Audi A5

Wie kam ich zu meinem A5

Wie wählen Sie Ihr Fahrzeug aus? Nach Anzahl PS? Nach Geschwindigkeit der Beschleunigung auf 100km/h? Falls Sie mit JA antworten, wette ich um meine Schuhe, dass Sie männlich sind!?

Ich wähle natürlich mein Fahrzeug nach der Farbe aus. Mein Erstes war rot. Ich wollte ein rotes Auto haben und ich wusste genau welches rot es sein sollte. Rot ist nämlich nicht gleich rot! Eigentlich wollte ich mir einen kleinen roten Mazda kaufen. Da ich damals knapp bei Kasse war, konnte es nur ein Occasion-Wagen sein. Aber eben, sie hatten keinen roten Mazda gehabt. Nirgendwo. Nach 2 fehlgeschlagenen Versuchen hatte ich genug gehabt. Ich will meine freie Tage sicher nicht bei unwirtlichen Occasionshändlern verbringen. Soviel Wert ist mir das Auto auch wieder nicht. Ich schaue mich um und siehe da, da steht in der Ecke ein Auto in einem wunderbaren ROT. Vielleicht bisschen ein helleres rot als ich es mir vorgestellt habe, aber nur ein bisschen. Her damit! Was kostet das Ding? Wunderbar Preis liegt voll in meinem Budget. Ich nehme es. Ich habe mir damals einen Mitsubishi gekauft. Ein roter Mitsubishi. Wir hatten wunderbare Stunden zusammen verbracht. Er (ich hab ihn Alfred getauft) war wirklich toll.

Letzes Jahr war es wieder an der Zeit ein neues Auto zu kaufen. Das macht mir gar kein Spass, aber auch das muss gemacht werden. An einem Samstag ging ich mit meinem Sohn (5 Jahre alt) auf den Spielplatz beim Zürichsee. Wir wühlen im Sand, klettern, rennen und wie immer werden wir ziemlich schmutzig und dreckig. Dann nehmen wir das Tram zurück. Am Mythenquai ist ein grosser Autovertreter. Wir beide „gucken“ durchs Schaufenster. Es war Liebe auf den ersten Blick. Der A5 stand da graziös und schweigsam. Seine Form eine göttliche Perfektion. Ja dachte ich, diese Karre will ich haben! Mein Sohn und ich betraten den Laden. Der Laden war leer, abgesehen von den ausgestellten Autos und den Stimmen, die wir im Raum hinten hören konnten. Wir schauten uns den A5 an. Er setzte sich hinters Steuer, ich betrachtete den eleganten Kotflügel. Wir probierten alle Sitze, schauten uns die Preise an (o Schreck!) und die verschiedenen Farben. Es war klar, in seiner Eleganz erträgt er nur schwarz. Nichts aber gar nichts sollte von seiner Grandiosität ablenken. Es interessierte sich niemand für uns, niemand kommt und niemand widmet sich uns. Ja klar, wir zwei sehen heute so aus wie solche, die sich gerade mal oder auch fast (k)ein Mazda Occasion leisten können. Ich musste aber fragen, wie lange es dauern würde bis der A5 geliefert wird. Wir gehen in den Raum nach hinten und stören die Herren nur ungern. Ein Junge vielleicht 25+ nahm sich uns an. Sein Interesse war aber klein, sehr klein. Bis ich meine Visitenkarte zückte. Verblüffend! was so ein Stück Papierchen für eine Macht aussprechen kann. Sofort wurden Getränke und volle Aufmerksamkeit offeriert. Er bekam auch ein Modell, weil der Grosse über 4 Monate Lieferungsfrist hat. Ich war mir sicher der A5 will ich haben.

Aber sicher war ich mir auch, dass ich den Wagen nicht da kaufen werde. Ich will doch nicht über meine Kleidung oder Visitenkarte definiert werden!

3 thoughts on “Audi A5

  1. Ich habe mir ein Bild ersteigert, bei einer Auktion im Internet. Es war signiert von der Künstlerin und ich wollte es rahmen lassen.
    Die Galerie in der ich es rahmen lassen wollte, hatte samstags nur bis 11 Uhr auf. Und da ich keine Kinder habe und samstags gerne ausschlafe, bin ich um 10.30 Uhr schnell aus dem Bett gesprungen, habe mir einen Kapuzenpulli übergestreift, Jeans an, Brille auf.
    Ich kam noch kurz vor Schliessung bei der Galerie an. Da das Bild ein unübliches Format hatte, kam nur eine Sonderfassung in Frage. Diese musste extra angefertigt werden und kostet mehr als die üblichen Rahmen. Die Galeristin rechnete den Preis aus: CHF 250. Dann sah sie mich an, musterte meinen Pulli und wie ich dort so sportlich vor ihr stand und meinte: „Sagen wir 180?“ Natürlich war ich einverstanden! Als sie dann nach meinem Namen und der Adresse fragte, wollte ich erst meine Visitenkarte zücken, habe sie aber lieber im Portemonnaie gelassen.
    Wenn ich jetzt am Wochenende einkaufen gehe, in kleineren Boutiquen oder auf dem Flomi, ziehe ich nun immer meinen Kapuzenpulli an …

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  2. Mhm schon interessant, ich versuche dir die ganze Zeit beizubringen, dass ich nicht über meine Kleidung definiert werden will, aber du versuchst mir anders einzureden….

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