River Falls are another highlight, where you can climb through spectacular waterfalls from the sea to incredibly clear freshwater. A visit to a botanical garden or a bird-watching station, where you can observe hummingbirds up close, is also highly recommended.

The rest depends on your preferences – whether you’re into sports, relaxation, or adventure. And, of course, the sea: I could never get enough of it, especially at night when the sounds of nocturnal animals join the waves.

For safety: as long as you follow the same precautions as in other major cities, traveling in Jamaica is safe. I got lost a few times with the rental car, but apart from encountering some massive potholes, I only met helpful and friendly people. One thing to note: road signage in Jamaica is quite poor. Towns are rarely signposted, and one-way streets are often not clearly marked. Several times, locals had to help me navigate out of one-way street mazes. Even though they tried to explain how to identify one-way streets, I didn’t fully grasp it, and unfortunately, Google Maps wasn’t always a reliable guide either.

As for food: it’s best to eat where the locals do, rather than just in hotels. The food on the island is generally very meat-heavy for my taste, but fish is almost always an option. Surprisingly, vegetables are rare on menus, and it’s best to buy fruit at roadside stalls.

Last but not least, the music and Bob Marley: Bob is omnipresent – in countless pictures on walls, in songs, and in stories. Listening to a local band playing “One Love” by the sea in the evening is an unforgettable experience. Falling in love with Jamaica becomes almost effortless.